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Archive for the 'buchinterpretationen' Category

interpretation von h.w. peschs kinder von avalon

Posted in buchinterpretationen on April 3rd, 2018

Helmut W. Pesch/ Pesch auf Wiki/ Kinder von Avalon: Bd 3 der Anderswelt Trilogie/ Überreuter 2001, Reihe: Meister der Fantasy/ Anhänge, Namen- und Sachregister, Karten, Familienstambäume/ hardfax S. 342

  

Ein Blätterwald voller fantastischer Elemente

Mit Helmut W. Pesch kann deutschsprachige Fantasie einen weiteren Autoren ausweisen. In der Flut von angloamerikanischer Kraft hat er sich mit seinem Roman bewährt. „Die Kinder von Avalon“  ist der dritte Band der Anderswelt Trilogie. Einen Namen gemacht hat sich Helmut W. Pesch aber vor allem als Übersetzer, Tolkien-Experte und Sachbuchautor. Erfolgreich ins Deutsche übertragen hat er Werke von E.R.Eddison, Dennis McKiernann und J.R.R. Tolkien. Er ist Doktor der Philosophie und hat 1981 mit einer Grundlagen Arbeit zur phantastischen Literatur promoviert. Dafür erhielt Pesch ein Jahr später den Deutschen Fantasy Preis.

 

Siggi, Hagen und Gunhild, auch die Hauptfiguren der ersten zwei Bände, gelangen in England durch magische Gegenstände in die Anderswelt. Sie finden sich wieder im Land Prydain, im Legenden umwobenen Süden Englands. Wiederum sind sie im Urlaub in eine Geschichte gestolpert. Sie begegnen eigenartigen Wesen, die ihnen Geschichten aus lang vergangener Zeit erzählen. Stück für Stück reimen sich die Drei zusammen, was denn jetzt das Ziel dieser abenteuerlichen Reise sein soll. Begleitet werden sie von geheimnisvollen Artefakten. Ein Speer, der von einem Jüngling mal mit sicherer Hand geworfen wurde; ein Schwert, das eine geheime Geschichte hat; und ein Stein der aus der Anderswelt stammt.

Hilfe erfahren die Drei von einem geheimnisvollen Kesselflicker, der mehr ist als er zu sein scheint. Mehr als Hilfe brauchen sie aber Rat, was denn der Knopf der Geschichte ist und wie er zu lösen ist. So gelangen sie zu verschiedenen Wesen eines Reiches, als man Britannien noch die Insel der Mächtigen nannte. Der letzte König aus einer langen Linie von Kriegern liegt auf der Insel Avallach im Sterben. Nur ein abhanden gekommenes Artefakt kann den bereits verblassenden Herrscher Britanniens wieder beleben. Siggi, Hagen und Gunhild sind dazu ausersehen, den Gral zu finden und zu Arthur bringen.

Peschs Plot die Kinder von Avalon entfacht ein Rauschen im Blätterwald der britisch, mythischen Geschichte. Die Abschnitte, Seiten und Kapitel sind ein Fundus an heroischen Gestalten. Die Handlung reich an Geschichten in der Geschichte. Es ist ein Gnom, der Hagen und Siggi, als sie durch ein magisches Portal nach Prydain gelangten, von der wunderfältigen Welt Pwylls und Rhiannons erzählt. Dann ist es ein Prydydd, ein Barde, dem Gunhild in Gestalt eines Kesselflickers begegnet. Seine Person allein ist Verkörperung tausender Geschichten. Auf Ynis Witrin, der Insel mit dem gläsernen Turm, steckt auf einer gedeckten Tafel das bronzene Haupt Brans, einstmals König im Norden. Es unterrichtet die Ankömmlinge über die Rückkehr der Krieger der alten Stämme aus der legendären Schlacht in Erin.

Die Erzählung ist vollgestopft mit Gestalten und Zusammenhängen aus dem britannischen Sagenfundus. Einen Einblick in diese Geschichten hinter der Handlung erhält man in den vier Zweigen des Mabinogi. Es ist diese Dekoration der eigentlichen Geschehnisse, die den Leser verzaubern. Als Jugendbuch deklariert, erhält der Roman durch die weitschweifige Auseinandersetzung mit keltisch-englisch-mythischer Geschichtsschreibung einen literarisch tiefgründigen Charakter. Als Übersetzer darin geübt Werke ins Deutsche zu übertragen, hat dies Pesch sicher geholfen, einen Handlungsstrang zu entwerfen. Er selber hat etliche Werke auf Englisch gelesen. Durch seinen Status als Tolkien Experte, wird es ihm auch keine Mühe bereiten, fantastische Elemente der britannischen Sagenwelt, zu lesen, zu nehmen, und mit einer eigenen Handlung zu verweben. Dazu kommt, dass er in seiner Zeit als Lektor bei Bastei Lübbe unter anderen Autoren auch einen Stephen King betreut hat. So kommt auch die Vielseitigkeit Peschs zum Tragen. Das Buch enthält als Zusätze Familienstammbäume, ein Namens- und Sachregister und eine Karte.

Die Regel, dass ein guter Moderator nicht auch ein guter Sänger wäre, und es darum damit nicht versuchen sollte, gilt hier nicht. Dr. phil. Helmut W. Pesch kann sowohl als auch. Sowohl übersetzen als auch selber schreiben. Was an dem vorliegenden Roman zu sehen ist. Wer gerne wissenswertes, hier fantastisches, in Geschichteform verpasst bekommt, ist mit Peschs Kinder von Avalon bestens bedient.¨

 

jh

 

tolkiens erbe stephen r. donaldson

Posted in buchinterpretationen on Februar 16th, 2018

Stephen R. Donaldson/ Donaldson auf Wiki/ Anthologie Tolkienserbe/ c 2005 Piper München/ Kurzplot Tochter der Könige, Donaldson/ Englischer Titel Daughter of Regals 1984/ Herausgeber Erik Simon und Friedel Wahren/ Softfax und Seiten der Kurzgeschichte: 130/ andere Autoren: Lord Dunsany, E.R.Eddison, Jack Vance, Michael Moorcock, Ursula K. Le Guin und weitere

  

 

Emanzipation im Land der Könige

Neben J.R.R. Tolkien ist Stephen R. Donaldson ein weiterer Gelehrter der Literatur, der sich abseits von akademischen Wegen fantastischen Geschichten widmet. Stephen R.Donaldson hat im Jahr 93 den Doktortitel in Literatur erhalten. Seine Begabung für belletristisches Schreiben stellte er jedoch schon früher unter Beweis. Mit „Tochter der Könige“ und anderen Geschichten erhielt Donaldson im Jahr 1985 den Balrog Award in der Sparte Beste Anthologie, auf Deutsch, beste Geschichtensammlung. Der Balrog ist jenes fürchterliche Feuerwesen, das  Gandalf  den Grauen in Tolkiens Geschichte „Herr der Ringe“, in den Abgrund von Moria zerrt. Den Balrog Award in andern Sparten hatten schon Stephen King und auch schon Tolkien erhalten.

Am Vorabend der Thronbesteigung beobachten Chrysalis, die Tochter von Königen, und Ryzel, Berater und Freund, aus hoher Warte, wie sich der Festsaal mit Gästen füllt. Ihr Vater, der Basilisk-König ist seit einem halben Jahr tot. Der Frieden im Königreich steht auf wackeligen Füssen. Nur ein starker Hochkönig kann diesen Frieden sichern. Denn das Land besteht aus drei Fürstentümern. Von dort sind mit eigenen Plänen die Regenten angereist. Chrysalis muss an diesem Abend, vor ihrem 21.Geburtstag und bei Vollmond die Hand auf den Thron legen. Dieser besteht aus einem Material von alter Macht. Chrysalis muss so beweisen, dass in ihr die alte Gabe der Könige wohnt. Genau hier sieht aber Ryzel, ihr Berater, das Problem. Seit der Kindheit von Chrysalis hat er nichts von dieser Veranlagung in der Königstochter entdeckt. Die Fürsten nun sind angereist, es gar nicht erst zum Versuch der Thronbesteigung kommen zu lassen. Mit Magie und verschlagenen Vorstössen versuchen sie die Thronbesteigung Chrysalis zu verhindern.

Mit Tochter der Könige hat Stephen R. Donaldson eine phantastische Kurzgeschichte mit emanzipatorischer Kraft hingelegt. Chrysalis, die junge Prinzessin, muss sich ohne jede Hoffnung auf Erfolg den drei angereisten Fürsten, dabei ist auch eine Fürstin, stellen. Auch Ryzel, ihr Berater, hat für den Fall das sie versagt, eigene Pläne. Mit Magie und höfischen Intrigen versuchen die Regenten das Spiel um den Thron zu gewinnen. Dabei hat Chrysalis Vater, der Basilsk-König, vorgesorgt. Er hat aus einem alten magischen Material einen Stab gefertigt, den er Ryzel, seinem Berater, anvertraut hat. Wohl darauf vertrauend, das der Stab in Ryzels Händen, zusammen mit dem Mut der Königstochter, wenn dieser Stab in ihren Händen seinen Auftrag erfüllt, die Inthronisation zu einem glücklichen Ende führen wird.

Tochter der Könige lässt somit die Hoffnungen einer jungen Thronanwärterin auf die geballte Kraft ausgekochter, ihr feindlich gesinnten Pläne, treffen. Chrysalis und Ryzel können nicht sicher sein, ob der Thron, in dem alte Macht wohnt, Chrysalis als Erbin akzeptiert. Aber soweit wollen es die drei Regenten nicht kommen lassen. Thornden aus Nabal hat schon seine Armee vor den Toren. Thone versuchts mit listigen Intrigen, und Damia, die Fürstin aus Lodan, lässt ihren Magier im Festsaal eine Drachenillusion erzeugen. Ausserdem sitzt sie im Bunde mit einem Aufständischen, Kodar dem Rebellen. Ausführlich nimmt Donaldson die Absichten der drei aufs Korn, und wie es Chrysalis schafft, ihnen zu widerstehen. In der Kurzgeschichte geht es weniger darum, wie in einem High Fantasy Plot, den verschiedenen Protagonisten im Alltag zu begegnen und ihnen auf ihren kriegerischen Wegen zu folgen. Es ist eben eine Kurzgeschichte und Donaldson beschränkt sich auf die Art und Weise, wie es Chrysalis ohne jegliche Hoffnung trotzdem auf den Thron schafft. Man kann die Geschichte mit einem Märchen vergleichen, das in seinen Grundzügen Lebensweiseiten, in diesem Fall wie es im Gerangel um einen Thron zu und her gehen kann, aufs Korn nimmt. Emanzipatorisch ist die Geschichte, weil Chrysalis in einer patriarchalischen Gesellschaft es wagt, ohne jegliche Hoffnung auf Erfolg als Thronerbin anzutreten. So spricht die Realität des Lebens gegen sie. Alles ist angerichtet zum grossen Fest. Dass es wie in einer märchenhaften Erzählung zu einem guten Ende kommt, dafür hat Stephen R. Donaldson gesorgt. Mit erzählerischer Kraft lässt er die vermeintlich starken Absichten der drei Landesfürsten an dem mutigen Glauben einer jungen Prinzessin scheitern. Sie besteigt den Thron und der Königsfrieden kann weiterdauern.

jh

 

 

Interpretation von J.R.R.Tolkiens Beren und Luthien

Posted in buchinterpretationen on Februar 3rd, 2018

J.R.R.Tolkien/ Tolkiens Wiki/ Beren und Luthien/ Tolkien auf wiki/ c Hobbit Presse 2017/ Übersetzungen aus dem Englischen von Hans-Ulrich Möhring, Helmut W.Pesch/ Illustrationen von Alan Lee/ Anhänge: Glossar, Namensverzeichnis/ S. 304

  

Leben und Lieben in Feindesland

Die Geschichte von Beren und Luthien ist die bis anhin letzte Veröffentlichung  in Buchform aus dem schriftlichen Nachlass von Sprachprofessor J.R.R.Tolkien. Zusammengestellt von seinem Sohn Christopher Tolkien. Für diese Ausgabe hat Christopher Tolkien die Geschichte aus verschiedenen Textfragmenten zusammengesetzt. Sie ist in vereinfachter Form im Silmarillion und in Band drei des Buches der verschollenen Geschichten zu finden. Die persönliche Widmung an Christopher Tolkiens zweite Frau Baillie zeigt den Stellenwert von Beren und Luthien im Gesammtwerk seines Vaters. Die tragische Liebesgeschichte ist eines der wichtigsten Werke des verstorbenen Professors.

In der Geschichte führt der Weg von Beren, Sohn Egnors von Dor-Lomin jenseits der Eisenberge, nach dem Waldreich des Elbenfürsten Tinwelint. Dort in Artanor schaut Beren auf einer Lichtung im Wald die anmutigen Tänze Luthiens zur Spielmanns Weise von Bruder Dairon. Nicht lange Zeit vergeht, und der heimliche Beobachter wird von Luthien bemerkt, die sich auch gleich in den Waldäufer aus dem Norden verliebt. Das einzige Problem? Ihr Vater ist ein von düsteren Gedanken beherrschter Waldelb. Für sich und die Seinen sieht er nur eines. Schutz nach Aussen gegen alles Fremde. Bei der Vorstellung vor dem Thron muss Beren zu einer Heldentat greifen um seine Liebe für Luthien zu beweisen. Um sein Anspruch auf dieses herrliche Elfenmädchen zu zementieren schwört er nicht mehr vor Tinwelint zu erscheinen, es sei denn er habe einen Silmarill aus der Krone des gefürchteten Gewaltherrschers Melkor mit dabei. Mit dabei, um dieses Juwel dem Herrscher der Waldelben als Beweis seiner Liebe zu übergeben.

Beren wagt dieses Meisterstück. Und wie es kommen muss, entzieht sich auch Luthien durch ihre Schlauheit schon bald der Bewachung durch ihren Vater und macht sich auf eigene Faust auf, ihrem Geliebten beizustehen. Mit Hilfe von Huan, einem mächtigen Vertreter der Hunderasse, erfährt sie wie es Beren ergangen ist. Er ist in die Fänge von Tevildo, dem Katzenchef geraten. Sie hört auf den Rat Huans und kann ihn befreien. Durch erneute List gelingt es einen Silmarill von der Krone zu ergattern. Das Problem diesmal? Der Wolf Karkaras, Türwächter in Angband erspürt die List, bringt den Silmaril auf seine Weise in Besitz. Zurück in Artanor erscheint Beren mit leerer Hand, er hat nur noch eine, vor dem Thron des mächtigen Waldelben. Noch einmal macht sich Beren auf. Diesmal in Begleitung des Elbenkriegers Mablung und Huan. Ihre Jagd gilt Karkaras, der in Besitz dieses Juwels wie verrückt durch die Wälder jagt. Die Geschichte nimmt mit dem Tode Berens ein tragisches Ende. Der Silmaril geht aber in die Hände Tinwelints. Der Beweis der Liebe ist vollbracht.

Hier folgt dann auch die Kritik.

b.hennens elfenritter bd 3 das fjordland im interpretationsmodus

Posted in buchinterpretationen on Januar 11th, 2018

Bernard Hennen/ Hennen auf Wiki/ Elfenritter Bd.3 das Fjordland/ c Heine Verlag 2008, dritte Auflage/ Anhänge: Karten, Personen- und Schauplatzregister, Glossar/ Softfax S.695

 

 

Elfenland in Ordenshand

Das in einer Nische der grossen Welt der Literatur zu findende Genre der Fantasy hat seit seiner Neuentdeckung an Breite gewonnen. Es haben sich verschiedene Untergruppen herausgebildet. Eine Untergruppe ist die Sparte der High Fantasy. Dort ist auch der Deutsche Bernhard Hennen zu finden, der sich als Romanautor seit mehr als zwanzig Jahren für fantastische Plots verantwortlich zeichnet. Das Fjordland ist Band drei der Elfenritter Trilogie und Bernard Hennen, den man auch den Herrn der Elfen nennt, bringt wichtige Geschehnisse aus der weiten Welt der Albenkinder zum Abschluss.

 

2007 ist das Erscheinungsjahr des ersten Bandes der Trilogie, die Ordensburg. Die Intrigen und Machenschaften der Ordensritter vom Blutbaum beginnen zu greifen und es entbrennt ein langer und gnadenloser Krieg, dessen erklärtes Ziel die Bekehrung der Heiden ist. Mitten drin: zwei Teenager, Luc de Lanzac und Gishild, letzte Prinzessin des Heidenreichs. Sie gehen den Kirchenleuten ins Netz und werden vom Orden des Blutbaums auf ihrer Ordensburg in Valloncour zu Rittern herangebildet. In dieser Zeit entsteht eine tiefe Freundschaft zwischen Luc und Gishild.

 

In Band zwei, die Albenmark, holen sich die vereinten Völker des Fjordlands und der Albenmark zurück, was ihnen gehört. Gishild wird von den Alben befreit. Sie ist die letzte Hoffnung des Fjordlands und wird als Königin gekrönt. Die Elfen wissen, fällt das Fjordland, stehen die Ordensritter vor ihren Toren. Seite an Seite kämpfen sie mit den Heidenkriegern gegen die Heere der nach Tjured benannten Glaubensgemeinschaft, die Tjuredkirche. Verrat öffnet den Kirchenheeren den Weg und sie verbuchen einen ersten Teilerfolg. In diesen von den übergeordneten Zielen der kämpfenden Völker beanspruchten Geschehnissen, reisst die noch frische Beziehung Lucs zu Gishild. Die Liebenden stehen an einer Weggabelung und müssen sich entscheiden.

 

In Band drei bringen zu ehrgeizige Absichten den Vormarsch der Ordensritter zum Stehen. Der Orden des Blutbaums wird von den Kirchenfürsten des älteren Ordens vom Aschenbaum aufgelöst. Die zwischenzeitlichen inneren Streitereien bringen nur einen kleinen Aufschub. Mit vereinten Kräften und mit den ehemaligen Anführern des Blutbaums an vorderster Front, gelingt den Ordensrittern Schlag um Schlag und die freien Völker Albenmarks und des Fjordlands werden an den Rand ihrer Existenz gedrängt. Luc hat sich seines Versprechens an Gishild erinnert, ihr Ritter zu sein, findet aber den Platz an ihrer Seite besetzt.

 

Verschiedene Ehrungen durfte Bernard Hennen für sein Schaffen schon empfangen. Zum einen war es im Jahr 1994 die Anerkennung für den ersten Band der zusammen mit Hohlbein verfassten „Jahr des Greifen“ Trilogie. Der „Der Sturm“ genannte Plot erhielt die Auszeichnung, beliebtester deutscher Fantasyroman. Zum andern, zwar ohne Preis aber doch eine grosse Ehre, landete der Einstiegsroman in die Elfenwelt auf Platz zwei der amerikanischen E-Book Charts. Die Elfenwelt, in die Bernard Hennen auch wieder als Co-Autor eingestiegen ist, hernach aber sich selbst als Autor einsetzen kann, hat dem erzählstarken Deutschen den Übernamen „Herr der Elfen“ eingebracht.

 

Neben den starken angloamerikanischen Fantasyerzählern in Bestsellergrösse wie Tad Williams und George R.R. Martin, hat das europäische Festland in Hohlbein und Hennen vergleichbare Grössen. Die Bücher der zwei deutschsprachigen Autoren haben die Sprachgrenze geknackt und werden über die Landesgrenze hinaus vertrieben.

Das Fjordland bietet als Geschichte alle jene Aspekte, die ein High Fantasy Werk liefern muss. Eine fremde, unbekannte Welt mit ihren eigenen magischen Gesetzen, menschliche und exotische Wesen mit unterschiedlichen Auffassungen vom Leben, Gut und Böse das sich bekämpft, übernatürliche Begabungen, Helden und Antihelden. Man könnte dies auch als den kleinstmöglichen Nenner bezeichnen, unter dessen Strich sich die wichtigen High Fantasy Aspekte finden müssen.

 

Als Königin über das Fjordland, zieht Gishild gegen die anrückende Kirchenmacht in den Kampf. Es sind verzweifelte Nadelstiche und schlussendlich zieht sich die Königin nach Firnstayn, zurück. Es sind die grossen Kirchenfürsten selbst, die diesen letzten Krieg gegen die Albenkinder und das Heidenreich anführen. Wenn schliesslich die Schlacht geschlagen sein wird, werden sie die Burg Elfenlicht, das Herz Albenmarks, beinahe erreicht haben. Durch eine Gabe, eine Kraft die älter ist als den meisten Ordensleuten bewusst, schafft es ein Ordensritter die unsichtbaren Schutzwälle Albenmarks einzureissen. Das Land der Anderen liegt bloss vor den Füssen der Kirchenheere. Der Sturm scheint unaufhaltbar. Luc hat in diesen schwierigen Stunden seine eigenen Entscheidungen zu treffen. Er ist Ritter und Liebhaber zugleich. Schlussendlich lebt er, was er Gishild in der Ordensschule versprochen hat. Er wird immer ihr Ritter sein, sie beschützen, wie er es gelobt hat. Die Elfen an der Seite Gishilds werden ihn schlussendlich ehren. Er wird ein Elfenritter sein. Seit dem Sturm  auf Vahan Calyd, der Elfenfeste, die durch Verrat den Ordensrittern zum Opfer gefallen ist, gilt er als verschollen. Er taucht an der Seite der Königsgarde, den Mandriden, im Fjordland wieder auf. Mit letzter Anstrengung erreicht er Albenmark. Die Grenze aber zu den Landen der Anderen ist endgültig zu. Emerelle, ihre Königin, hat den letzten Zauber gesprochen, ihr Land von den sterblichen Gestaden getrennt. So endet Band drei der Elfenritter Saga.

 

So zieht Bernhard Hennen mit der Feder eine blutige Spur durch die letzten freien Völker Albenmarks und des Fjordlands. Dabei kennt die Geschichte keinen Helden, der im Alleingang die Welt rettet. Die Geschichte kennt auch keinen weisen Zauberer, der einen schwächlichen Protagonisten belehrt. Die Geschichte kennt auch nicht die Macht des Bösen, die sich in einer pervertierten Spezies sammelt. Es ist die Geschichte einer Welt, die das Böse als geballten rechten Haken einer machtversessenen Religionsgemeinschaft abbekommt. Es ist die Geschichte des Untergangs eines magischen Reiches und deren heidnischen Gefährten im Fjordland. Lange hat sich die Tjuredkirche vorbereitet, um nun mit Rauch, Pulver und einem geordneten Heer die letzten freien Völker ihrem Willen und ihrem Gott zu unterwerfen. Der einzige Pluspunkt, den die Ordenskrieger verzeichnen können? Sie gewähren dem Schutzlosen Volk freien Abzug, wenn sie sich beugen.

 

Dabei beleuchtet Hennen die Geschehnisse von allen Seiten. Der Leser erfährt von Gishild und wieso sie als Frau Probleme hat Königin zu sein. Der Leser erfährt von Athap dem Lutin und wieso er unwissentlich ein Zudiender der Kirchenleute ist. Der Leser erfährt von einem Primarchen namens Honore, und was für eine Gabe er in sich trägt. Er erfährt von den Beweggründen der Elfenfürstin Emerelle, als sie erwägt, den Menschen im letzten Kampf keine Hilfe zu senden. Er erfährt von dem Albenkind Orgrim, dem Trollkönig, und wie er endlich zu Landbesitz kommt. Und von vielen anderen Perspektiven und Ansichten, die die 2000 Seite Starke Erzählung bereichern.

 

Schliesslich weiss Bernard Hennen als ehemaliger Schauschwertkämpfer, worum es bei der Handhabung der Waffe geht. Man kann die Echtheit der Kampfszenen förmlich spüren. Erek, Gishilds Gemahl wieder willen, wird auf dem Rückzug in einer Fallgrube von einem angespitzten Pfahl durchbohrt. Er überlebt, trägt aber die Zeichen der Verletzung fortan am Körper. Auf der Flucht verliert Gishild ihren Sohn, nicht durch Kampf, sondern durch Erfrierung infolge von Hagel und Sturm. Hennen lässt nichts aus, um die Brutalität eines Kriegzuges zu zeigen. Er brettert mit der Feder in der Hand über die Autobahn des epischen Widerstands der Anderen gegen die Tjuredkirche.

So könnte man als Fazit sagen, deutsche High Fantasy ist einen Gang härter, gnadenloser und somit auch einen Hauch näher an der realen Welt. Ist es in der westlichen Gesellschaft auch kein Religionssystem mehr, das Unterwerfung fordert, so sieht man aber Rücksichtslosigkeit in mancher Staatsführung.

 

Zurück aber zur Geschichte. Nach den Elfenritterromanen hat Bernard Hennen im nachfolgenden Drachenelfen Zyklus aufgezeigt, wo alle die sagenhaften Gestalten ihren Ursprung haben. Aber aufgepasst. Es ist nicht nur getan mit dem Lesen einiger Seiten. Auf den Interessierten warten wiederum Tausende von Seiten. Aufgeteilt in mehreren Bänden. Hennen ist ein Autor, der im heimischen Bücherregal einen Platz verdient hat. Ein Autor aber auch, dessen Geschichten, Legenden und Sagen von einer tiefen Beziehung zur Realität zeugen.

Folge dem Pfad zu Bd.1 und Bd.2

jh

Interpretation von O.Plaschkas Magier von Montparnasse

Posted in buchinterpretationen on Oktober 23rd, 2017

Oliver Plaschka/ Plaschka auf Wiki/ Die Magier von Montparnasse/ c Hobbit Presse 2010/ Zusatz: Situationskarte/ hardfax S.428

  

An einem verflixten Sonntag

Ein Buch wie das Bühnenbild der Oper Carmen auf der Seebühne Bregenz, ein Stapel in die Luft geworfener Karten. Man entscheide sich, welche man fangen will.  Im vom Autor schriftlich geworfenen Kartenset buhlen Magiere, ein Schriftsteller, eine Kellnerin, eine Aushilfe, die Besitzer des Hotels und nicht zuletzt auch eine Schar von Tieren, um die Gunst des geneigten Lesers. Oliver Plaschka, der für sein Erstlingswerk „Fairwater 2007 gleich einen Preis einheimste, entführt den Leser in seinem vierten Werk nach Paris im Jahre 1926. Montparnasse ist der Brennpunkt, wo sich jedweder Künstler die Ehre geben will.

 

Die Geschichte beginnt an einem Sonntag mit der Abendvorstellung im Variete Bobino. Dem Magier Duo Ravi und Blanche misslingt ein Trick und Ravi bricht, um seine Partnerin zu schützen, eine alte Regel: Er setzt echte Magie ein! Nach der Rettungstat erinnert Blanche Ravi an einen Bund, den sie vor sieben Jahren geschlossen haben. Zur Erneuerung beissen sie in einen Apfel, dann sinkt Blanche in Schlaf und ihr Schicksal liegt in Ravis Händen. Vor dem Wegtreten versichert sie Ravi, die Zeit sei gekommen!

Die Geschichte dreht sich nun sieben Tage lang um die Ereignisse im Jardin, einem Hotel am Carrefour Vavin, das das Zentrum am Boulevard Montparnasse ist. Ravi hat Blanche unterdessen dorthin gebracht und es obliegt ihm, sie vor den Gesandten der Societe zu verteidigen. Um die Ereignisse zu entschlüsseln, hat das Direktorat der Societe Silencieuse, das ist die Gesellschaft der Magiere, die Welt um das Jardin in eine Warteschlaufe versetzt. Normal sterbliche erleben eine Woche lang immer denselben Tag, ausgenommen Magiere und Mitglieder der Gesellschaft.

Der vorliegende Plot des deutschen Schriftstellers Oliver Plaschka ist keine typische „ein Satz Geschichte“, die man mit den Worten, und Ravi ging von A nach B und hat seinen Auftrag erfülllt, beschreiben kann. Es sind eine ganze Menge von Sichtweisen in verschiedenen Lebenssituationen, vertreten durch eine Anzahl von Personen, die der Autor in das Geschehen eingeflochten hat.

Die Begebenheiten um den missglückten Auftritt von Ravi und Blanche fallen geschichtlich in die Zeit nach dem ersten Weltkrieg. Später wird man rückblickend vom beinahe eine Dekade währenden goldenen Zeitalter reden. Es war also eine Zeit des Aufbruchs, materiell wie künstlerisch ideell. In dieser Zeit verhaftet sind wohl auch die Ansichten, die der Autor den Protagonisten andichtet. Denn wenn es unbestritten ist, dass sich seit der Ritterzeit der Wortschatz der Menschen verändert hat, so ist es eben auch unbestritten, dass sich seit dem goldenen Zeitalter weiterentwickelt hat, wie wir heute mit den neusten Techniken die Wirklichkeit darstellen. Die Rede ist von der Technik, die Filme zur Trickkiste machen, die Rede ist von Augmented Reality mit der wir dem Bewusstsein eine neue Dimension öffnen.

Von dem allen wussten die Menschen des goldenen Zeitalters nichts. Ravi und Blanche hatten noch die Möglichkeit, ihre Mätzchen mit der Illusion einem weitgehend von bewegten Bildern nicht übermässig verwöhnten Publikum zu zeigen. Die danken es und lassen die Kassen der Variete- und Showbühnenbesitzer klingeln. Das aussergewöhnliche Erreignis, das was das Leben des Bürgers neben der Arbeit anreichert, und was sich schon Lord Dunsany für ein Dorf in England wünschte, muss im goldenen Zeitalter noch ausserhalb der guten Stube gesucht werden. Es sind die Bühnen, die grossen und kleinen, die den Menschen von den grossen Geheimnissen und Geschehnissen der Welt künden.

Auf diesem Hintergrund, und das hat sich wohl bis heute erhalten, sieht der grösste Teil einer breiten Öffentlichkeit transzendentes als etwas, das praktisch erlebbar sein muss, wenn es Aufmerksamkeit erregen soll. Gott und eine unsichtbare, jenseitige Welt werden den an der Geschichte beteiligten Personen durch die Absichten einer Handvoll Zauberer in das Leben getragen. Sieben Tage lang wiederholt sich der Kreislauf und  es geschehen rund um das Jardin die seltsamsten Dinge. Ravi wehrt sich gegen die Sendlinge des Direktorats. Ein Sendling ist Barneby. Er soll rausfinden, was denn Ravi in jener verunglückten Nummer nun wirklich getrieben hat. Ihm nachgesandt wurde Orlando. Eine furchteinflössende Figur mit einem schrulligen Diener. Im Hotel arbeitet die Kellnerin Justine, die dem hantieren der seltsamen Gäste langsam auf die Spur kommt. Als Aushilfe arbeitet im Jardin noch Mischa, ein russischer Junge, der sich wiederholt infolge Trunkenheit und unglücklicher Liebe auf einem Abfallberg wiederfindet. Schliesslich sind da die Wirtsleute, die dem Treiben der Künstler so lange zuschauen, als der Zaster rollt. Als Zugabe zum illustren Personenkreis erscheint Gaspard. Ein angehender Autor mit unter dem Arm eingeklemmtem Manuskript. Er sucht den in Paris wohnhaften und bekannten amerikanischen Schriftsteller.

Sie alle werden in den magischen Sog der angehaltenen Wirklichkeit gezogen. Ihnen allen gibt Oliver Plaschka  in seinem vierten Roman eine Bühne. Das Werk als Ganzes befasst sich mit Schicksalen, die sich einer Handvoll Magiern und deren Machenschaften ausgeliefert sieht. Es ist kein Krimi, denn ein zwischenzeitlich verübter Mord wird über ein Kapitel hinweg wieder aufgelöst. Es ist auch kein Abenteuerroman. Darüber hinweg kann auch nicht der Showdown in den Katakomben von Paris täuschen. Es ist auch nicht der klassische historische Roman. Es ist eher ein Zeitdokument, das ein Abbild der Mentalität einer Künstlergilde zeichnet, die sich irgendwie als Anwender der Gesetze von Raum und Zeit verstanden haben. Darin gleicht der Roman den Erzählungen von William Gibson. Man sucht oft die Handlung, sieht sich aber mit vielen Detailbetrachtungen und Situationsaktionen konfrontiert.

So differenziert wie die Wirklichkeit in diesem Buch betrachtet wird, so differenziert muss auch der Ratschlag an geneigte Lesenarren gehen. Dieser Roman ist ein Gourmetstück, das ein Stück Paris abbildet, weniger ein aktionsgeladenes Lesevergnügen. Und es stellt in vielen Passagen eine Frage. Ist das, was wir täglich sehen die Wirklichkeit? Der Mensch glaubt immer nur was er sieht. Im Falle des vorliegenden Romans ist dies aber eine in die Irre führende Tugend, denn was er sieht ist vom Magier inszenierte Wirklichkeit.

 

jh

interpretation von j.jonasson mörder anders

Posted in buchinterpretationen on September 9th, 2017

Jonas Jonasson/ Jonasson auf Wiki/ Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind/ c  2016 carls books münchen/ Originalausgabe 2015 mit dem Namen: Mördar Anders och hans vänner (samt en och annan ovän), by Piratförlaget/ aus dem schwedischen von Wibke Kuhn/ hardfax S.346

 

Ein lockeres Unternehmen

Ungewöhnlich, einen Bestseller in Händen zu halten und nicht zu wissen, ob man ihn in den Himmel heben oder in der Hölle braten soll. Bereits der Debutroman des schwedischen Schriftstellers füllte die Taschen. Der dritte Kassenschlager in Folge lässt die Korken knallen und die Geschichte von Mörder Anders in Kürze auf Platz eins der Hitliste schnellen.

Holprig beginnt Jonas Jonasson die Geschichte ab der Spule zu rollen. Das Bild eines nicht alltäglichen Unternehmens mit nüchterner Distanz zu entfalten. Der ehemalige Häftling Mörder Anders im Focus zweier berechnenden Menschen. Mehr zufällig als gewollt kreuzen sich die Wege von Per Persson, dem vom Leben enttäuschten Rezeptionisten, Johanna Kjellander, der gestrauchelten Pastorin und Mörder Anders. Ort des Geschehens ist der Arbeitsplatz von Per, die Pension Sjöudden, ein heruntergekommenes Hotel, das einmal ein Bordell war.

Pastorin und Rezeptionist überreden den naiven ehemaligen Häftling für die Stockholmer Unterwelt bei anständiger Bezahlung Auftragsknochenbrüche auszuführen.  Das Unternehmen läuft wie geschmiert, bis Mörder Anders sein sinnloses Leben Jesus Christus anvertraut und die Arbeit verweigert. Mörder Anders sei noch brutaler geworden, lassen Pastorin und Rezeptionist über die Zeitung Expressen verbreiten und heimsen nun das Geld ein, ohne je wirklich einen Auftrag ausgeführt zu haben.

Das Trio fliegt auf und flieht in einem Wohnmobil nach Südschweden. Die Mildtätigkeit von Mörder Anders bringt Per Persson und Johanna Kjellander auf eine neue Geschäftsidee. Sie nutzen die Popularität des Mörders und gründen eine Kirche. Durch den Abendmahlswein –  „das „Blut Jesu“ – und eine angepasste Predigt manipulieren sie die in Scharen kommenden Gottesdienstbesucher und gelangen wiederum zu Reichtum. Ein Kirchendiener macht ihnen aber einen dicken Strich durch die Rechnung. Sie müssen das Gewerbe wieder wechseln und starten von Gotland aus – wohin sie unterdessen gezogen sind – ein Geschäft mit der Marke „Mörder Anders“ als wohltätiger Weihnachtsmann. Alle Beteiligten finden nun mit der geläuterten Geschäftsidee ihren Frieden.

Die Einführung der Personen erfolgt durch einen Beschrieb der Jugend. Die Pastorin hasst Gott, weil der Vater sie zum Dienst gezwungen hat. Nichts hält der Autor von dem Argument, dass Kleider Leute machen und lässt es Aussen vor. Nicht nur das, man erfährt auch nichts über das Aussehen der Hauptfiguren.

Konsequent gliedert Jonas Jonasson den Plot auf und dichtet dem Mörder eine radikale Wandlung an. Kein einziges Kapitel beginnt mit Gewichtung der Landschaft. Als sie in der Naturidylle Gotland ein Fischerhäuschen ergattern, beschränkt sich der Schwede auf die formalen Bedingungen des Erwerbs. Man fühlt sich im Kino um den Ton betrogen.

Dialoge packt der Autor in indirekte Rede, um dann abschliessend den Protagonisten einige Sätze auf die Zunge zu legen. Dies ist verknüpft mit der Verwendung von Bibelzitaten – aus dem biblischen Zusammenhang gerissen – um die Forderungen der Pastorin umzusetzen, Anders von Jesus fernzuhalten und das Unternehmen zu stützen.

So bleibt die Erzählung des schwedischen Erfolgsautors ein milchiges Etwas, ein belletristischer Funke, der den Leser nicht in die Tiefe führt. Man kommt nicht umhin zu sagen, der dritte Roman von Jonas Jonasson ist das Werk eines schwedischen Intellektuellen, das Kraft der schriftstellerischen Kunst an Bodenhaftung zu wünschen übrig lässt.

jh

interpretation von r.bradleys heilige der insel gil

Posted in buchinterpretationen on September 7th, 2017

Rebecca Bradley/ Bradley auf LB/ der Heilige der Insel Gil, c 1997 Bastei Lübbe/ Originaltitel: Lady in Gil/ ins Deutsche übertragen von Frauke Meier/ softfax S.380

 

Mission möglich: ein Schreiber folgt seiner Bestimmung

Es gibt sie eben doch, die Romanautoren die das Genre wechseln können. So gemacht hat es die eigentliche Krimiautorin Rebecca Bradley. Mit dem der High Fantasy anzurechnenden – Die Heilige der Insel Gil – eröffnet sie eine Trilogie mit Geschichten aus einer abenteuerlichen, feudalen Zeit.

Es ist die Welt des Archipelagos, der freien Nationen und der vorherrschenden Macht der Sheraner. Sie haben die Insel Gil erobert, die Heimat der Flemen, üben dort eine Gewaltherrschaft aus. Einigen Flemen gelang die Flucht. Im Exil suchen sie nach einem Weg, ihr Land zurückzugewinnen. Dabei halten sie sich an eine althegebrachte Tradition. Nur ein Spross Oballefs, der so etwas wie ein Patron der Insel ist, kann die Rückgewinnung einleiten. Viele heldenhafte aber nutzlose Taten wurden schon vollbracht, die zu nichts führten als zum Tod, als Tigrallef an die Reihe kommt, der zwanzigste Spross Oballefs. Er ist kein Soldat und kommt nur an die Reihe, weil seinem Bruder gerade das Bein amputiert wurde. Er ist Schreiber im Archiv und hält nichts von diesem sogenannten Ehrenkodex.

Nichtsdestotrotz ist Tigrallef das einzige Mittel, die einzige Option für die Exilflemen. Denn es geht die Sage, ein Spross Oballefs muss die Heilige finden und eine Beschwörung durchführen. Tigrallef wird nach Gil eingeschifft. Die Suche nach der Heiligen, die in einem alten Stollen vermutet wird, beginnt. Auf seine Art wird der Schreiberling zum Helden.

Die Beurteilung und Besprechung von die „Heilige der Insel Gil“, muss vor allem durch zwei Fragestellungen geschehen. Bevor aber diese Thematik beleuchtet wird, kann man feststellen, der vorliegende High Fantasy Roman lohnt sich auf jedenfall zu lesen. Er bringt die Zutaten, die für ein Menu dieses Genres nötig sind, Neuschöpfung einer Welt, interessante Charaktere und andere Kreaturen, Ausprägung in Religion und Sprache, und jede Menge Spannung. Gewürzt mit einem witzig ironischen Schreibstil der Autorin.

Nun aber zu den zwei Fragestellungen. Seit das Fantasy Genre durch die Erfolge von Tolkiens Herr der Ringe ein wenig mehr aus der kleinen Literaturnische herausgerückt ist, ist es nur richtig, jede Folgegeschichte an dem Massstab zu messen, den jener Professor der Sprache festgelegt hat. Tolkien selber hat, ausgehend von Sprachneuschöpfungen, ganze Welten, Völker und Legenden entworfen. Ausserdem ist es ein Charakteristikum der Werke Tolkiens, das den Mächtigen der Welt durch unbedeutende, unscheinbare und schwache Wesen, ein Bein gestellt wird. Bradley Rebecca folgt dieser Tradition. Tigrallef, kurz Tig genannt, ist ein Schreiber, kein Kämpfer. Stellt sich der Aufgabe nicht als ausgebildeter Soldat. Tig nimmt zwar ein paar Waffen mit, die er aber zu langsam und zu ungeschickt einsetzt. Seine wirkliche Waffe ist sein Wissen, dass er sich durch lange Nächte im Archiv erworben hat. Er beherrscht ausserdem die Sprache der Eroberer. Und die Autorin kreiert mit dem alten Gestensystem eine genrewürdige Sprache. Die Beurteilung des Werkes auf der Grundlage von Tolkiens Welt, ist die eine Seite.

Die andere Seite, die andere zu Beantwortende Frage, ergibt sich aus der Sicht der Autorin. Rebecca Bradley hat als Frau einen High Fantasy Roman geschrieben. Wieder mal ne Frau in einer Männerdomäne! Kann sie als Frau einen genrewürdigen Plot entwerfen? Diese Fragestellung muss hier an dieser Stelle darum aufs Korn genommen werden, weil an anderer Stelle dem Roman eine gewisse Spannungslosigkeit vorgeworfen wird. Die Geschichte vermisse, so die Meinung, mit fortschreitender Handlung an nötiger Dramaturgie. Das stimmt so nicht. Die Handlung um den Helden Tig enthält sehr wohl Spannung. Das stellt man daran fest, dass Rebecca Bradley den Weg Tigs konsequent bis zum Schluss beschreibt. Was allerdings fehlt, sind Schlachten und Szenen, in denen Tig sein Schwert zieht. Das hat er auch nicht mehr dabei. Das erste Mal, als er das Schert ziehen musste, fällt es aus seiner Hand. Tig hat sich, entgegen seiner heldenhaften Vorgänger, die allesamt beim Versuch die Heilige zu finden gestorben sind, gegen den Ehrenkodex entschieden. Er würde den Schwachen töten, wenn er müsste und er nimmt Hilfe vom Geheimnetz der Exilflemen an. Beides Entscheidungen, die ein Held der dem Kodex verhaftet ist, so nicht vollziehen würde. Tig hat sich für die Geheimhaltung, List und gegen offenen Krieg entschieden. Geht auf verborgenen Wegen zu den alten Stollen im Gilgard, wo man die Statue vermutet. So setzt die Autorin in Kampfhandlungen nicht auf brachiale Gewalt, sondern immer wieder auf Giftpfeile aus dem Hinterhalt.

Und Bradley Rebecca bringt entscheidend Frauen ins Spiel, die ob Gut oder Böse, eine Rolle spielen. Eine Sicht der Dinge, die man bei Tolkien vermisst. Auch bei ihm kommen Frauen vor, spielen aber eine untergeordnete Rolle. Die Autorin setzt also mit der Geschichte um die Heilige auf eine andere Art von Spannung. Sie ergibt sich vor allem aus der Entscheidung Tigs, keinen Helden zu spielen. Aus dem Weg, den er im Vertrauen auf fremde Hilfe geht. Aus der Spannung die entsteht, wenn ein Antiheld mit seinem Vorgehen das vorherrschende System ins Wanken bringt. Tig ist nicht mal mutig. Und er missachtet den Rat der Exilflemen und bringt dadurch jede Menge Spannung in die Geschichte. Die Heilige der Insel Gil, ein Buch das es schafft, den Leser in eine andere Welt zu versetzen. Ein ketzerisches Buch überdies, weil es dem ritterlichen Ideal von Ehre und Ruhm den Wasserhahn zudreht.

 

kings the stand im interpretationsmodus

Posted in buchinterpretationen on August 23rd, 2017

der name des kings

Stephen King/ der WikiKing/ The Stand c Bastei Lübbe, vollständige 8.Auflage 1995/ aus dem amerikanischen von Joachim Körber, Mitarbeit Wolfgang Neuhaus/ Illustrationen von Berni Wrightson/ Softfax S. 1198

blogunkels green power  kingstandbuch

Amerika- ein Land verliert die Kontrolle

In Europa lernt man etwas über Geschichte. In Asien lernt man etwas über fernöstliche Mystik. In den USA lernt man etwas über die unbegrenzten Möglichkeiten der freien Lebensgestaltung. In der dystopischen Züge aufweisenden  Erzählung „The Stand“, führt Steven King jede  Menge an farbigen Charakteren ins Feld. Die Überlebenden eines Super Virus werden von zwei Träumen geleitet. Keine Rolle spielt mehr, was sie bis anhin waren. Es spielt lediglich eine Rolle, wie sie mit dem Input von Gott und dem Gegenspieler umgehen.

 

Amerika vor der Jahrtausendwende. Ein Unfall mit einem Seuchenkampfstoff in einem Armeetestgelände in der Wüste Kaliforniens, löst eine Epidemie aus. Innert kurzer Zeit wird die USA entvölkert. Während sich die Regierung bedeckt hält und sich mit Fake News die Zeit vertreibt, die Ordnung im Land langsam aber sicher auseinanderbricht, versuchen noch lebende Wissenschaftler den Virus zu enträtseln. Einige wenige aus allen Teilen der Staaten überleben, haben aber keinen blassen Schimmer, wieso sie das Virus verschont hat.

Stu der geradlinige Texaner aus Arnette in Texas, der mit seinen Freunden im Cafe an der Tankstelle sass, als der Chevy mit den ersten infizierten in die Zapfsäule raste. Larry der Musiker aus New York, der nicht weiss, ob er ein wirklich netter Junge ist, an den die Mutter aber immer glaubte. Fran Goldsmith aus Ogunquit in Maine, die es erlebt, dass sie ihren Vater im Garten begraben muss. Der tumbe Tom Cullen, der weiss, das alles „Mond“ ist. Der taubstumme Nick, der das böse lediglich für ein psychologisches Symbol hält. Der Mülleimerman, Donald Merwin Elbert, der in seiner Jugend erleben musste, wie der Sheriff seinen Vater erschoss. Lloyd Henreid, der Verbrecher wider Willen, den der Dunkle persönlich aus dem Knast holt und ihn zu seiner rechten Hand macht. Und viele amerikanische Schicksale mehr, denen Steven King mit sicherer Feder einen spannenden Lebenslauf verpasst. Eine Menge an schillernden Persönlichkeiten die einen Blick mitten in die amerikanische Seele zeigen.

In den Städten türmen sich die Toten. Menschen die den Captain Trips genannten Virus überlebt haben sterben, weil sie alleine nicht zurechtkommen. Die Geschichte konzentriert sich nun um jene Überlebenden, die sich zu dem Ort aufmachen, wo eine alte schwarze Frau mitten in einem Maisfeld wohnt. Sie ist die letzte Bewahrerin einer langen Tradition von schwarzen Bauern in dem von Weissen geprägten Staat Nebraska. Nach und nach trudeln die letzten Menschen des freien amerikanischen Geschlechts bei ihr ein. Auf dem Weg hatten sie mit den zwei Träumen zu kämpfen, der eine Traum der sie zu Mutter Abagail ruft, so der Name der alten Frau, der andere Teil des Traums vor dem sie hochschrecken, dem namenlosen Grauen mit roten Augen und der aalglatten Fröhlickhkeit. Dies ist auch jener Teil des Romans, der ihn zu einem atemberaubenden Thriller macht. Das Ungewisse, das im Nirgendwo lauert.

Die alte Frau verkörpert das Gute. Sie sitzt Jesuslieder singend auf der Veranda und verkündigt den in dieser Situation nötigen Gehorsam gegenüber Gott. Jeder der Eingetroffenen hat seine eigene Weise, wie er auf die Botschaft der alten Frau reagiert. Sie haben indes keine andere Wahl. Im Westen, hinter den Rocky Mountains, sammelt der Dunkle, der sich inzwischen Randall Flagg nennt, diejenigen, die seinem Ruf folgen. Gemeinsam beugen sich die Menschen der bald sogenannten freien Zone dem Willen der alten Frau. Sie ziehen nach Boulder in Colorado, um dort den Widerstand gegen den Dunklen zu organisieren. Weitere Überlebende schliessen sich ihnen an. Dabei ist sich Abagail Freemantle bewusst, auf sie wartet noch ein letzter Auftrag. Angekommen in Boulder gründen sie ein Komitee und nennen sich Zoner. Ein Plan wird ausgearbeitet, wie man gegen den Dunklen jenseits der Rockys bestehen kann. Er besteht aus Spionen und schlussendlich einem Team, dass nach Westen geschickt wird. Dieser ist derweil daran, eine Armee aufzustellen. Widerstand gegen die freie Zone entsteht aber auch in den eigenen Reihen. Dann verschwindet auf rätselhafte Weise die alte Dame und die Bedrohung wird zunehmend drückender. Ihre letzte Weisung, euer Komitee nützt nichts, mit vertrauen auf Gott und weisser Magie werdet ihr es richten. Dann stirbt die alte Dame und die freie Zone ist auf sich allein gestellt.

Der längste, und nach vieler Meinung vielleicht auch der bedeutenste Roman von Steven King, lässt an Spannung nichts anbrennen. Er ist das vierte ins deutsche übertragene Werk des amerikanischen Erfolgsautors. Wobei 1990 die vollständige Ausgabe in Neuauflage erschien. An Kritik könnte man anbringen, der Autor hat zuviel reingepackt. Zum Beispiel auch seitenweise Schicksale, die am zweiten Tod sterben. Dem Tod, der jenen widerfährt die ein einsames Leben nicht erfolgreich führen können. Jedoch wird man von der ersten Seite an von der Schreibkunst Kings elektrisiert. Und so wird ein Liebhaber von Wälzern auch nichts dagegen haben, den Plot von dem letzten Gefecht durch Themenschwerpunkte wie das unterschiedliche Rechtssystem der verschiedenen Staaten in Bezug auf die Todesstrafe, oder eine Abhandlung über den Start in ein Musikerleben, oder einfach nur durch ein weiteres Schicksal der Supergrippe, unterbrechen zu lassen. Zudem macht der Autor seinem Ruf als Horror- und Thrillerautor alle Ehre, indem er mit dem Shining, dem Lampenschein aus der übernatürlichen Welt, das Szenario um den Supervirus zu einem durchaus möglichen Ende führt. Wenn Tolkien in Mittelerde den Sieg über den Gewaltherrscher Sauron nicht durch einen mächtigen Krieger des Menschengeschlechts herbeiführt, sondern durch einen gemässigten Halbling, so führt Steven King die Befreiung von der Bedrohung durch den Dunklen nicht durch einen verstandesmässigen Menschen ins Feld, nein, die Vernichtung seiner Pläne bringt ein geistesschwacher Pyroman ins Rollen. Ein Mensch, den der Dunkle aus seiner Kontrolle verloren hat. The Stand ist schlussendlich ein tausendseitiges Buch. May muss lesen wer die deutsche Seele verstehen will, King muss lesen wer die amerikanische Seele verstehen will.

jh

Chronik von Stahl und Feder Bd2

Posted in buchinterpretationen on Juni 28th, 2017

klauendesdrachenautoren

Tädeus M. Fivaz und Peter Segmüller/ Stahl und Feder Wiki/ Die Chronik von Stahl und Feder Band 2: Die Klauen des SeedrachenSoftfax S.439

blogunkel edelfaxe  stahl und feder klauen

Krieg und Frieden im Nordreich

Sprich Freund und tritt ein! Ein Satz, ein Rätsel, das den grossen Gandalf im ersten Buch von Tolkiens Herr der Ringe an den Rand seiner Weisheit brachte. Die Lösung war der Eintritt für den Zauberer und seine Gefährten zu den Hallen der Zwerge. Die Autoren Tädeus M. Fivaz und Peter Segmüller haben mit den Chroniken von Stahl und Feder ein fantastisches Universum eröffnet. Teil zwei, die Klauen des Seedrachens, ist Gegenstand dieser Besprechung.

Aus dem Grünsteppenreich vertrieben, bauen sich die Siedler in den Wäldern des Nordens eine neue Heimat auf. Der Norden ist Teil der Welt Opalindon. Drei Jahre sind vergangen und die Siedler haben im Wald schon einige Niederlassungen gegründet. Auf einem Erkundungsritt unter der Leitung von Evarn, dem Anführer der Siedler, greifen feindliche Soldaten den Trupp an. Evarn und seine Leute schaffen es gerade noch bis zu einer geheimnisvollen Zuflucht. Dort erhalten sie Hilfe von einem alten Geschlecht und ein freundschaftliches Bündnis entsteht. Ebenfalls wohnhaft im Waldreich des Nordens sind die Yärii, die eigentlichen Besitzer des Landes. Von den Soldaten, die zur Seefahrermacht der Yehiner gehören, werden sie in Ruhe gelassen, aber auch ausgenützt. Im folgenden werden Bündnisse geschmiedet, freundschaftliche und zweckmässige, und der Kampf um die Vorherrschaft im Waldreich des Nordens nimmt Fahrt auf.

Interessant und spannend in Wort und Satz, beschreiben die Autoren den Werdegang der Siedler in der noch fremden Welt. Von Anfang an fühlt man sich in den Bann eines einmaligen Abenteuers gezogen. Es riecht nach verzweifelter Anstrengung, Schweiss und Blut, als die Siedler das erste Mal vor den fremden Soldaten fliehen. Man fühlt die geheimnisvolle Macht des alten Geschlechts, das den Siedlern zu Hilfe eilt. Und man erkennt das strategische Denken und Handeln der Leute der Seefahrermacht. Mittendrin schliesslich, fällt es einem nicht schwer, ein Herz für die Eingesessenen zu haben. Sie müssen sich entscheiden, wem sie im Krieg helfen sollen.

So lässt sich der Roman, die Klauen des Seedrachens, welcher der zweite und abgeschlossene Teil der Chroniken von Stahl und Feder ist, als High Fantasy Geschichte mit einem grossen Anteil von mittelalterlichen Elementen beschreiben. Eine High Fantasy Geschichte zeichnet sich vor allem durch die Kreation einer völlig andern Welt aus. Da ist es möglich, dass in dieser neuen Welt Geschöpfe hausen, die man nicht gleich als Nachbar hat. Das kann von Fabelwesen bis zu Menschen mit besonderen Fähigkeiten und Wesen mit magischen Kräften reichen. Daraus leiten sich auch spirituelle und religiöse Praktiken ab. Ein weiteres Merkmal einer High Fantasy Geschichte muss eine neue Sprache sein. Wörter, Sätze und Begriffe, die man den geschaffenen Völkern in den Mund legen kann. Von allem findet man bei Tädeus M. Fivaz` und Peter Segmüllers Roman etwas. Um ein Beispiel zu nennen, die Einheimischen Yärii leben in Baumhäusern, haben Plattformen zwischen den Bäumen die man Goras nennt.

Die Geschichte könnte aber ebenso gut ein historischer Mittelalterroman sein. Denn es geht im Roman auch um Bündnisse zwischen den Völkern, befestigte Lager und Schlachttechniken. Die Realität der Geschichte in Romanform wird durch optimal genutzte digitale Möglichkeiten unterstützt. Hintergründe, Begriffe, Musik, Hörspiel, Leseproben, Autorennews und vieles mehr ist auf der Autorenhomepage abrufbar. Die Chroniken von Stahl und Feder sind mit viel Hingabe erstellt und empfehlenswert für jeden Liebhaber von High Fantasy Geschichten. Umso mehr, als es aufzeigt, dass eine Geschichte auch ohne einen klassischen Verlag im Rücken verkauft werden kann.

für das team fantaster hat starkweis geamtet

 

mabinogi erster zweig: der fürst von annwn

Posted in buchinterpretationen on März 27th, 2017

walton auf der insel der mächtigen

Evangeline Walton/ WikiWalton/ Mabinogi erster Zweig: der Fürst von Annwn in 2 Büchern; hier: 1.Buch, der Ritt in den Abgrund/c Evangeline Walton 1974/ c Hobbit Presse 1979/ aus dem amerikanischen von Jürgen Schweier/ softfax S.110

blogunkels natursurf   mabinogi streif durch zweig eins

 

Mabinogi Bd 1 erster Zweig Buch 1: der Ritt in den Abgrund

Fürst Pwyll von Dyved hat dem Land noch keine Königin geschenkt und die Männer murren. Soll er  doch endlich eine Frau nehmen. Das Mabinogi sagt, er wird in dieser Zeit auf die Jagd gerufen.  Bald reitet Pwyll mit seinen geliebten Hunden und seinem Pferd Kein Galed durch das königliche Arberth. Auf einer Lichtung stellen die Hunde einen prächtigen, weissen Hirschen. Etwas sonderbares geht von ihm aus. Auch an die Lichtung in diesem Wald kann sich Pwyll nicht erinnern. Dort begegnet er dem Fürsten von Annwn, der der Erde nächstgelegenen Anderstwelt. Arawn heisst er und er hat für Pwyll einen Auftrag. Pwyll soll für den Fürsten der Anderswelt eine Schlacht gewinnen. Er willigt ein und kämpft für den Fürsten. Bis es aber dazu kommt, muss Pwyll zuerst drei Prüfungen bestehen. Er besiegt seine Angst und zeigt dem unheimlichen Fürsten, dass er nicht zu unrecht auf ihn gesetzt hat. Er erfüllt den Auftrag und kann bald wieder nach Hause in den königlichen Palast zurückkehren. Dort herrscht Eitel Freude. Ein Jahr und ein Tag ist Pwyll weggewesen. Die Männer meinen jedoch, noch nie habe er so weise regiert, wie in diesem Jahr. Wie konnte das passieren? Was ist geschehen? Das Mabinogi sagt… ja genau, dort sollst du lesen was Pwyll genau erlebt hat!

hier folgt die kritik…