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interpretation: stephen hunt und das königreich der lüfte

Posted in buchinterpretationen on November 22nd, 2018

Stephen Hunt/ wikihunt/ Das Königreich der Lüfte, Bd 1 der Jackals Serie/ c 2009 Heyne Verlag München/ Titel der englischen Originalausgabe: the court of the air/ Deutsche Übersetzung von Kirsten Borchardt/ Umschlagillustration: Franz Vohwinkel/ Softfax S.781

 

Dampfbetriebenes Techtel Mechtel eines visionären Querdenkers

Von einem Journalisten erwartet der Leser distanzierte Berichterstattung. Von einem Dichter  tiefgründige Reime. Und von einem Geschichtenerzähler, dass er seine Werke in einem glaubwürdigen Plot zu Papier bringt. Der Leser will den Autoren in „seiner Schreibstube“ spüren, dass er Gefühle für seine Figuren entwickelt hat.- Stephen Hunt ist in einem ersten Beruf Programmierer, in einem zweiten Herausgeber; und jetzt in einem dritten ist Stephen Hunt Schriftsteller. Nach ein paar Kurzgeschichten hat sich der Autor an ein grosses Thema gewagt und präsentiert mit Königreich der Lüfte den Anfang zur „Jackals Trilogie“.

 

Die Handlung beginnt einerseits in Middlesteel. Middlesteel ist die Hauptstadt des Königreichs Jackals. Dort wohnt Molly, das Mädchen aus dem Armenhaus. Ein zweiter Erzählstrang beginnt in Hundred Locks, einer Stadt in Middlesteel. Dort wohnt Oliver bei seinem Onkel Titus Brooks. Beide machen sich so ihre Gedanken, wie denn ihre Zukunft aussehen könnte. Molly möchte nicht immer ein Weisenmädchen sein und Oli hat eigentlich keine Lust bei seinem Onkel eine Ausbildung zu absolvieren. Noch ist es ruhig in Jackals und das Leben im Königreich nimmt seinen gewohnten Gang. Der Frieden aber täuscht. Es sind Mächte am Werk, die einen Umbruch erzwingen wollen. Und plötzlich sind Molly und Oli ihrem gewohnten Leben entrissen. Beide besitzen etwas, dass für das Gelingen eines Staatsstreiches  von enormer Bedeutung ist. Molly aber entgeht erst einmal einem Kopfgeldjäger, ist aber schon mit beiden Beinen in einem Abenteuer. Oli gerät beinahe in die Hände der ansässigen Polizei und kann nur mit Hilfe eines Agenten entfliehen. Für beide aber gibt es kein Zurück mehr denn Molly verliert  bei einem Brand ihr Zuhause und Olis Onkel wird ermordet.

Das Königreich Jackals geht unsicheren Zeiten entgegen. Im Untergrund ist eine von langer Hand geplante Revolution im Gange. Schwierig ist es in diesen Zeiten Freund von Feind zu unterscheiden. Selbst die Mitglieder des Wolkenrates, berufen die Geschicke Jackals zu schützen, scheinen in sich gespalten. Hilfe auf ihrem Weg durch die Wirren der Zeit erfahren Molly und auch Oli durch Freunde vom Volk der Dampfmänner. Schliesslich läuft alles auf eine grosse Schlacht vor den Toren Middlesteels hinaus. Die jungen Protagonisten erfüllen ihren Auftrag und helfen so mit, Jackals nicht dem Chaos zu überlassen.

An dieser Stelle sollte wie in jeder Rezension die Kritik stehen. Hier steht sie auch, ich fasse mich aber kurz. Und um es vorweg zu nehmen. Der erste Teil der Jackals Serie ist ein harter Brocken. Schwer zu verdauen und streng zugänglich. Seiten, Passagen und Buch sind mit Hintergründen und Wortkreationen überreichlich gefüllt. Darum, Herr Hunt möge mir verzeihen, hier zuerst einmal der Versuch das Buch mit einem unvollständigen Glossar zu erklären:

Glossar

Man wird den Eindruck nicht los, dass Herr Hunt sein Buch konzipiert hat, wie es seinem technischen Talent entspricht. Ein Talent das ihn zum Beherrscher von wahrscheinlich jedweder Programiersprache hat werden lassen. Den Kopf voll Nullen und Einsen, das Herz voll visionärer Programmsequenzen und in den Händen der strategische Plan für ein ganzes Unternehmen. Einen ersten Eindruck in das Leben von Stephen Hunt gewähren seine Autorenhomepage und sein Onlinemagazin. Sie präsentieren sich mit einem Hintergrund vollbepackt mit Bildern. Man kann es auch mit einem Puzzle vergleichen. Auf der Homepage sind die einzelnen Teile zu einem Ganzen zusammengefügt und ergeben den Hintergrund. Der Leser jedoch, besitzt er mal eine Printausgabe von Königreich der Himmel und denkt es als Feierabendlektüre zu lesen, sieht sich mit der Aufgabe bedacht, nun die Puzzleteile selbst zu einem Bild zusammenzurücken. Jedes Teil voll von geheimer, bedeutungstiefer und versteckter Information. Man ist schlussendlich nicht vom Erzählstrang oder den Charakteren begeistert. Verwundert schaut man in ein phantastisches Universum voller   verschiedener Welten. Alles mit ungewöhnlichen Namen bedacht, die man im eigenen Leben nicht einordnen kann. Ein verrückter Narr, ein angefressener Liebhaber vom Steampunk Genre muss man sein, um sich durch das phantastische Puzzle von Stephen Hunt zu kämpfen!

für das team fantaster: pilger jack