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Archive for the 'buchinterpretationen' Category

ian morson und im namen des falken: eine besprechung

Posted in buchinterpretationen on September 18th, 2019

Ian Morson/ Morson auf Wiki/ Im Namen des Falken c 1995, Goldmann Verlag/ Originaltitel: Falconers Crusade/ Deutsch von Bruno Genzler/ softfax S.220

Logik kontra Aberglaube- eine Stadt muss sich entscheiden

Hat auch schon ein Literat die Meinung geäussert, Romane aus der Vergangenheit seien unnötig, weil nicht gegenwartsrelevant. Kann man die Aussage kundtun, zeitkritische Handlungen wären langweilig, weil spannungslos. Soll man die Haltung haben, Bestseller garantieren noch keine Qualität, weil von der Masse gelesen. –

Der Buchrücken von „Im Namen des Falken“ gibt die Marschrichtung vor. Dort steht ein Zitat der Oxford Times: -Morson ist besser als Peters-. Der Vergleich eine Kampfansage vom hohen Pferd herab. Das Buch, die erste von acht Geschichten um den Regent Master William Falconer, der es nicht lassen kann, Verbrechen aufzuklären.

Der Student der freien Künste, Thomas Symon, wird im mittelalterlichen Oxford des Jahres 1264 Zeuge eines Mordes. Eine Dienerin eines Regent Masters liegt mit offener Kehle im Dreck einer Gasse. Diese Tat belastet das ohnehin schon angespannte Verhältnis von Universität und Stadt. Es ist William Falconer, der die Tat aufklärt. Dabei setzt er in seiner aristotelischen Weise auf deduktive Logik. Er hat gelernt, vom allgemeinen auf die Details zu schliessen, die Fakten zu verknüpfen. So kann er den Täter entlarven. Das ist auch nötig, denn es werden noch weitere Morde geschehen, wenn sich Falconer nicht sputet. Ihm zur Seite steht der Student Thomas Symon, der sich wiederholt auf eigene Faust aufmacht.

Ian Morson erzählt dabei mit der Leichtigkeit eines gewandten Geschichtenerzählers. Es ist das England des 13.Jahrhunderts. König und Barone streiten um die Macht. Die Erde ist noch keine Kugel. Söhne aus dem einfachen Volk brauchen einen Gönner, um studieren zu können. Den Juden werden schlimme Taten angedichtet. Strassen und Wege sind noch nicht gepflastert. Hinter den Mauern herrscht Kälte, nur erwärmt von einem Feuer. Es ist mehr als ein Hauch, den Ian Morson in seinem Romanerstling vermitteln kann.

Und um auf die Andeutungen in der Einleitung zu antworten. Dieses Werk bietet dem aufmerksamen Leser mehr als bloss Unterhaltung mit historischem Hintergrund. Und sei es nur zu Lernen, dass mit Fakten eine Menge an Aberglauben bekämpft werden kann. Wissen ist nicht nur Macht, Wissen setzt auch frei. Damals wie heute soll damit Verleumdung und üble Nachrede entlarvt werden. Damals wie heute, stehen wir oft allein, wenn wir Behauptungen gegenüber stehen. Da brauchen wir einen Falconer, in Form von logischem Denken, der oder das, Licht in ein diffuses Dunkel zu werfen vermag.

für das team fantaster: gedankenverbrecher

krimi: besprechung r.zehnders müller voll basel

Posted in buchinterpretationen on August 6th, 2019

Raphael Zehnder/ Zehnder bei Wiki/ Müller voll Basel, c emons 2018/ Kriminalroman/ softfax S.251

Ausser Zürich – ein Polizist im Nordwesten

Ein Kriminalroman lebt von der Drohkulisse. Sie dient als Hintergrund für verbrecherische Taten. Eine heile Bergwelt lässt gesetzlose Aktionen verschwinden; in linksautonomen Kreisen findet Gewalt ein Versteck. Der Autor Raphael Zehnder reisst seinen Polizeimann in „Müller voll Basel“ aus dem gewohnten Umfeld und versetzt ihn nach Basel. Eine Stadt mit für einen Zürcher befremdlichen Schattierungen.

 

In Basel angekommen befasst sich der Polizeimann Müller-Benedict mit dem ersten Fall. Ein junger Mann aus bevorzugten Kreisen liegt erschossen in einer Industriezone. Die Spur führt über die Kantonsgrenze beider Basel. Zuständig für die Beweisaufnahme ist in dem Fall derjenige Kanton, in dem das Opfer wohnte. Dies ist Basel Stadt und somit ist es ein Fall für den neuangestellten Müller. In einer Studenten WG, bei einem Bundes-Parlamentarier und in einer noblen Altersresidenz nehmen die Fahnder die Ermittlungen auf. Dabei wollen die gefundenen Spuren nicht zu den Fakten, und die Fakten nicht so recht zum Motiv eines möglichen Täters passen. Was also hat den jungen Mann in diese Situation getrieben?

Die Kulisse für diesen Krimi besteht zum Teil aus der Spannung die entsteht, wenn ein Zürcher Basel betritt. Kein See, aber einen Fluss, und der Fussball, darüber redet man nicht, ausser positiv. Der andere Teil besteht aus der undurchsichtigen Familienkonstellation des Opfers. Gut betucht, Vater Bundespolitiker mit einem gut abgeschotteten Wohnsitz gegen bürgerliche Eindringlinge. Da braucht es eine gute Portion Müller, um an Antworten zu kommen.

Der Reportage Stil ist eine weitere Dimension, die dem Roman eine spezielle Note verpasst. Über weite Zeilen keine langen Sätze, sondern wortreich Szenen und Zusammenhänge in kurzen Worten. Die Sprache zum besseren Verständnis oft mit Symbolen unterstützt. Ein Rausch an Bildern, ein Tornado, der die Eindrücke der verschiedenen Blickwinkel kunstreich zu einem Erzählstrang kittet. Gespickt mit Zitaten, Bonmots und lateinischen Floskeln.

Das Buch ein William Gibson der Krimikunst. Die Ermittlungen reich und detailliert aus verschiedenen Blickwinkeln und Personen beschrieben jedoch arm an aktionsreichem Geplänkel. Aber noch viel wichtiger: Die Kulisse, das drohende Szenario verblasst am gewöhnlichen Motiv des Täters. Die Auflösung des Mordes einfacher als die entwickelte Geschichte suggeriert.

für das team fantaster: sir starkweis

 

buchinterpretation: mateescus könig von wiedikon

Posted in buchinterpretationen on Juli 25th, 2019

Mike Mateescu/ Mateescu bei hello zürich/ Der König von Wiedikon c emons 2018/ softfax S.255

 

Zwinglistadt und die Knute der Linksaktivisten

Der Messias Jesus gab seinen Vertrauten einmal den Auftrag, in Jerusalem einen Raum für das Abendmahl zu finden. Zur Zeit der Reformation wurden Kirchen geräumt, um wieder Raum für das Eigentliche zu haben. Fern der Religion hat sich im postindustriellen Zürich das Wesen der Freiheit weiterentwickelt. Der Schriftsteller Mike Mateescu hat das Lebensgefühl der zürcherischen Metropole in seinem Kriminalroman „Der König von Wiedikon“ eingefangen.

 

Der Eventmanager und Partykönig Hans-Ueli „Hukki“ Zünd wird in einem besetzten ehemaligen Industrieareal tot aufgefunden. Die Ermittlungen der Stadtpolizei Zürich und der Detektivin Enitta führen in die Szene von Linksaktivisten. Im Dunkeln liegen die Absichten der Autonomen und machen die Stadt zu einem Irrgarten der Emotionen. Zürichs Bürger fühlen sich nicht mehr sicher. Was genau verbirgt sich hinter der Fassade des vermeintlichen Kulturraums? Was ist eigentlich das Vermächtnis des Partykönigs Zünd? Neben all den Fragen, die die Ermittlungen stellen, muss sich Enitta die Detektivin, noch mit der dunklen Vergangenheit ihrer Schwester Janita auseinandersetzen.

Ernst Sieber war Stadtoriginal und Obdachlosenpfarrer. In seinen Botschaften verwendete er oft einen Holzrahmen, in den er den Kopf stecken konnte. Dann nahm der den Rahmen und verwandelte ihn vor den Augen der Zuhörer in ein Kreuz. Der Rahmen stehe für die Zwänge in denen so manches Leben stecke, das Kreuz für die Freiheit.

Freiheit und Autonomität für ihren Kulturraum fordern in der Geschichte von Mike Mateescu die Linkschaoten in Zürich. Unbehelligt von Gesetz und Öffentlichkeit entwickelt sich ein alternativer Kulturraum. So weit so gut. Der Zweck heiligt aber nicht die Mittel und der Autor beschreibt einiges an krimineller Energie, mit der sich die Protagonisten zu Werke machen. So endet der Kampf in illegalen Demos. Gebäude werden in Mitleidenschaft gezogen, Menschen sterben. Selbst Hukki Zünd musste vor seinem Tod tief in die Trickkiste greifen, um sein Vermächtnis umzusetzen. Das seine Absichten nicht lupenrein waren, verleiht der Erzählung zusätzlich einen Schuss Anarchie.

Um ein freiheitliches Leben zu führen, hat sich auch Enitta von ihrer Informatiker Laufbahn distanziert. Sie lebt mit einem Velokurier zusammen und widmet sich mit Hingabe den Ermittlungen rund um den Mordfall von Ueli „Hukki“ Zünd.

Zürich ist der Ort der verschiedenen Stadtteile, der Ort einer überalterten Infrastruktur. Der Platz gewachsener Industriekultur, ein Sammelbecken für vom Staat gezeichnete Lebensläufe. Der Roman in seinem Wesen ein Aufschrei über das Anderssein in einer bürgerlichen Gesellschaft. Die Geschichte erlaubt einen Blick hinter autonome Fassaden, geschrieben von einem Kenner der Stadt Zürich der Gegenwart. Nicht unbedingt ein Hort für kriminologische Raffinessen, aber eine Tiefe an Szenenkenntnis. Ein Blick hinter die Kulissen der grössten Stadt der Schweiz. Eine urbane Offenbarung.

für das team fantaster: blogunkel

Interpretation von Ph.Gurts Bündner Treibjagd

Posted in buchinterpretationen on Juli 10th, 2019

Philipp Gurt/ Gurt auf Wiki/ c Emons Verlag 2019/ Kriminalroman/ softfax S. 303

 

Tagwacht im Schweizer Berguniversum

Schon mehrere Geschichten hat  der im Bündnerland aufgewachsene Autor Philipp Gurt  veröffentlicht und liefert mit dem aktuellen Kriminalroman „Bündner Treibjagd“ eine packende Erzählung. Sie wickelt sich ab wie das Intro im Vorspann zu Star Wars und führt zu verbrecherischen Taten mitten in einem zeitlosen Berguniversum. Ausgangspunkt der Fahndung ist Chur, die Hauptperson Giulia de Medici, Ermittlerin der Kantonspolizei Graubünden.

Mitten in einer traumhaften Bergwelt, unberührt von menschlichen Absichten eröffnet Philipp Gurt eine Symphonie des Grauens. Ein Anwalt – er trägt Spuren der Gewalt am Körper –  wird in der majestätischen Hochebene Greina aufgegriffen. Im Bündner Nationalpark ist eine ehemalige Sportlerin auf der Flucht. Die beiden Opfer zeigen Gemeinsamkeiten mit  nicht aufgedeckten Verbrechen der Vergangenheit. Ein Fall für Giulia de Medici, die Ermittlerin der Kapo Graubünden, und für Sigron, den bulligen aber menschenfreundlichen Polizisten. Ein Fall für ein Polizeigespann, das bereit ist Überstunden zu machen und auch am Feierabend zu schnüffeln.

Dabei sind es drei separate verbrecherische Geschichten, die Philipp Gurt in Bündner Treibjagd rund um die genannten Opfer aufgleist. Zum einen erzählt der Autor das Einzelschicksal eines Einsiedlers im Nationalpark. Geschickt verwoben in das ganze Geschehen rund um die Ermittlungen von Giulia de Medici. Zum andern ist es die zerstörte sportliche Zukunft einer Biathletin, die zur Jagd auf verbrecherische Taten laden. Und zuletzt führen die Spuren ins Darknet. Zu menschlichen Abgründen am Rande des erträglichen.

Der Autor ist ein Eingeborener und hat es verstanden, die Weite und Abgeschiedenheit seiner Heimat mit den kriminellen Absichten seiner Akteure zu verbinden. Das Glühen der Matten, das Rauschen der Bäche, die Majestät der Gipfel- der Hintergrund um nicht lupenreine Absichten zu verbergen. Ein Universum um Spuren ins Nichts laufen zu lassen. Die Abgeschiedenheit, in die sich Menschen vor dem Gesetz flüchten.

Und so muss dann auch Giulia de Medici, um die entscheidende Erkenntnis zu gewinnen, sich immer wieder aufmachen. Die Orte des Geschehens aufsuchen. Dort unterwegs sein, wo die Täter hoffen ihr Tun verwischen zu können. Über lange Stunden zu Fuss die Wege abgehen, auf und neben den offiziellen Routen. Das ist aber alles kein Problem für eine Ermittlerin ihres Formats. Gulia kennt seit der Fallübernahme nur ein Ziel: Licht ins Dunkel zu bringen. Befreiung für die zu Unrecht beschuldigten, Haft für die eigentlichen Täter!

Gezeichnet: gedankenverbrecher

Interpretation von Sterlings Schismatrix

Posted in buchinterpretationen on Juni 27th, 2019

Bruce Sterling/ Sterling auf Wiki/ Schismatrix, c Argument Verlag 2000/ Titel der amerikanischen Originalausgabe: Schismatrix/ Deutsch von Hannes Riffel/ softfax 381

Der Mond ist nicht genug

Die Welt ist nicht genug, ist der Titel eines James Bond Films. Der Bösewicht in einer Hand ohne Gespür für Schmerzen. Das Empfinden für jegliche Gefühle könnte durch chemische Substanzen oder kybernetische Technik verändert worden sein. Das Werk eines Gestalters oder eines Mechs nach der Definition in Bruce Sterlings Werk Schismatrix aus dem Jahr 1985. Die tonangebenden Klassen in einer entarteten Gesellschaft.

Die Geschichte so spannungslos wie interessant. Interessant in ideologischen Fiktionen. Fade und langweilig was die Handlung betrifft. Zu vergleichen mit den Plots von William Gibson. Beide Meister in der Schichtung kultmässiger Szenen.-

Bruce Sterling beschreibt die Auseinandersetzung zweier Gesellschaftsklassen fern der Erde in weiter Zukunft. Die alte Scholle? Es gibt sie noch, und sie ist auch noch hie und da bewohnt. Der Zugang jedoch für die in den Weltraum enteilten ist untersagt. Im Sonnensystem verteilt lebt die Menschheit in zwei ideologischen Hauptgruppen, den Gestaltern und den Mechs. Die ersteren setzen auf Gentechnologie und Gehirnmanipulation, die letzteren auf Kybernetik und Prothesen. Alles um in ferner Zukunft ein Leben für ein paar Jahrzehnte mehr zu haben.

Die Geschichte beginnt auf einem Mondorbital. Abelard Lindsay ist ein aristokratischer Gestalter, der eine Ausbildung zum Diplomaten durchgemacht hat. Dies gilt ebenfalls für seinen Jugendfreund Constantine. Die beiden sind Subversive, solche die gegen die herrschenden Klassen rebellieren. Jedoch mit verschiedenen Absichten, wie sich bald zeigen wird. Die Freundschaft verwandelt sich bald in Feindschaft und Abelard muss fliehen. Constantine strebt ein totalitäres Regime an, während Abelard das Leben liebt.

Die Flucht führt Lindsays durch das bekannte Sonnensystem. Vom Orbital des Mondes zu einem andern. Von der Union der Mondrepubliken – mit der Heimat beraubten Piraten – zu einem Planetoiden. Es ist ein Vorposten der Gestalter, in dem zu einem Kartell zusammengefassten Planetenverbund der Mechs. Als gelernter Diplomat, und als Gestalter mit besonderen geistigen Fähigkeiten ausgerüstet, erarbeitet sich Lindsay überall besondere Stellungen. Aussenminister, Kulturbeauftragter und eben Diplomat.

Dann tauchen Fremdlinge auf, Investoren genannt, Ausserirdische. Ihr Einfluss beschert der Zivilisation im Weltraum einen Scheinfrieden, Schismatrix genannt. Ein erzwungener Friede zwischen den Klassen der Gestalter und der Mechs im Angesicht der Investoren. Als dieser bröckelt, flieht Lindsay aus seiner angestammten Position. Und immer noch ist da Constantine, der ihn beseitigen will. Lindsay hält jedoch an seinen Absichten fest. Er sucht nach einer Form des Lebens.  Er sucht nach ursprünglichem Leben. Mehrfach durch Gentechnologie verjüngt, geht es doch langsam seinem Ende als Mensch zu. Abelard Lindsay findet jedoch eine Lösung und ermöglicht einem Kreis von Vertrauten neues Leben. Lindsay selber entscheidet sich für einen anderen Weg. Ein Weg, der ihm schon das ganze Leben auf den Leib gezeichnet war.

Schismatrix ist nun nicht ganz so spannungslos, wie man nun annehmen würde. Sterling beschreibt auch Kampfszenen. Dann, wenn die Piraten im Auftrag der Mechs gegen die Gestalter vorgehen. Ansonsten bezieht die Handlung Spannung aus den gegensätzlichen Ansichten der Menschen die aufeinanderprallen. Der menschenfreundliche Lindsay, der sich gegen den faschistischen Jugendfreund durchsetzen muss. Das Ringen um die erfolgreiche Verjüngung des Lebens durch Gentechnik oder Kybernetik. Die Investoren als übermächtiger Gegenpart zur Zivilisation der Menschen im Sonnensystem. Die jeweilige Flucht Lindsays, wenn sich die politischen Umstände ändern.

So ist Schismatrix ein Roman der aus einer intellektuellen Sicht gelesen werden muss. Es ist nicht eine abenteuerschwere Erzählung, die in Tiefen und Höhen reisst. Die Zeilen laden ein, an einem Setting teilzunehmen. In die Runde von Gesprächsteilnehmern zu sitzen. Zu lauschen, zu fühlen und zu verstehen, wieso die Welt so schwierig ist. Gedankenschwere statt Handlungsakrobatik. Keine Empfehlung für eine leichte Freizeitlektüre. Nach dem Beschrieb auf dem Buchrücken ein Social Fantasy Roman. Ein Roman, dessen dicke Suppe mit emotionalen Brocken versehen ist. Jeder Happen die Begegnung mit einem geistlichen Schwergewicht. Eine Sitcom für eine Spezialeinheit. Thema der Gespräche die Lösung von komplexen Zukunftsfragen. Keine niederschwelligen Alltagssorgen. Das Ende der Geschichte hängt wieder in einem Netz von ungelösten Fragen. Die Welt, der Mond, die Technik; dies alles ist niemals genug. Es braucht ursprüngliches biologisches Leben. Für Lindsay bedeutet es den Schritt auf eine neue Ebene, die er durch die Investoren findet.

psychodoc für das team fantaster

Angelo Nero: Feuer und Finsternis Trilogie Bd.2- Der Nekromant

Posted in buchinterpretationen on Mai 28th, 2019

Angelo Nero/ Feuer und Finsternis Trilogie/ Buch eins: Sohn des Drachen, hier Buch zwei: Der Nekromant/ 1.Auflage Oktober 2018/ Cover: Selina Bachmann/ eine Angelo Nero Produktion/ Softfax S. 174

Dunkle Dichtung eines literarischen Rock`n`Rollers

Rock`n`Roll begründete der Jugend vor der Jahrtausendwende ein neues Lebensgefühl. Es war Larry Norman, ein Vorreiter der christlichen Rockmusik aus den 1980er Jahren, der sagte: „Warum sollte der Teufel all die gute Musik haben?“. Für den Liebhaber von Literatur ist ein gutes Buch Musik in den Augen. Angelo Nero, der Schweizer Fantasy Autor mit christlichem Hintergrund, bezieht Stellung und sagt: „Das Feld sollte man auf keinen Fall dem Feind überlassen!“ Mit „Sohn des Drachen“, hat  Angelo Nero eine fantastische Schweizer Sage eröffnet. Weiter geht es in der Feuer und Finsternis Trilogie mit Band zwei: „Der Nekromant.“

Rückblick: In Band eins,  „der Sohn des Drachen“, werden die Umstände und Fügungen beschrieben, die Sariel il Nero zu dem machen was er ist, der Fürst der Angelus Excubitor. Drachenbändiger und der Vorsteher einer Bruderschaft, die im Heiligen Römischen Reich finstere Mächte bekämpfen. Es ist das 15.Jahrhundert nach Christus, dunkles Mittelalter.

Sariel und Vlad – der aus der Gefangenschaft der Osmanen befreit wurde – werden an den Zürichsee gerufen. Eine Adelsfamilie fühlt sich von einem Hexenzirkel bedroht. Die beiden Helden tun ihre Pflicht und kehren dann auf den Drachenhorst zurück, den Sitz der Bruderschaft. Vlads gebaren innerhalb der Bruderschaft wird zunehmend geheimnisvoller, und seine Entscheidungen haben für die Angelus Excubitor schwerwiegende Folgen.

Besprechung: Der Clown und der Autor haben eine Sache gemeinsam. Es sind Berufe, die man nicht lernen kann, man muss sie können. Erfolg oder Misserfolg ihrer Werke ist an ihre natürliche Gabe gebunden. Eine Gabe, die sich durch Authentizität kundtut. Eine Mucke, das deutsche Wort für gute Musik ab der Dose, die vom ersten Ton an überzeugt. So liest sich Angelo Neros Band zwei der Feuer und Finsternis Trilogie: spannend, fesselnd, attraktiv.

In der Besprechung zu Band eins, der Sohn des Drachen, wurden vor allem die der Fantasie geschuldeten Elemente besprochen. Hier soll es jetzt – im Hinblick, dass Angelo Nero ein Autor mit christlichem Hintergrund ist – um die Kriterien der Entwicklung einer guten Beziehung und die vermittelten christlichen Werte gehen.

Wie schon in der Besprechung zu Band eins erwähnt, hat der Autor mächtig am Schalter gedreht, wenn es um übernatürliche Konflikte geht. Nichts lässt Angelo Nero anbrennen, wenn Menschen aus den Zwängen von finsteren Mächten befreit werden sollen. Ein düsterer, unheimlicher Volltreffer. Nebenher lesen sich die Zeilen um die wichtigsten Wesen und Charaktere des Buches, als wären sie fertige Ideen aus dem Fantasy-Regal des Literaturladens. „Eine Geschichte“, würden wir rufen. Verpass dem Drachen und Sariel eine Geschichte. Wie sie lernen einander zu vertrauen! Eine gute Beziehung definiert sich im realen Leben durch gelebte Erfahrung. Vlad und Sariel haben eine gemeinsame Geschichte. Die Flucht aus dem osmanischen Reich. Aber nicht der Drache. Er ist jung, er kann fliegen, er gehorcht Sariel, das ist alles. Eine gute Beziehung pflegt der Fürst zu Heinrich, dem Waffenmeister. Von ihm nimmt er stets einen Rat an.

Die Entwicklungen der Charaktere Sariels und Vlads sind gegensätzlich. Während Sariel stets offen kommuniziert, versteckt sich Vlad und schmiedet geheime Pläne. Es ist das höchste an christlicher Gesinnung, dass Sariel ihn gewähren lässt und an ihn glaubt. Als er ob der Motive Vlads im Dunkeln tappt, verliert er doch keine Sekunde daran, seinem Freund in der Notlage zur Seite zu springen. Und wenn es klappt, und Sariel Vlad retten kann, ist die Geschichte in Teil drei an Tiefe nicht mehr zu toppen. Angelo Nero hat dann ganze Arbeit geleistet. Er kann es in der geistlichen Welt knallen lassen und hat mit der Freundschaft von Vlad und Sariel seine Geschichte mit Tiefe zementiert.

Zum Schluss sollen die Antworten zu den drei Fragen vom Ende der Besprechung von Band eins stehen: Die Beziehung zu Vlad ist nicht gerissen aber ziemlich erschwert. Der Drache ist bei Sariel gut aufgehoben und die Angelus Excubitor stehen unter der Leitung von Sariel auf sicherem, neutralem Boden.

gedankenverbrecher

 

die halblinge bd1: pilger jacks interpretation

Posted in buchinterpretationen on Mai 23rd, 2019

Mel Odom/ Wikiodom/ Die Halblinge Band 1 c 2007 Blanvalet/ Titel der amerikanischen Originalausgabe: Rover 01. The Rover/ aus dem Englischen von Hans Link/ es fehlen: Glossar und Karte/ softfax S.606

Bei Buch, Papier und Schreibutensilien

Nicht erst seit Tolkien werden High Fantasy Leser als entrückte Träumer angesehen. Um nicht auch noch zu sagen, dass gängige literaturversierte diese Sparte als leichte Unterhaltung bezeichnen. Darum ist hier mal die Frage gestellt: Was kann ein Freund des geschriebenen Prosawortes von der schriftstellerischen Leistung eines völlig in imaginären Landen wandelnden Autors erwarten? Und dazu: Was – ausser einem vergnüglichen Leseerlebnis – bringt die Lektüre von Mel Odoms die Halblinge? Der US-Amerikanische Autor hat schon über 140 Bücher geschrieben und mit „The Rover“, der Englischen Originalversion von die Halblinge, 2002 den Alex Award gewonnen. Ein Preis, den schon Stephen King entgegennehmen durfte.

Fragen über Fragen! Ein Satz, der schon den Zauberer Gandalf aus Herrn der Ringe umtrieb, bevor er sich aufmachte, entscheidende Fakten über den Ring zu finden. Zuerst einmal sind es in der Geschichte um den Halblingsbibliothekar Edeltocht Lampenzünder aber eine Furcht vor dem was in den Schatten lauert, und eine Neugier nach unentdeckten Geheimnissen, die Edeltocht, kurz Tocht genannt, in ein Abenteuer stürzen lassen.

Ausgangsort des Geschehens ist das Gewölbe Allen Bekannten Wissens. Tocht ist dort Bibliothekar dritten Ranges. Die Sammlung, säuberlich in Regalen aufgereiht, ist ein Archiv für das gesamte Wissen der bekannten Welt. Eines Tages erhält der Halbling Tocht von seinem Vorgesetzten den Auftrag, ein Päckchen zu überbringen. So gelangt er zum Hafen. Dort erfährt er unsanft aber sicher die Gangart ausserhalb seiner gewohnten Umgebung. Tocht gerät unter Piraten. Anstatt wieder seiner Arbeit nachgehen zu können, führt ihn der Weg fortan in die legendäre Welt nach der grossen Verheerung. Die Welt, so wird es Tocht für sich festhalten müssen, ist ein unischerer Ort für Geschöpfe, Wesen und Kreaturen aller Art, die die Freiheit lieben.

Mel Odoms Wortgewandheit schlägt sich nieder in einer Geschichte, die sich wie ein sanfter Wellengang liest. Die Dünung trägt den Leser sachte von Abenteuer zu Abenteuer. High Fantasy ist unbestritten unterhaltsam. Und man muss es ja auch einräumen, vielleicht in erster Linie. Es sei aber erlaubt, diesem Genre hier ein Denkmal zu setzen. Es ist vor allem ein Vorzug, den High Fantasy Plots erfüllen müssen: Erfinderische Kreativität! Der Autor unternimmt keine Tour durch die Gegenwart, weder tätigt er zeitkritische Recherchen. Nein, er tut etwas vollkommen verrücktes. Er erfindet alles! Welt, Wesen, Religion, Kultur, Politik, Karten, Stammbäume. Alles bestens erfunden und auf Spannung bezogen. Ein Beispiel? Tocht ist ein langlebiger Halbling, der kampfunerfahren in einer ersten Begegnung widerwillen gegen – von einer bösen Absicht – verunstaltete Wesen kämpfen muss.

Ha, wird der Kenner nun spotten! Alles von Tolkien abgekupfert. Die korrekte Antwort lautet, jein, also ja und nein. Denn: Mel Odoms Geschichte des Halblings kann man in seiner Ausgestaltung als der von Tolkien ähnlich bezeichnen. Die Halblinge, bei Tolkien die Hobbits, ist also eine abgekupferte Idee. Und ähnlich wie bei Tolkien, trägt diese halbwüchsige Rasse einen Teil der Verantwortung für die Welt. Wenn auf vielen Buchrücken Tolkien als Garant für den Lesespass herhalten muss, so würde der Name, auf den sich alle beziehen wollen, hier zu Recht stehen. Also ja, die Idee ist abgekupfert. Der Plot von Odom verläuft in seiner Philosophie ähnlich wie der Herr der Ringe. Denn das Schicksal liegt in den Händen einer schwachen Spezies. Und nein, Odom schwätzt nicht nur nach, was seit Tolkien die Spatzen von den Dächern pfeifen. Die Welt, in die sein Protagonist stolpert, ist eine eigene Schöpfung kreativer Überraschungen. Und eine Frage, die man lösen kann, ist die, wie eine Gesellschaft, die von Starken regiert wird, mit den schwächeren Teilnehmern umgeht. Man höre, staune und lese, wie es dem Halbling in einer von mittelalterilicher Gesinnung beherrschten Klasse ergeht.

In der Bibel gibt es einen Vers. Sinngemäss zitiert lautet er: Nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist soll es geschehen. Hier ist mit Geist Gott gemeint und die Bibel macht die Menschheit auf einen wichtigen Aspekt aufmerksam. In guter, verständlicher Umgangssprache lautet der Vers: Menschliche Anstrengung, Muskelkraft und Denkvermögen reichen nicht immer um einen Knopf zu entwirren. Man steht vor einer unlösbaren Aufgabe. In der Sprache die Odom in der Welt nach der grossen Verheerung zeichnet, bedeutet es, dass nicht alle Feinde mit der Macht des Schwertes besiegt werden können.- Tocht ist kein Kämpfer, und als solcher unter den Piraten nicht von grossem Wert. Das wird ihm auf Deck auch immer wieder vorgehalten. Er taugt gerade als Kombüsenmaus. Als sich jedoch das Schiff mit einer aus menschlicher Kraft unbesiegbaren Bedrohung konfrontiert sieht, fasst der Halbling einen Entschluss. Er hat das Wesen – das wie ein Feuerdämon in der Takelage hängt – in einem Buch kennengelernt und kennt dessen Vergangenheit. Tocht spürt, da ist ein wunder Punkt. Seine Studien werfen Licht auf die Herkunft des bösartigen Wesens. Das wäre eine zeitgemässe Umsetzung, wenn schwelende Konflikte Kraft des Wissens, Kraft des Geistes, beigelegt werden könnten.

Die Reise des Edeltocht Lampenzünder führt so in manche Gegend. Nachdem er unfreiwillig als Pirat rekrutiert wurde, gerät er auch noch unter die Sklavenhändler. Um dann viele Seiten später – dem sicheren Tod in die Augen schauend – vom Anführer einer Diebesbande gekauft zu werden. Auf Tour mit der Bande lässt Tocht Bücher mitgehen. Sie gehören einer Gruppe von Zauberern, die sie unbedingt zurückhaben will.  Eine Söldnertruppe – dessen Anführerin von den Dieben aus einer misslichen Lage gerettet wurde – kreuzt darauf ihren Weg. Im Gebirge das sie durchwandern, treibt ein Drache sein Unwesen. Hier an dieser Stelle kann man eine Menge über Gruppendynamik lernen. Über das Funktionieren von Subgesellschaften. Warum die Mitglieder lieber in einer für die Gesellschaft anrüchigen Gruppe agieren, als sich für die Ziele irgendeines Königs oder Barons zu erwärmen.

Um es kurz und knapp zu sagen, in diesem Buch kann der Leser etwas über den Umgang mit schwächeren Mitgliedern der Gesellschaft lernen. Man kann erfahren, wie drohendes Unheil durch angewandtes Wissen abgewehrt wird. Und man stolpert über den positiven Wert von zweifelhaften Subkulturen. Die Halblinge von Mel Odom schafft es dabei wie ein wirklich gutes Musikstück zu sein. Das Werk verdient es mehrmals gehört zu werden. Und als ein High Fantasy Werk hat es die Vollzahl an Punkten verdient!

Pilger Jack

 

Bunyan John: Pilger Jacks Interpretation des Klassikers

Posted in buchinterpretationen on Mai 6th, 2019

John Bunyan/ Bunyan auf Wiki/ Die Pilgerreise, c SCM- Verlag, 4.Auflage 2014/ 1685 ins deutsche übersetzt/ diese Ausgabe: 1985 überarbeitet/ Karte/ Vorwort von Johannes Falk/ hardfax S.282

Glaube ganz praktisch: Pilgern ohne Kompromiss!

Die Pilgerreise belegt in der anglikanischen „Church Times“ den achten Platz in der Liste der erfolgreichsten christlichen Bücher. Die Angaben zum Buch lesen sich wie die eines Weltbestsellers: nach dem Erscheinungsjahr schon in deutsch übersetzt, das Buch aufgrund der 31.Auflage von 1925 überarbeitet, die vorliegende Edition ist in der vierten Auflage!

Dabei lässt der Titel wenig Raum für Träumereien, auch vermittelt er keine zeitkritische Note. Im Gegenteil. Der Buchtitel die Pilgerreise verkündet unmissverständlich: da gibt es keinen Weg zurück! Auf  emotionaler Ebene die nüchtern vorsichtig brave „ich will jetzt alles“ Version einer Rock`n`Roll Mentalität. Ist die Pilgerreise also nur ein Buch für Hartgesottene?

Die Pilgerreise von John Bunyan nimmt den Leser auf eine allegorische Reise. Christian, der Hauptakteur, verlässt die Stadt Verderben und begibt sich auf die Pilgerreise. Ziel seines Aufbruchs: die himmlische Stadt, Zion. Grund seines Aufbruchs: eine grosse Unruhe, die Christians Seele befallen hat. Auf dem Weg besteht er einige Abenteuer, kämpft gegen Selbstzweifel und begegnet so einigen zwielichtigen Gestalten. Das ist der erste Teil des Buches. Im zweiten Teil folgt ihm dann seine Frau mit den Kindern auf demselben Weg nach. Überall wo sie hinkommt, vernimmt sie die mutigen Taten, die ihr Mann vollbracht habe.

„Zoner“, nannte Stephen King in „The Stand- das letzte Gefecht“  jene Leute, die den Widerstand gegen das Gewaltregime bildeten. J.R.R. Tolkien nannte die Neun, die in „Herrn der Ringe“ den Ursprung allen Übels vernichten sollten, die Gemeinschaft des Rings. Im vorliegenden Roman nennt der Autor jene, die gegen den Strom schwimmen, Pilger. Die Pilger sind im Kontext der Geschichte die Gruppe von Menschen, die Haus und Heimat verlassen haben. Sie folgen einem himmlischen Ruf, den sie vernommen, und dem sie aus freien Stücken folgen.

Wie bei King und Tolkien, ist eine unheimliche, fremde Macht am Drücker. Sie will Menschen in ihrem freien Willen beschneiden und versklaven. Als Christian mit einem Pilgerfreund die Stadt der Nichtigkeiten betritt, werden sie von den Anwohnern bedrängt, genötigt und auch verleumdet. Der Autor lässt die geistigen Glaubensziele der Pilger auf die weltlichen Ziele der Bewohner der Stadt prallen. Die dem Materialismus anhangenden Menschen wollen es nicht erlauben, dass zwei Durchreisende nur ideelle Ziele haben. Sie laufen ihnen konträr entgegen und Christian und sein Freund landen, bevor sie wissen wie ihnen geschieht, vor dem Gericht.

Diese Stelle ist zugleich der emotionale Höhepunkt der Erzählung. Es ist jedoch auch rational nicht nachvollziebar, dass Menschen wegen ihrer Gesinnung an den Pranger gestellt werden. Weiterhin sind es über viele Seiten die Gespräche mit anderen Reisenden, die einen Blick hinter menschliche Einstellungen erlauben. Christian mit seinem kompromisslos gelebten Glauben gegenüber den vielen möglichen, immer positiv tönenden Alternativen einiger Mitgefährten. Das Buch ein lebendiges Zwiegespräch über Zweifel, Hoffnung und Gewissheit. Eine Leseempfehlung für Querdenker! Für Menschen, die Antworten auf metaphysische Fragestellungen lieben!

Pilgerjack

 

 

Mabinogi von E.Walton: Bd2, dritter Zweig, Rhiannons Lied

Posted in buchinterpretationen on April 29th, 2019

Evangeline Walton/ WikiWalton/ Mabinogi Bd 2,  hier: dritter Zweig, Rhiannons Lied, S.188/ Fortsetzung im vierten Zweig: Die Insel der Mächtigen in drei Büchern, Buch 1: Die Schweine Pryderis, S.110/ Buch 2: Llew, S.101/ Buch 3: Wie Blodeuwedd liebte, S.152/  c Evangeline Walton 1974/ c Hobbit Presse 1979/ aus dem amerikanischen von Jürgen Schweier/ softfax Band 2 S.612/ hier zum: ersten und zweiten Zweig des Mabinogi

Haut, Haar und Huf: Rieche die Sage, das Mabinogi ruft

Die vier Zweige des Mabinogi. Mythen aus einem walisisch keltischen Sagenkreis. Geschichten aus einer vorchristlichen Zeit.- Die wissenschaftliche Forschung rätselt. Bedeutet nun Mabinogi den Stoff, den ein Barde beherrschen muss; oder bedeutet Mabinogi die Taten eines jungen Kriegers. Oder ist Mabinogi einfach nur die Erfindung eines Tintenklecksers. Mab ist auf jedenfall die keltische Bezeichnung für Sohn. Und Mabinogi das Fenster zu ausserirdischen Geschichten.

Band 2/ der dritte Zweig des Mabinogi: Rhiannons Lied

Ein kurzer Rückblick auf die ersten beiden Zweige in Band eins. Im ersten Zweig wird Pwyll, der Fürst von Dyved, von Arawn nach Annwn in die Anderswelt gerufen. Er besiegt dort im Kampf Havgan, den Fürst von Anghar, der Lieblosen.

Im zweiten Teil des ersten Zweiges, entgeht Pwyll unbeschadet den listigen Intrigen seines Druiden. In einer Nacht und Nebel Aktion sichert sich der Fürst von Dyved die Liebe von Rhiannon. Sie ist Tochter eines Fürsten der Anderswelt.

Im zweiten Zweig des Mabinogis verlässt die Erzählung den Südwesten Britanniens und wechselt in den Norden. Dort wohnen die Kinder Llyrs. Llyr selber ist der Gatte Penardyms, der Königsschwester. Von ihr stammt Bran, er ist der rechtmässige, aktuelle Hochkönig. Es herrscht Friede zur Zeit Brans. Die Erreignisse überstürzen sich jedoch, als eine Gefolgschaft um den irischen König die Insel der Mächtigen betritt.

Hier setzt Rhiannons Lied an. Das Ende der Geschichte der Kinder Llyrs war ein Gemetzel , das in Irland ausgetragen wurde. Aus dieser kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den zwei benachbarten Inseln, kehren bloss sieben nach England zurück. Zwei von ihnen sind Manawyddan, der Bruder Brans, und Pryderi, der Sohn Pwylls. Bran der Hochkönig ist tot. Manawyddan wäre der Nachfolger. Während der Abwesenheit Brans hat der Sohn des ehemaligen Hochkönigs, Caswallon, den Thron geraubt. So ziehen denn Pryderi und Manawyddan nach Süden, nach Dyved, in die Heimat Pryderis.

Dort warten die Frau Pryderis und Rhiannon. Geschichten um die Abstammung Pryderis machen nun die Runde. Es bleibt nicht genug Zeit sie zu ergründen, da muss sich der junge Fürst dem Hochkönig stellen. Caswallon fordert steuern, zu hohe Steuern. Nur mit Hilfe von Manawyddan, kann sich der Fürst retten. Dann verhext ein Bann das Land. In einer Nacht sind alle Bewohner weg. Fürsten der Anderswelt, die einst von Pwyll besiegt, scheinen sich gerächt zu haben. Es ist der Mut Rhiannons und die Weisheit von Manawyddan, die Volk und Leute wieder herbeizaubern.

Zur Kritik mit staff homeranus

 

j.r.r.tolkiens fall von gondolin- interpretiert von blogunkel

Posted in buchinterpretationen on Februar 5th, 2019

J.R.R.Tolkien/ Tolkien auf Wiki/ Der Fall von Gondolin/ c Hobbit Presse 2018/ Herausgegeben von Christipher Tolkien/ Übersetzt aus dem Englischen von Helmut W.Pesch/ Illustrationen von Alan Lee/ Hintergründe zur Geschichte, Stammbäume, Karte des ersten Zeitalters/ hardfax S.350

 

J.R.R.Tolkien: Professor, Dichter, Maler, Sprachgenie!

Es bleibt dem Leser seiner Werke überlassen, welche Bezeichnug Tolkien am meisten verdient. Als Professor hatte er das Wissen, als Dichter die Begabung und als Künstler malerische Fähigkeit. Das drückt sich vom ersten bis zum letzten Buchstaben in seinen Werken aus. Tolkiens Schriften sind eine sinnliche Leseerfahrung!

Der Fall von Gondolin ist eine Geschichte des ersten Zeitalters und in gekürzter Form im Silmarillion enthalten. Darin geht es um den Elben Tuor, Sohn Huors von Dor-Lomin. Es gefällt Tuor umherzustreifen. Gerne ist er auch am Meer. Eines Tages erhält Tuor von Ulmo, Herr des Wassers, den Auftrag, die versteckte Elbenstadt Gondolin zu warnen. Melko, einer der Valar, sucht Beleriand zu knechten. Gondolin, die verborgene Stadt sollte untergehen. Tuor findet den geheimen Weg, erfüllt den Auftrag. Er begegnet der Liebe des Lebens und stellt sich als Kämpfer zur Verfügung.

Wenn viele sich schon daran gemacht haben, was denn nun die Bedeutung der Schriften Tolkiens für die heutige Zeit ist, und immer wieder betont wurde, es sei bestimmt keine allegorische Absicht dahinter, so lässt die Leseerfahrung von der Fall von Gondolin mindestens zwei Schlüsse zu.

Wenn Tolkien seinen Helden am Anfang der Geschichte frei umher streifen lässt, kommt darin die Sehnsucht zum Ausdruck, in einem Land in dem keine Gefahren lauern umherzuwandern. Und dann ist es zum andern eben die ständige Angst vor einer latenten, unheimlichen Bedrohung. Ausgehend durch eine Macht im Hintergrund, die die friedlichen Lande mit Krieg verheert. Das wird so ungefähr die Lage Tolkiens gewesen sein. Er wollte sich als junger Mann entfalten, statt dessen muss er in die Armee. Er kann sein Leben nicht planen wie er will, die Bedrohung des ersten Weltkrieges steht vor der Tür. Tolkien ist gezeichnet. Dies, und dass er als Professor der Englischen Sprache so einige Mythen und Legenden kannte,  kann als Erklärung dienen, dass er in seinen Texten so einige düstere Aussichten verbreitete.

Unterstützt wird diese Geschichte mit den Erklärungen und Ergänzungen seines Sohnes Christopher und den malerischen und bildgewaltigen Ideen von Alan Lee. Jede Visualisierung stark wie ein Wandgemälde. Zusammen mit die „Kinder Hurins“ und „Beren und Luthien“, sind somit laut Christopher Tolkien, die bedeutensten Geschichten des ersten Zeitalters als Einzelband aufbereitet worden. In einer Aufmachung, in der sie in jeder Sammlung herausstechen.

dies war eine besprechung von blogunkel