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die angelo nero bio, der teufel war mein freund

Posted in buchinterpretationen on November 1st, 2022

Angelo Nero/ Angelo Nero bei lovelybooks/ Der Teufel war mein Freund, Nero-Chroniken bei Amazon, c 2017, hardfax S.150

Into the light

 

Eine Betrachtung des Buches, «Der Teufel war mein Freund»

Einleitung Gott zu erklären war nie der Antritt, des Team Fantaster. Trotzdem gibt es in der Erfahrungswelt einer Schriftrollen vernarrten Gruppe Aspekte, die das Transzentente nicht ganz auszuschliessen vermögen. Ist das «shining», wie es King immer wieder nannte, das Leuchten aus der jenseitigen Welt, ist es nur dazu da, um ein paar besonders empfindliche Menschen verrückt zu machen? Was ist das für eine Kraft, wie setzt sie sich zusammen, was ist die Basis jedweden Getümmels in der Unsichtbaren Welt. Der Herr King hat es in seine Worte gefasst, viele weitere Autoren in ihre eigenen; die biographische Geschichte «Der Satan war mein Freund», vom Schweizer Fantasie Autor Angelo Nero gibt einen weiteren Einblick in eine weitesgehend unbekannte Welt. Mit einem besonderen Focus auf den Zusammenhang von Finsternis und Licht.

 

Besprechung Einführung Spezielle Wege nehmen die Bücher, bevor sie in den persönlichen Besitz des Team Fantaster gelangen. Damit sei aber gleich vorweggenommen. Eine Zentralbibliothek, im Sinne von Kommunalgut, existiert nicht. Jeder Member des Teams hat seine eigene Auswahl in einer eigenen Sammlung. Es ist aber keine Frage. Die Mitglieder des Teams Fantasters stellen bei Bedarf ihre Bücher den anderen zur Verfügung. Zwei Mitglieder und ihre Vorlieben werden jetzt mal vorgestellt.

 

Magic Streifer hat oder hatte eine Vorliebe für Reiseliteratur. Das hatte bezieht sich leider auf seine momentane Lebensweise. Seine langen Touren verunmöglichen eine Erweiterung seiner Auswahl. Er ist ständig unterwegs, und somit hat er keine Zeit, die grossen Hallen der Reiseführer zu besuchen. Dafür kommen mehr Inputs über den wirklichen Zustand der Länder, die er bereist.

 

Gedankenverbrecher aus Langdallion lässt sich nicht einordnen. Immer wieder überrascht er mit Aussagen aus Büchern, die in seiner Welt Klassiker sind, bei uns aber keine Bedeutung haben. Wie zum Beispiel die Aussagen über die Wurmloch Theorie. Entnommen einem Buch, das Reisen in die Vergangenheit dokumentiert. Langdallion selbst ist eine uns unbekannte Welt. Gedankenverbrecher hat stets geschwiegen, wenn es um seinen Weg der Anreise zu den Sitins ging. Somit ist der Hinweis zu dem Buch eine erste Erklärung seinerseits, wie er es zustande bringt, die Welt zu wechseln. Und in seiner Auslage stapeln sich somit Theorien, wie denn nun am bequemsten eine Zeitreise zu tätigen ist.

 

Die biographische Erzählung «Der Teufel war mein Freund», kam in die Gänge und Hallen, da Jhomster, alias Sir Starkweis, sprich Storkwiis, seine Wege geht. In diesem Zusammenhang spricht das Team Fantaster von einem Waisenbuch. Es lag eines Tages vor den Füssen von Starkweis, der es ergriff, wendete und nicht mehr losliess. Als erste Bestimmung kam es in seine unermessliche Sammlung und zierte einige Zeit das Regal, bis es die Aufmerksamkeit seines Besitzers wieder auf sich zog.

Die Augen blieben auf dem Buchdeckel kleben. Ein göttliches Licht haftete darauf und erweckte die Seiten zum Leben. Und es schien Starkweis, als müsse er dem jetzt endlich auf den Grund gehen.

 

Handlung Es ist die Geschichte des Schweizer Fantasie Autors Angelo Nero, von der Geburt bis zum jungen Erwachsenen. Das Heranwachsen im Dschungel von christlicher Familie, Schule und Clique. Die Erfahrungen eines Kindes mit Mobbing und eine erste Gestaltung des Lebens aus eigener Kraft. Die Entscheidung sich zu wehren, mit Hilfe der dunklen Seite. Das Ende in schlimmen Depressionen und Ketten. Und wie er sich davon wieder lösen konnte.

 

Besprechung Teil zwei Man kennt im atheistischen, wissenschaftlich geprägten Westen eine bissige Bemerkung. Hat ein Streit keine unmittelbare Erklärung, wird die spöttische Rede herbeigezogen: -der Heilige Geist wars-. Damit werden gleich zwei Aussagen zementiert.

Die erste: Da der Heilige Geist ja nur etwas wie Luft ist, also auch nicht existiert, muss der Schuldige zu finden sein.

Die zweite: Der Heilige Geist ist wie Luft, wir glauben aber sowieso nicht an ihn, er diente nur dazu, dem Zorn Luft zu machen, es gibt nur das, was wir sehen.

 

Es gibt in der Bibel die Belehrung über den Schutz der Gedanken. Es heisst da, pass auf, was du in Gedanken trägst. Denn die Gedanken werden Worte, die Worte werden Taten, dann gewöhnt man sich daran und sie bestimmen den Charakter.

So wird Angelo Nero in seinem jungen Leben mit der Unverrückbarkeit des schweizerischen Erziehungsapparates konfrontiert. Man liest zwischen den Zeilen, dass ihm das System Schule überhaupt nicht gerecht wird. Von offizieller Seite wird versucht, ihn in eine Schublade zu pressen. Kommt dazu, dass er es nicht verleugnet, in einem christlichen Elternhaus aufzuwachsen. Was ihm die hartnäckige Feindschaft einiger Gleichaltriger einbringt, hin, bis beinahe zum Tod.

 

Zuviel, sagt er sich, nimmt das Heft in die Hand. Heisst, Angelo Nero bedient sich dort, wo ihm Kraft verheissen ist, bei der dunklen Seite, bei finsteren Mächten, bei Dämonen, bei Lucifer selbst. Er bekommt, was er sich wünscht; bezahlt aber einen hohen Preis. Bis er in seinem noch jungen Leben nochmal vor eine Entscheidung gestellt wird.

So ist die biographische Erzählung über das junge Leben des Autors Angelo Nero ein Kracher zwischen Finsternis und Licht. Ein «step into the dark», und wie er auf diesem Weg göttlichem Licht begegnete: Jesus Christus, dem Besieger aller finsteren Brut. Eine paulinische Erfahrung, gemacht von einem heutigen Erdenbürger.

 

Fazit: Nimm und Lies heisst so ein frommes Traktätchen. Es ist in christlichen Kreisen im Umlauf. Kurze geistliche Texte, geschrieben um Menschen von Gott zu überzeugen. Es geht aber um viel mehr. Es geht nicht nur um Bekehrung; darum auch, ja, denn daraus entspringt neues Leben. Hier kann der Leser von den Erfahrungen mit den Engeln des Jenseits lesen. Den Engeln Gottes, den bösen Satans. Dieses Buch aufschlagen heisst: Der Leser bekommt einen Tatsachenbericht des «shinings» geliefert, das Herrn King mit so ungemein viel Spannung erzählen kann. Der Teufel war mein Freund ist keine Auslegung der Heiligen Schrift, aber ein Erlebnisbericht. Eine Empfehlung für den ersten Step into the light.

storkwiis, für das Team Fantaster

 

metro, die trilogie, von glukhovsky, besprochen auf seitentrotter

Posted in buchinterpretationen on August 19th, 2022

Glukhovsky Dmitry/ Glukhovsky auf Wiki/ Metro die Trilogie, c 2019 Heyne Verlag/ Russische Originaltitel: Metpo 2033, Metpo 2034, Metpo 2034/ aus dem Russischen von David Drevs/ mit Karte der Moskauer Metro/ Nachwort und Worterklärungen/ ganzes hardfax S.1613

Russisch für Anfänger

 

Hinweis: Glukhovskys Haltung zum Ukrainekrieg https://bit.ly/3QxhqC5

 

Einleitung Unendliche Weite kann beengen; räumliche Nähe kann befreien; Tunnels, ob in einem Freizeitpark oder als städtische Infrastruktur haben vor allem ein Ziel: Sie befördern den Gast vom Anfang bis ans Ende. Das Buch Metro von Dmitry Glukhovsky führt aber zur Endstation Moskauer Untergrund. Zumindest für zermürbende1600 Seiten. Pass also auf, wenn du deine… Station verlässt!

 

Handlung Teil eins, Metro 2033

 

Es ist die Welt nach einem atomaren Vernichtungsschlag; Artjom lebt an der Moskauer U-Bahn Station WDNCh. Die einzigen Überlebenden waren einige Tausend; jene, die zur Zeit gerade in der U-Bahn unterwegs waren. Keine zentrale Regierung, keine Hoffnung auf baldige Rückkehr nach oben; die Menschen scharen sich an den U-Bahn Stationen zu autonomen Gesinnungs-Gemeinschaften.

 

Eines Tages unternimmt Artjom mit zweien seiner Freunde eine gewagte Tour. Aus reiner Neugier planen sie an die Oberfläche zu gehen, ohne Schutzanzug, ohne Plan und vor allem: ohne Wissen der verantwortlichen Wachleute seiner Station. Das verhängnisvolle passiert. An der Oberfläche, nahe des Zugangs zur Metro, werden sie von einer Meute Hunde gestellt. Es gelingt seinen zwei Freunden die Flucht. Artjom findet sich jedoch in einer auswegslosen Lage, keine Flucht möglich. Verlassen von den Freunden. Als jede Hoffnung erloschen scheint, taucht ein mysteriöses Wesen auf. Die Hunde fliehen und Artjom sieht sich glücklich befreit. Kehrt zurück. Allerdings: das hermetische Tor, der Zugang zu ihrem Teil der Metro, die Jungs können es nicht mehr schliessen.

 

Dies ist der Anfang eines langen und erbitterten Kampfes gegen die verstrahlten Wesen von oben. Artjom fühlt sich in der Folge beauftragt, auf eine lange Mission durch das weitverzweigte Netz der Metro zu gehen. Immer auf der Suche nach Hilfe für die auswegslose Situation an seiner Station.

Auf dem Weg lernt er so einige Gesellen kennen, hört viele alte Geschichten und muss sich mit verschiedenen Ideologien auseinandersetzen, entspringt so einigen Mordversuchen, widersteht der einlullenden Tunnelangst. Endlich gerät er in Besitz eines Planes. Mit der Hilfe des Offiziers Melnik arbeiten sie fortan an einem gewagten Rettungsversuch gegen die Wesen von oben.

Artjom fällt schliesslich seine eigene Entscheidung, denn er hat noch etwas entdeckt, das die ganze Lagebeurteilung kehren würde. Er wird aber zunächst auf einen weiteren Weg geführt.

 

Rückblick Band eins: Metro 2033 erzählt die Geschichte Artjoms. Es ist die Geschichte eines Knaben von der Station WDNCh. Ein schlechtes Gewissen ist der Motor für die Erfüllung eines Auftrages, der ihn durch die Metro führt. Denn: die Welt von einst liegt nach einem Atomkrieg in Trümmern, ein Leben an der Oberfläche wird durch die Strahlung verunmöglicht. Als Artjom von einem geheimnisvollen Jäger eine Botschaft erhält, macht er sich auf den Weg.

 

Handlung Band 2: Metro 2034

 

Metro 2034 beginnt an einem anderen Ort in der weitverzweigten Metro. Die Sewastopolskaja wartet sehnsüchtig auf die Rückkehr eines Versorgungstrupps. Er ist verspätet und der Funkverkehr funktioniert nicht so wie er sollte. Hier an dieser Station lebt auch der Jäger, von dem Artjom einst den geheimnisvollen Auftrag erhalten hatte. Zusammen mit einem Geschichtenschreiber macht er sich auf den Weg, das Problem zu lösen. Bald blicken sie hinter eine schreckliche Wahrheit der Station, die weiter nördlich an ihrer Linie liegt. Die Tulskaja ist unpassierbar, sie ist blockiert, denn eine Seuche ist ausgebrochen und der Versorgungskonvoi ist steckengeblieben.

 

Über Umwege findet der Jäger schliesslich Hilfe bei der Polis. Das lange Leben als Kämpfer für die Menschen hat den Jäger jedoch verändert. An Ort und Stelle könnte er das Problem lösen, es beseitigen, sieht sich aber einer einsamen Entscheidung gegenüber.

Sein Begleiter, ein alter russischer Atheist, war Streckenwärter und Zugsführer in der Metro von Moskau. Er kennt sich so ziemlich aus. Er möchte etwas für die Nachwelt erschaffen und entschliesst sich, ein Buch zu schreiben. Die Handlung liefert ihm die Mission mit dem Jäger.

 

Mit dabei ist auch ein Mädchen, das gerade seinen Vater an der Strahlenkrankheit verloren hat. Ebenso ein Musiker. Der Jäger und der Atheist greifen die beiden auf dem Weg auf. Beide haben in der Folge eine für die Geschichte wichtige Aufgabe. Denn die Lösung für das Problem an der Tulskaja liegt näher, als die Protagonisten ahnen. Der Jäger plädiert auf Vernichtung, das Mädchen setzt auf das Prinzip Hoffnung, und der Musiker? In seinem Wissen liegt der Schlüssel für das Problem. Es hängt jedoch ein dunkler Schatten auf seinem Leben.

Und was alle nicht wissen. An besagter Tulskaja lebt ein noch junger Mann. Dort lebt auch Artjom, der versuchte Kontakt aufzunehmen.

 

Band eins erzählt die Geschichte des Knaben Artjom, und wie er sich aufmacht, das drohende Unheil von der Metro, in der sie jetzt nach einem Atomkrieg leben, abzuwenden.

 

Band 2 richtet den Strahl auf das Leben eines jungen Mädchens, und auf einen Journalisten, wenn man so will. Die Möglichkeiten das Leben zu entwickeln sind begrenzt. Während das Mädchen das menschliche in ihren Gefährten sucht, schaut Homer, der Journalist, wie er das Leben in der Metro anhand einer Geschichte für die Nachwelt dokumentieren kann. Eine in einer Station ausgebrochene Seuche bedroht die ganze Metro; das Mädchen und der Journalist werden vom Strudel der Erreignisse fortgerissen.

 

Band 3: Metro 2035

 

Band 3 setzt mit der Erzählung wieder bei Artjom an. Er hat geheiratet und lebt wieder an seiner alten Station, der WDNCh. Es lässt ihn jedoch der Traum von einem normalen Leben an der Oberfläche nicht los. Ausgestattet mit einer Funkausrüstung geht er immer wieder nach oben, um Signale von anderen Städten zu empfangen. Das handelt ihm die Missgunst seiner Frau und seiner Umgebung ein. Dann taucht Homer bei Artjom auf und erzählt von einem Funker an einer anderen Station. Artjom macht sich erneut auf den Weg, um der Sache auf den Grund zu gehen.

 

Der Zustand der Menschen in der Metro beschäftigt ihn. Es ist ein Leben, das ständig an Wert verliert. Darum will er nach oben. Er glaubt an das Leben an der Oberfläche. In seinen Nachforschungen stösst er auf so manche Widerstände. Der Orden, dem er einst angehörte, und der zum Schutz der Menschen da wäre, ist gegen ihn, beschreitet geheimnisvolle Wege, unterstützt ihn nicht. Wiederholt gerät er in Gefangenschaft. Mitten im Parteiensumpf der Stationen entdeckt Artjom tiefere Wahrheiten. Ist der Krieg da draussen, der alles verursacht hat, wirklich vorbei? Und ist da nicht doch noch irgendeine russische Geheimregierung an der Macht? Die Menschen, Sascha, Homer, die Kameraden des Ordens; er versucht sie zu überzeugen und muss am Ende eine bittere Erfahrung machen. Artjom muss schlussendlich einsehen, er kann die Probleme der verbliebenen Bevölkerung nicht lösen. Was nicht heisst, dass er sie für sich nicht lösen kann, was er tut, und sich von der Metro verabschiedet.

 

Besprechung Das Buch Metro, die Gesamtausgabe, hat über tausend Seiten. Und ich geb es gerne zu, das Buch hat mein Interesse gerade wegen diesem enormen Umfang geweckt; und wegen des schwarzen Covers mit Schutzmaske.

Blogunkel, das Team Seitentrotter, sie lieben fette Schunken, dicke Bücher, seitenstarke Plots. Man hat halt eben, wie es das Besprechungsteam einhellig feststellt, ein richtiges Buch in den Händen. Was ja aber nicht heissen soll, alle anderen Bücher, die mit etwa 200 bis 300 Seiten, wären keine richtigen Bücher. Nein. Nur die Groschenhefte sind da ausgenommen. Es ist ausserdem äusserst beschwerlich über eine längere Lesezeit so ein fettes Buch zu halten. Die beste Lesehaltung ist mit Sofa oder Lesestuhl und Schemel für die Füsse. Der Leser hält bequem mit der linken Hand das Buch, während sie auf dem Körper aufliegt, und kann mit der rechten Seite um Seite umschlagen.

 

Die ersten Seiten von Glukhovskys Geschichte führen den Leser an den Wachposten der Metrostation WDNCh. Ein Atomkrieg hat die gesamte Erde unbewohnbar gemacht. In Moskau drängen sich die Überlebenden in den Stationen der Metro. Dort ist auch Artjom, ein Waisenknabe. Er lebt bei Onkel Suchoj und reiht sich in der Wachmannschaft ein. Er hört allerlei Geschichten. Geschichten, wie es einst war, Geschichten von Ungeheuern, Geschichten geprägt von etwas, das man nur Stollenkoller nennen kann. Die Bedrohung für die Geretteten kommt nicht nur von aussen, sie kommt auch von innen. In den finsteren Tunneln und spärlich beleuchteten Stationen kämpfen die Menschen gegen Stimmen, Gase und Aberglauben. Was in einem Leben an der Oberfläche schon die Kraft hat, Menschen zu betrügen, bekommt in der Dunkelheit die Realtiät eines brutalen Monsters.

 

Der Leser bekommt in dieser Geschichte ein klares Bild der russischen Gesellschaft. Es existieren mehrere ideologische Gruppen:

die Kommunisten und die Faschisten; es existiert ein Bund namens Hanse; ein Handelsbund. Es gibt sektiererische Aussenstationen wie die Gemeinschaft des grossen Wurms, oder die Zeugen Jehovas. Dann gibt es die Polis und darin integriert den Orden. Mysteriöse Kommunen, Gemeinschaften und Verbindungen. Seuchen- Strahlen und Mutationsgefahr. Alles schön verteilt über das ganze Netz. Und alles schön verbunden mit einem Schuss russischem Nationalismus.

 

Ein Leben frei von einer Bindung an eine Organisation ist utopisch. Artjom, als er diesen Bock schiesst, und ihn das Gewissen auf den langen Weg durch die Metro jagt, ist fortan den immanenten Systemen ausgeliefert. Leben in der russischen Gesellschaft, ohne mit dem System verkabelt zu sein, ein lebensgefährlicher Grat. Um zu überleben, muss darum auch Artjom mehrmals die Schusswaffe betätigen, seine Gefährten tauschen und eine Menge Glück in Anspruch nehmen.

 

In diesem von Menschen angerichteten Schlammassel erlebt der Leser einen Hauch von russischer Seele:

Artjom, das politische Freiwild, immer im Gegenwind zur herrschenden Klasse.

Homer, den alten Russen, ein Atheist und Freidenker, darauf bedacht, in der jetzigen Misere das menschenwürdige in einer Schrift festzuhalten.

Sascha, das Mädchen von der verseuchten Station, die Verkörperung eines russischen Herzens, der Herzschlag des russischen Way of Lifes schlechthin; indem sie an das menschliche in einem Kämpfer appeliert. Für den Frieden und die Wahrheit plädiert, als Lösungen für festgefahrene Verhältnisse anstehen.

Der Orden, so eine Art russische Geheimpolizei. Und seine geheimpolitischen Handlungen zum angeblichen Schutze der Menschen.

Die geheimen Beobachter, die existieren, das Volk aber nie weiss, ob sie der Realität entsprechen. Und nur einige wenige werden jemals der Wahrheit auf die Spur kommen.

Alles in allem: Russisch für Anfänger.

 

Fazit Frei nach Tolkien: überlege dir gut, welchen Weg du einschlägst, denn du musst ihm die ganzen Windungen folgen. Keine Chance für eine Abkürzungen. Aber für einen Vielleser mit Hang zu epischen Stories, kein Problem. Hier bekommt der Lesehamster jede Menge dystopische Seiten zu futtern. Mampf. Ein Liebhaber Buch, gut zu lesen ohne darüber nachzudenken, weil gute Unterhaltung; aber auch gut zu lesen, um jede Menge an Verbindungen zur russischen Gesellschaft herzustellen. May erklärt die Deutsche, King die Amerikanische, und Glukhovsky die Russenseele.

 

gedankenverbrecer für team seitentrotter

bretonische geheimnisse, kommissar dupins siebter fall von j.l.bannalec

Posted in buchinterpretationen on Juni 17th, 2022

Bannalec Jean-Luc/ Bannalec auf wiki/ Bretonische Gemheimisse, Dupins siebter Fall, c 2018 Kiwi Verlag, Karten, softfax S.394

Dupin ermittelt

Faktenläufer im Zauberwald

Einleitung Die Verfilmungen, Top, ein Hit. Die Landschaft, die Mimen, die Erzählung; bestens geeignet für eine kriminologische Geschichte. Alles greift ineinander, ist irgendwie wild, passt aber zusammen. Die Charaktere, die meerumtoste Bretagne. So musste also auch mal eine Geschichte aus Bannalecs Welt in Printform die Welt von seitentrotter besegeln. Kommissar Dupins siebter Fall: Bretonische Geheimnisse vom Kiwi Verlag aus dem Jahr 2018.

 

Handlung Kommisar Dupin und sein Ermittlungsteam holen einen Betriebsausflug nach. Sie besuchen einen sagenumwobenen Wald. Den Foret de Paimpont. Hier befinden sich bedeutende Ausgrabungsstätten für die Artusforschung. Ein Team von Wissenschaftlern tagt gerade und Dupin soll einen von ihnen befragen. Denn er tut einem ehemaligen Pariser Kollegen einen Gefallen. Dupin kann jedoch nur noch den Tod feststellen. Was eine kurze Sache hätte werden sollen, weitet sich zu einem handfesten Skandal.

Der Ausflug ist gestrichen, die Ermittlungen starten. Mit der Befragung der übrigen Wissenschaftler. Fragen über Fragen, unbewantwortet. Die Herren Studierten genau so geheimnisvoll wie der Wald. In Dupins Kopf laufen die Fakten durcheinander. Sein Denken scheint verzaubert. Hat der Wald ein Geheimnis?

 

Besprechung Zugegeben. Die Filme, eine Wucht. Ein Goldsternchen zeitgenössischer Krimiverfilmung. Das Buch darum in die Hand zu nehmen, selbstredend, wenn der Film dermassen überzeugt. Die rollenden Bilder konnten die Gedanken verzaubern. Es ist gesagt, zuerst der Film, dann das Buch; um keine Enttäuschung zu erleben. Es ist ein Fakt. Die durch die Beschreibung entstandenen Bilder im Kopf des Lesers können von einem Regisseur nur bedingt bespielt werden. Teilweise, nicht vollkommen. So mag ein Film nach dem Lesen des Buches enttäuschen. Und umgekehrt?

Kann eine Beschreibung den entstandenen Eindruck durch rollende Bilder wiedergeben? Dupin hat auf jedenfall das Gesicht des Schauspielers. Ebenso die witzigen Ermittler in Dupins Team, Kadeg, Riwal und Nolwenn. Eine charakterlich gut getroffene Übereinstimmung.

Die Bretagne als pittoreske Landschaft, wie es Bannalec formuliert? Wie sieht es da aus? Schwierig sprachlich die gewaltige Schönheit zu bannen. Das Schloss am See, der Wald, die Einheimischen. Danke an Polizeiermittler Riwal, der Dupin so manches über die sagenumwobene Gegend erzählt.

Die Handlung? Gespräche, Gespräche, und… nochmals Gespräche. Befragung, Befragung, und… nochmals Befragung. Ein Loch in die vielschichtige Verschwiegenheit der Wissenschaftler bohren. Die einen werden es lieben, die andern hassen. Kein Buch für Romantiker. Geheimnisvolle verdächtige und mysteriöse Geschichten. Der Stil der Geschichte hat seitentrotter nicht vollends überzeugt.

Eine brodelnder Sumpf für den gewohnten Faktenläufer Dupin. Die Recherche zum Tod des Wissenschaftlers scheint im sagenumwobenen Zauberwald zu verlaufen. Dupin schwirren die Gedanken. Aber er hat ja noch sein Team und die ansässige Polizei. Zum Schluss ist es ein Gutteil gefühlssache, den Täter zu stellen.

 

Fazit Viele interessante Fakten über den Wald, da schon Artus wandelte. Einen mächtigen Eindruck über den erlauchten Kreis der Wissenschaftler. Gute Gespräche, witzige Ermittlungsdetails, wie Dupins Weise die Fakten zu notieren. Man lese und staune. Aber kein Schwelgekrimi, wenn man so sagen will. Er rüttelt auf, fordert Konzentration. Nicht zum träumen, aber zu laufen, Faktenlaufen.

jh

die schwarze armee von s.garcia-clairac, band eins, das reich der träume

Posted in buchinterpretationen on Juni 7th, 2022

 

Santiago Garcia-Clairac/ Clairac bei Wiki/ Die schwarze Armee, Band eins , Das Reich der Träume c 2008 Baumhaus Verlag, spanische Ausgabe mit dem Titel: El Ejército Negro – El Reino de los Suenos/ Aus dem Spanischen von Hans-Joachim Hartstein/ hardfax S.736

Einleitung Schon lange zierte die Schwarze Armee meine Sammlung. Immer wieder hatte ich es aus dem Regal gezogen, um es dann wieder zu versorgen. Nun hat es den nächsten Versuch überlebt. Ich habe es nicht zugunsten eines anderen Autors zurückgestellt. So wanderte die Geschichte von Santiago Garcia-Clairac endlich in meine Hände: die schwarze Armee, Band eins der Trilogie, das Reich der Träume, aus dem Jahr 2008.

 

Handlung Arturo Adragon ist der Sohn eines Stiftungsleiters in Ferenix, Spanien. Gleichzeitig ist er in seinen Träumen der Anführer einer mittelalterlichen Armee, der Schwarzen Armee. In der realen Welt kann er mithelfen, die Stiftung vor der Habgier anderer zu retten. Denn die Stiftung ist nicht irgendeine Stiftung, und Arturo ist nicht irgendein Sohn. Die Stiftung besitzt Bücher und Schätze aus dem Mittelalter, die manche Begehrlichkeiten wecken; Arturo hat seit seiner Kindheit ein A in Form eines Drachenkopfes mit Füssen auf dem Gesicht. Zudem Buchstaben auf dem ganzen Oberkörper. Im Mittealter ist er Teil der Friedensarmee einer Königin. Zusammen mit einem Alchemisten verteidigt er das Land gegen einen dämonischen Hexer.

In der Gegenwart lässt er selbst nicht locker, um hinter das Geheimnis seiner Träume, das irgendwie mit dem A auf dem Gesicht in Verbindung steht, zu kommen. Es helfen ihm dabei ein randständiger Historiker, seine Schulfreundin und ein Mitschüler. Immer wieder erlebt er in beiden Welten die Kraft der Buchstaben auf seinem Körper. Sie helfen ihm aus so mancher Not.

 

Besprechung Das Buch ist in seiner Aufmachung ein Hingucker. Die Bücher, denn es sind drei Bände, von denen zwei davon so lange in meinem Regal standen, machen sich gut auf jedem Regal. Schliesslich nahm ich es endlich zum lesen in meine Hände.

Die Gründe waren: es ist ein tolles Hardfax, hat einen tollen Buchdeckel und Rücken, und der Autor kommt aus Spanien. Das war der Hauptbeweggrund: Spanien. Endlich mal einen nicht deutsch- oder englischsprachigen Fantasieautoren lesen.

Jetzt nach mehr als achthundert getrotteten Seiten weiss ich: Ich hätte tiefer forschen sollen. Denn Herr Garcia-Clairac ist ein Jugendbuchautor. Nicht, dass im team seitentrotter keine Jugendbücher besprochen werden. Karl May wurde ja auch so gehandelt. Nein. Der Unterschied ist, May hat für die Erwachsenenwelt geschrieben, und er wurde im Handel in die Nische der Jugend eingeordnet.

Clairac schrieb für die Jugend, Clairac wurde und wird dort eingeordnet. Er ist ein Jugendbuchautor, so für die Altersgruppe zehn Jahre. Das bemerkt man besonders an der verwendeten Sprache, am Schreibstil. Clairac bedient sich kaum der metaphorischen Sprache. Wenn er Bilder verwendet, sind sie einfach und meist in einem Satz abgetan. Schade. Denn Kinder sollen doch auch in der verschiedenen Verwendung von Sprache lernen.

Weiterhin benützt der Autor keine tiefsinnige Erzählweise, es gibt keinen Doppelsinn hinter den Worten. Im Gegenteil. Die Erzählweise bewegt sich ohne abzuweichen von A nach B. Sie ist wie ein Bogenschuss. Der Pfeil wird abgefeuert, trifft, und fertig. Keine Betrachtungsweise, wie er abgefeuert wurde. Ohne auszuschmücken, folgt Clairac einem einfachen kausalen Schema. Eine Handlung zieht die nächste nach sich, und so weiter, und das achthundert Seiten lang. Eine einfach gestrickte Erzählung ohne Firlefanz. Und es ist ja auch nicht falsch, so zu schreiben. Auch nicht, als Erwachsener mal ein Buch in einfacher Sprache zu lesen.

Dazu passt, dass der Held, wenn der das Schwert zieht, einfach so, ohne zu erklären der bessere Schwertkämpfer als irgendein alter Ritter ist. Dazu passt auch das Verständnis von Magie. Ein König wird von der Tochter eines Hexenmeisters eben kurz mal in ein Tier verwandelt. Keine Erklärung kriegt der Leser serviert, wie denn der Protagonist die Zeiten wechselt. Er träumt, und damit Punkt.

 

Die starke Seite des Fantasieromans ist die Idee von der Macht der Buchstaben. Geschrieben mit magischer Tinte auf die Waffen der Soldaten, verleihen sie den Trägern Kraft gegen den finsteren Hexer und seine Brut anzutreten. Und wie gesagt, es ist ein schönes, edles Buch, dass ein Freund und eine Freundin der bedruckten Seiten gern in die Hand nimmt. Es gibt was her, einfach gesagt. Und so hab ich es halt fertig gelesen.

 

Fazit Das Fantasie Buch von Santiago Garcia-Clairac hat dem team seitentrotter gezeigt, es wäre gut, etwas über den Autoren nachzuforschen. Denn, diese Regel breche ich nur ungern. Jedes angefangene Buch wird auch fertiggelesen. Auch wenn es nicht gerade passt.

Die schwarze Armee ist ein Jugendbuch. Die Sprache zugeschnitten. Für Erwachsene Vielleser gewöhnungsbedürftig. Es ist kein Buch wie eines von Tolkien, May, Peake oder um einen jüngeren zu nennen, Paolini. Denn das Buch von Clairac lässt eine Intellektualität vermissen, die den Leser auch mal herausfordert, zwischen den Zeilen zu lesen. Keine versteckten Geheimnisse, keine metaforischen Abwege. Pures, blankes, festes Wortgitter, ohne Zwischengeplänkel. Schade!

Die Empfehlung: Die schwarze Armee, das Reich der Träume, und die Folgebände gehören vor allem aber nicht nur, in Kinderhände!

Staff homeranus

der tod eines guru von r.maharaj: eine besprechung

Posted in buchinterpretationen on April 1st, 2022

Rabindranath R.Maharaj/ Maharaj auf wiki/ Der Tod eines Guru, 20. Auflage bei CLV 2018/ Originaltitel: Death of a Guru/ Übersetzung: Benedikt Peters/ Begriffserklärungen/ Softfax S.256

interpretiert von starkweis

Im Westen nichts Neues

Einführung Der Westen sucht Gold, geistliches Gold. Und er sucht es im Osten, im fernen Osten. Materialismus, Profitsucht, Arbeitswut und so weiter; da ist vieles, das junge Europäer Systemmüde gemacht hat. Die Volksjugendseele ist erstickt. Die Staatskirche, ein kolossales Gebäude, macht da auch mit. Nein? Bitte: Gewänder, Farben, Liturgien; statt Leben, Freude und Veränderung. Das hat nicht nur die Jungen abgeschreckt. So ist grenzenlose Freiheit die neue Doktrin, Wissenschaft und Fortschritt eine neue Religion.- Und im Osten lockt entscheidende Andersartigkeit, entscheidende Geistlichkeit. Die Kirche steht abgehängt in einer verstaubten Ecke. Zuoberst in Europa steht nicht christlicher Glaube, dort steht die indische Religiosität: der Hinduismus. Trotzdem geht ein Guru den umgekehrten Weg. Der Tod eines Guru aus dem Jahr 77 die Geschichte eines indischen Rabis.

 

Handlung Rabi war noch ein Knabe. Er verlor seinen Vater, den allseits bekannten, verehrten Yogi. Vater hatte durch Meditation sein Karma hinter sich gelassen und das Moksha erreicht, die Entlassung aus dem Rad der Wiedergeburt. Acht Jahre lang sass er im Schneidersitz. Dann schnitt der Arzt ihm das Haar. Und das ungeheuerliche geschah. Der Yogi viel leblos hintenüber. Nach seinem Tod war Rabi bemüht, des Vaters Stellung einzunehmen.

In Trinidad aufgewachsen lernte Rabi schnell. Er befolgte die Traditionen. Mit fünfzehn Jahren war er in der indischen Gemeinschaft ein Vorbild. Astralreisen, Begegnung mit seinen Göttern, das war ihm nicht fremd. Es geschahen aber auch Dinge, für die er mehr und mehr keine Erklärung fand. Er fürchtete sich vor seinen Göttern. Da waren Zornausbrüche, Nikotinsucht. Schliesslich setzte er sich – eine junge Christin erschien, – mit der Bibel auseinander. Und er begann die Missstände in der indischen Kultur klarer zu sehen. Und die Missstände in seinem Innern. Da war einfach kein Friede. Im Gegenteil, da war stolz, Überheblichkeit.

Rabindranath Maharaj ging dem auf die Spur und kam an eine Weggabelung. Sie führte ihn den biblischen Weg. Er verlor seine Kultur, seine Stellung, sein Ansehen, er flog aus der obersten Kaste. Nicht aber seine Familie. Nicht alle, aber viele taten es ihm gleich. Wo vorher Zank und Streit war, kehrte Freude und Friede in die Herzen ein. Ein harmonisches Miteinander. Und Rabi ist seither ein an vielen Universitäten beliebter Sprecher über den Hinduismus.

 

Besprechung Die Frage, die sich stellt, ist klar ersichtlich. Wie kann ein indischer Guru, einer dieser warmen östlichen Religion, diese kalte westliche wählen? Die Antwort versuchte ich schon in der Handlung zu geben. Es ist eine innere Veränderung. Jedoch vielmehr. Rabi spricht nun von Engeln und Dämonen. Und als ehemaliger Guru tönt das alles sehr glaubwürdig. Warum hatte ihn die Kuh geschlagen? Warum hatte ihn eine Schlange angegriffen, warum konnte er im Zorn seine Tante beinahe erschlagen. Mit einer Hantel, die er im Nachhinein nicht mehr zu heben fähig war? Warum fand der Guru Maharaj keinen inneren Frieden? Nach stundenlanger Meditation eine Befriedigung, ja, aber kam der Alltag, war der Friede weg.

Die Antwort des Rabis: Dämonische Mächte, Satans Heer war im Spiel. Die indische Vielgötterwelt durchdrungen von rebellierenden Wesen.  Eine Geisterwelt, die den Göttern eine gewisse Macht verleiht, die aber untereinander im Streit sind.

Rabi erlebte nach der Hinwendung zu Jesus als Heiland und Herr Frieden, inneren Frieden; und Freiheit von seiner Sucht, von seinem Zorn, von den eigenwilligen und unberechenbaren Göttern. Und er entschied sich für den vollzeitlichen Dienst. Das heisst, er studierte die Bibel und wurde freier Prediger des Evangeliums. Mit einer Liebe zu Jesus und seinen indischen Wurzeln. Viele liessen sich durch ihn von Jesus überzeugen.

 

Fazit Lieber Westler, Namenschrist, Sucher. Es ist nicht falsch, in der Bibel, ja in der Kirche tiefer zu forschen. Denn, wenn ein indischer Guru, der es in Meditation weiter gebracht hat, als viele Europäer es je bringen werden, sagt, schau mal, was deine Kultur an gutem verborgen hat, dann klingt das sehr vertrauenswürdig. Der Tod eines Guru gibt viele Antworten, die eine westliche Sicht vermissen lässt, und führt den Leser, ohne zu richten, auf die Spur von Jesus.

starkweis

tad williams und die grosse osten ard fortsetzung: von der hexenholzkrone zum reich der grasländer

Posted in buchinterpretationen on Februar 18th, 2022

Tad Williams/ Tad auf Wiki/ Die Hexenholzkrone 1 und 2  c 2017, Das Reich der Grasländer 1 und 2 c 2020, alle vier Ausgaben von Hobbitpresse, aus dem Amerikanischen von Cornelia Holfelder-von der Tann und Wolfram Ströle, Zugaben: Karten und Glossare/ hardfax: alle vier mehr als 2300 Seiten/ zu der vierbändigen Vorgeschichte: das Geheimnis der grossen Schwerter

Der Doc Ock der High Fantasy

 

Einleitung Hab Acht, lieber Leser, wenn du die Welt von Osten Ard betrittst. Es könnte dich mehr kosten, als dir lieb ist. Ja noch mehr, es könnte dein Leben verändern. Das waren die Worte, die Tad Williams 1988 als Einleitung zur Fantasie-Saga, „Das Geheimnis der grossen Schwerter“, benützte. Er sollte Recht behalten. 35 Jahre später hat er das Team Seitentrotter immer noch unisono auf seiner Seite. Es war dieses Werk, das neben dem Herrn der Ringe einen Richtungswechsel in Seitentrotters Spur einleitete. Viele andere Autoren sind seither dazu gekommen, alles begabte Schreiber, die ihres beigetragen haben, den Orbit des Fantasiebuchblogs zu umkreisen. Und so hat auch blogunkel die Zeichen der Zeit richtig gedeutet, und den Weg zurück in die Verwicklungen rund um den Hochthron in Osten Ard gefunden. Dies sind die Einsichten, die er uns gewährt.

 

Hexenholzkrone Band 1und 2

 

Handlung In „Die Hexenholzkrone“ nimmt Tad Williams die Fäden der Welt Osten Ards wieder auf. Es ist die Welt, der er eine Erzählung widmete, die vier Bände umfasste. Mehr als 3000 Seiten Raum für Geschichten: Geheimnisvolle Schwerter, dunkle Priester, okkulte Schriften, Elfen, Trolle, phantasievolle Geschöpfe, wilde Landschaften, herrschsüchtige Könige, Krieg an allen Ecken, eine dunkle Bedrohung aus dem Norden und das Leben in Frieden arg in Bedrängnis. Am Schluss von Band vier, nach etlichen entbehrungsreichen Zeiten sitzt Seoman Schneelocke, der junge Protagonist, auf dem Hochthron. Es beginnt eine Zeit des Friedens.

 

Band eins 30 Jahre später. Noch herrscht Frieden unter dem Hochkönigsbann. Ein alter Freund liegt im Sterben und Simon und die Königin brechen mit einem königlichen Gefolge in den hohen Norden auf, um den alten Freund ein letztes Mal zu sehen. Auf der Reise durch die Lande des Hochkönigsbanns, dringen bedrohliche Botschaften in das Licht der friedvollen Welt. Bündnisse in Zeiten des Friedens geschlossen, drohen wegzubrechen. Die Nornen, die ehemaligen Feinde der Menschen, bereiten einen neuen Angriff vor.

 

Mit dabei auf der Reise ist auch Morgan, der Enkel des Hochkönigs. Auch für ihn wird der Satz, den schon Tolkien dichtete, zur Herausforderung: „Pass auf, wenn du aus der Türe trittst, wohin dein Fuss dich führt.“

Band eins der Wiederaufnahme der Geschichte um Simon Schneelocke ist mit 700 Seiten der längste der vier Fortsetzungen. Darum lieber Leser, ausser du bist ein Fantasiefan, pass auf und überlege dir gut, ob du bereit bist, Tad und seinen Ideen über mehr als 2000 Seiten zu folgen. Ein schnelles Ende ist nicht in Sicht, zu gründlich hat sich der amerikanische Erfolgsautor wieder ans Werk gemacht. Tief hat er in dem unendlichen Reich der Fantasie geschürft, um knisternde Spannung in alle Schauplätze zu bringen.

 

Band zwei setzt nahtlos an. Der König und die Königin sehen eine neue Generation auf dem Hochhorst heranwachsen. Der Friede, an den sie glaubten, scheint nicht mehr sicher. Es brodelt innerhalb und ausserhalb der Grenzen des Reiches. Zurück aus dem hohen Norden, beschliessen sie zu handeln. Eine Gesandtschaft bricht zu den Sithi, den befreundeten Elfen im Altherz auf, dem Alten Wald vor den Türen des Hochthrons. Am Rande zum Grasland wird der Tross von Clans aus der Steppe angegriffen. Was nicht hätte passieren dürfen, wird zur bitteren Wahrheit. Die Mission des Königs scheitert. Mitten drin die Hoffnungen Seomans auf einen Nachfolger, Morgan, der Thronerbe, auf der Spur der Bewährung. Denn Morgan muss sich durch den Altherz schlagen.

 

Reich der Grasländer 1 und 2

 

Handlung  Band eins und zwei Fort gleitet die Strasse der Erzählung zu dem Reich der Grasländer. Ein aussergewöhnlicher Kämpfer sichert sich unter den Barbaren die Herrschaft.  Sein Name ist „Niemand“. Zu neuer Einheit gelangt, haben sie die Stärke, die landraubenden Menschen anzugreifen. Der  Hochkönigsbann erzittert. Mächtig aus den Fugen gerät auch der immer schon intrigante Süden. Vermittlungsangebote werden ignoriert, und König Simon muss sich eingestehen, die Kontrolle über einen Teil seines Reiches verloren zu haben.

Aller schlechten Dinge sind drei. Die Bedrohung aus dem Norden rückt immer näher. Die Königin der Nornen, die Erzfeindin der Menschen, hat ihren Palast unter dem Berg verlassen. Bereits hat sie die Grenzen zu Königs Simons Landen überschritten. Sie ist auf der Suche nach heiligen Reliquien, die ihrem Volk die ehemalige Vormachtstellung zurückholen sollen. Von allen Seiten bedrängt, sieht sich Simon ziemlich allein gelassen. Spätestens jetzt muss er realisieren, die Erhaltung seines Reiches steht nicht mehr allein in seiner Hand.

 

 

Besprechung aller vier Bände Tad Williams hat, wie schon angedeutet, nichts ausgelassen. Osten Ard ist ein Wimmelbild an Welten, Kreaturen und Schicksalen. Und blogunkel ist sich sicher, da ist für jeden etwas dabei. Aber leider ist es ja bei einem Buch nicht so wie bei dem Spiel: – Welches Schweinderl hättens denn gern -.

Man beginnt von vorn und kämpft sich tapfer durch – bis zum bitteren oder süssen Ende, ohne die Wahl zu haben, etwas auszulassen. Und um es voraus vom höchsten Berg ins Tal zu rufen (vielleicht hört blogunkel da ja jemand), die Geschichte ist nach vier Bänden und 2000 Seiten noch nicht gegessen. Die vielen Protagonisten hangen in den Seilen, ohne Sicht zum finalen Sprung. Aber von vorn, nun!

 

Es ist die Geschichte von…

 

…den Saufkumpanen des Thronerben, Olveris, Porto und Astrian. Eigentlich wären sie die

Garde des Prinzen. Aber in Zeiten des Friedens, na ja, zugegeben, in herausforderungslosen Zeiten ist eine Kneipe zwar kein valabler Ersatz, aber ein Ding der Möglichkeit.

 

…der jüngeren Schwester Morgans, des Thronerben. Von allen allein gelassen, kann sie gar nicht anders als aufmerksam durch den riesigen Hochhorst springen. Wie einst Simon, der seine Karriere, wie wir wissen, als Küchenjunge unter der militanten Fuchtel des Hausdrachens Rachel, begann. Nun ist es eben Lillia, die kleine Schwester. Unwissentlich kommt sie auf ihren täglichen Erkundungen der Spinne im Pot auf die Spur.

 

…von Pasevalles, dem Emporkömmling. Im Sturmkönigskrieg hat er seine Eltern verloren. Den jetzigen Posten hat er sich hart erarbeitet. Er ist der Grosskanzler des Hochkönigs. Und er tut so einiges, damit dies auch so bleibt.

 

…Eolair, der ergrauten Hand König Simons. Er hat schon dem Vorgänger gedient und muss jetzt auf seine alten Tage immer noch beweisen, was er drauf hat, anstatt in seiner Heimat Hernystir auf einem Gut einen selbstgekelterten Wein zu trinken.

 

…Etan, einem ädonitischen Mönch, auf abenteuerliche Reise in den Süden geschickt, einen verschollenen Prinzen und dessen Kinder zu ermitteln.

 

…Aelin, einem hernystirischen Ritter, der beobachten kann, wie die Weissfüchse (Nornen)  das Land der Menschen überrennen.

 

…Rupp, dem Kletterer, dessen Zuhause gerade von ebendiesen Weissfüchsen plattgemacht wird. Er bleibt nur deshalb am Leben, weil ein hochrangiger Norne sein Leben verschont.

 

…Nezeru, der Halbblutnorne und Kriegerin; und ihrer Mutter Tsoja, der Heilerin, die aus einem Kloster geraubt als Sklavin zu den Feinden der Menschen kommt. Während Nezeru als Kämpferin einen Namen bekommt, muss die Mutter ihre Kunst an der Nornenkönigin selber beweisen.

 

…Jarnulf, dem Jäger. Ein Ziel ist es, das er verfolgt. Dafür lässt er sich auch mal von einem gegnerischen Trupp als Führer einspannen. Der Zweck heiligt die Mittel. Als die Chance kommt, seinen Lebensauftrag zu erfüllen, zögert er nicht.

 

…dem Hochkönigspaar Simon und Miramel und ihrem Enkel Morgan. Das Königspaar muss getrennte Wege gehen, um dem Hochkönigsbann zu dienen, während Morgan, der Prinz, lernen muss, dass es für einen Mann mehr braucht als Wein, Weib und Gesang.

 

…Jesa, der Magd einer nabbanaischen Herzogin aus dem Südreich mit Wurzeln im Graslandreich. Die Welt gerät gerade aus den Fugen und in ihren Händen hält sie noch den rechtmässigen Erben auf den Thron im Süden.

 

…Unver, einen Niemand, der zum Shan der Clans aufsteigt. Die Tiere dienen ihm, die Barbaren huldigen ihm, und die Menschen werden ihn noch kennenlernen.

 

…Snenneq, dem trolligen Troll aus dem Norden. Wie schon Simon einen Troll als Gefährten hatte, bekommt auch Morgan die Weisheit eines kleinen Mannes zu spüren.

 

…Tanahaya, einer befreundeten Elfin, geschickt, um dem Hochthron zu helfen. Sie gerät zwischen die Fronten ihres Volkes, als sie am Entschluss festhält.

 

…und vielen mehr. Blogunkel hat es schon angetönt. Die Welt Osten Ards ist ein Wimmelbild an Ländern, Völkern und Wesen.

Was zu der Erkenntnis führt, Tad Williams ist der Meister der Nebenschauplätze. Indem er so vielen eine glaubhafte Story verpasst, wird die Saga grösser und grösser. Kein Ende in Sicht. Denn, blogunkel muss ehrlich gestehen, als er sich dem Ende des vierten Teils des letzten Königs von Osten Ard näherte, sich gewundert zu haben, wie auf noch so wenigen Seiten ein brauchbarer Schluss her soll. Aber eben, es sollte gar noch kein Ende kommen, es geht weiter. Wer wird am Schluss zuoberst sein? Der Graslandherrscher, die Nornenkönigin oder der angestammte Hochkönig? Die Lesergemeinde wartet. Auf Sir Tads Abschluss.

 

Fazit und Empfehlung Wie schon gesagt. Pass auf Fremder, wenn du dies Land betrittst. Denn du wirst nicht wie bei May mit einem Lasso gefangen, aber mit einem Pfeil. Ein Pfeil, der in deine Wohnung sirrt und zitternd stecken bleibt. Am Schaft eine Botschaft: High Fantasy forever!

 

blogunkel von team fantaster

der klang sterbender wellen, band eins, brennende gischt, von angelo nero

Posted in buchinterpretationen on Januar 7th, 2022

Angelo Nero/ Nero auf Facebook/ Der Klang sterbender Wellen, Band eins: Brennende Gischt/ eine Angelo Nero Produktion/ Cover: Yukona von Selina Baltensperger/ Softfax S..344

Im Shop von Angelo Nero sofort erhältlich, im Buchhandel ab 21. Januar 22

Über die Planke mit Angelo Nero

Einführung Der Fantasieautor Angelo Nero ist bekannt für seine Schweizer Sage „Feuer und Finsternis“. Mit „Brennende Gischt“ hat er nun den ersten Band einer neuen Trilogie auf den Markt gebracht. Titel: „Der Klang sterbender Wellen“. Die Geschichte ein Schritt über die Planke in die untiefen von handfestem Seemannsgarn.

Handlung Die Geschichte eine Reise zur See unter einer Piratenflagge. Befehl führt eine Valküre, das Mädchen Semanta. Zusammen mit dem nordischen Krieger Ervin. Das Ziel immer dahin, wo die Freiheit lockt, oder Ruhm und Ehre, oder ein Schatz. Auf See müssen sie jedoch immer zuerst für Sicherheit sorgen. Sicherheit vor Ervin, der von einem schweren Fluch belastet ist.

Dann geht es aber so richtig los, denn lange verlorene Schätze wollen geborgen werden. Dabei machen sie auf der Reise so manche undurchsichtige Bekanntschaft. Ein Priester scheint mehr zu sein, als seine Kutte hergibt. Seefahrer kreuzen ihre Wege, Pläne werden geschmiedet. Zuletzt geht es für Semanta jedoch darum, wie dieser Fluch von Ervin zu nehmen ist. Denn Ervin hat eine Geschichte, die tief in die Vergangenheit reicht.

Besprechung In einer früheren Besprechung auf seitentrotter wird der Vergleich von Angelo Neros Geschichten zu den Anfängen christlicher Rockmusik gezogen. Wie er mit seinen Geschichten im weiten Feld der fantastischen Literatur einen Gegenpool sein will. Eindrücklich hatte er in der Sage um die Angelus Excubitor gezeigt, wie das Licht die Finsternis besiegt, das Gute das Böse. Wie der Anführer der Angelus Excubitor, indem er sich der Herrschaft Gottes unterstellt, den finsteren Bewegründen seines engsten Bruders widersteht.

Die damaligen Begebenheiten, sie haben ihre Spuren hinterlassen. Ohne gross zu fackeln, legt Angelo Nero in der neuen Trilogie los. Das Feuer in der Tinte, die Glut im Herzen, führt er die Valkyrie durch das Mittelmeer. Immer hart im Wind, bis an den Rand der Welt.

Ein Rocksong hat die Kraft durch die eigenwillige Interpretation zu begeistern. Der Sänger dreht bis fast zur Unkenntlichkeit an der Stimme. Der Gitarrist verzerrt die Seiten für den irren Klang. Der Bassist legt einen ruppigen Soundteppich, und der Schlagzeuger überzeugt durch die Grimasse und die Wucht des Beats.

Es ist der Unterschied im Ton, die Musik unterscheidet. Ebenso eine gute Geschichte. Die Wahl der Sprache, des Blickwinkels. Die Wahl der Namen, die Wahl der Konflikte. Wie ein Rockpoet erzählt Angelo Nero wieder in der Ichform. Zum Klang der Gibson Rockgitarre, mit einem Basslauf von Fender, und dem Drumsound von Pearl.

Keine Frage, dass sich die Valkyrie diesen Begebenheiten anpasst und zur Black Valkyrie wird. Das durch kompromisslose Suche Legenden wie Riffs aus dem Wasser auftauchen und ihren wahren Kern hergeben müssen. Der Wellengang das Schiff zum Zittern bringt. Der Wortbeat wie bestes Seemansgarn klingt.

Fazit Brennende Gischt ist ein gut erzählter, abenteuerlicher Piratenroman. Er bringt das Gefühl eines Piratenlebens direkt in den Lesesessel. Dabei kein Nischenprodukt für eine spezielle Klientel, sondern ein All-Age-Fantasie Roman. Also gut zu lesen für jegliche Altersklasse.

blogunkel für das team fantaster

besprechung von das haus, ein buch von peretti und dekker

Posted in buchinterpretationen on Dezember 11th, 2021

F.Peretti/ T.Dekker/ wikiseiten der autoren/ Das Haus, erste Ausgabe c 2007 Gerth Medien/ Titel der Originalausgabe: House/ übersetzt von Karoline Kuhn/ hardfax S.312

Vom Dunkel zum Licht

Einstieg Verschiedene Autoren haben sich entschieden, ihren Roman mit dem einfachen Titel „Das Haus“, zu versehen. Das Zuhause kann eine Wohnung sein, vielleicht nur ein Zimmer oder eben ein Haus. Immer verbinden wir damit etwas Gutes wie Achtung, Vertrauen, Annahme, Wohlergehen. Werte, die das Autorenduo Peretti/Dekker in ihrer Variante von dem Haus mit voller Wucht erzittern lassen.

Handlung „Das Haus“, oder „House“, wie das Buch in englisch schlicht heisst, führt den Leser in die Abgeschiedenheit des Hinterlandes von Alabama. Zwei Paare fahren in ihrem Auto aus verschiedenen Richtungen kommend auf der gleichen Landstrasse, als sie durch ein Verkehrshinderniss ausgebremst werden. Die Nacht bricht an. Beide Paare entscheiden sich zu Fuss eine Bleibe für die Nacht zu suchen. Sie stossen auf eine anscheinend verlassene Herberge.

Sie lernen sich kennen, sie schmieden Pläne, sie werden bewirtet, sie laufen bald in das bereitstehende Verderben. Mit den Bewohnern und dem Haus stimmt etwas nicht.

Als sie in den Kellergewölben auf eine an die Wand gekritzelte Botschaft stossen, beginnt die längste Nacht ihres Lebens. Die zwei Paare durchleben tiefste Abgründe, aufgespielt durch ihre Seele. Als Gefangene des Hauses müssen sie eine Aufgabe lösen, um frei zu kommen. Und sie müssen sich die Frage stellen: Wer wird überleben, wer wird sterben?

Besrpechung Das Fazit zuerst: Das Buch ist ein Thriller, von Anfang bis zum Ende. Ein christlicher Thriller. Die Basis für die Aufdröselung der Geschichte aber nicht ein Gleichnis traditioneller staatskirchlicher Theologie. Keine liebe Jesusgeschichte, die man an einem romantischen Weihnachtsabend erzählt. Sie ist mehr. Sie bringt den unbedachten Wanderer zum Zittern. Kippt die unbestimmte Hoffnung auf eine einfache Erlösung. Schwemmt Weihnachten als geldbringendes Kulturgut den Bach runter. Denn das Haus und die Bewohner sind von dämonischen Kräften gefangen.

Das Autorenduo ist nicht an die Aufgabe herangegangen, indem sie sagen, ja, lösen wir die Geschichte mit einer netten Kindergeschichte.

Das Haus ist ein bodenständiger messerscharfer Thriller. Peretti bekannt als Autor, der in allen seinen Geschichten den Leser das Grauen lehrt. Dekker bekannt für sein Urban Fantasie Werk –Black, Red, White-.

Die Geschichte verbreitet Horror, was auch ein literarisches Genre ist. Das Gruseln ist auf den Seiten von das Haus auf jeder Seite vorhanden. Die Protagonisten stolpern eine Nacht lang über ein Versagen nach dem anderen. Die Geschichte ein Alprtaum, der worst case einer getroffenen Entscheidung. Ein deftiges Psychospiel ohne erkennbaren Ausweg.

Wenn weltliche Autoren versuchen, das Grauen auf die Spitze zu treiben, ohne eine geistliche Antwort zu geben, so wenden Peretti und Dekker biblische Ansagen praktisch um. Wie kann ein Mensch eine geistliche Blockade lösen, wie kann er den Tod besiegen; was hat das eigene Leben damit zu tun; wie funktionieren himmlische Mächte; wie könnte das Böse heute aussehen, und vor alllem, wie können wir es besiegen. Fragen über Fragen, die selbst Gandalf zu einem weiten Ritt angetrieben hätte.

Fazit Die Finsternis versucht einmal mehr das Licht zu verschlingen. Das das nicht passiert, dagegen haben Peretti und Dekker dieses Buch geschrieben. Der Leser erfährt einen gangbaren Weg aus diesem Dilemma. Das Buch jedoch wie gesagt kein üblicher christlicher Roman, sondern die volle Wand an Kampf. Für gesunde Seelen, die es vermögen, das kalte Schwert der Erkenntnis zu ergreifen.

gedanken von sir starkweis

Interpretation von George R.R.Martins Feuer und Blut

Posted in buchinterpretationen on November 17th, 2021

George R.R.Martin/ G.R.R.M. bei Wiki/ Feuer und Blut erstes Buch: Aufstieg und Fall des Hauses Targaryen von Westeros, erste Ausgabe c 2018 Penhaligon Verlag/ Originaltitel: Fire and Blood, 300 Years befor a Game of Thrones/  Deutsch von Andreas Helweg/ hardfax S.890/ Anhänge: Karten, Stammbäume, Buchumschlag mit Thronfolge

Drachenspiel und Throntanz

 

Einleitung Eco schrieb auf den ersten Seiten zu der Name der Rose, er habe die Aufzeichnungen von William Baskerville um jene geheimnisvolle Benediktinerabtei so genau wie möglich wiedergegeben; ähnliches sehen wir bei Tad Williams Geheimnis der grossen Schwerter- Aufzeichnungen, die mehr als ein Licht in unser Leben werfen; und nun George R.R.Martin mit seiner Vorgeschichte zu seinem Welterfolg. Knapp 900 Seiten eine Erklärung, warum welcher König auf dem Eisernen Thron der sieben Königslande sass. Dabei ist dies erst Band eins und handelt erst etwa 140 Jahre ab

 

Handlung Das Buch eigentlich langweilig. Die Geschichte der Eroberung Westeros durch die Targaryen zu lesen wie eine endlose Familienchronik. 900 Seiten Geschichte von Aegon dem Eroberer bis zu Aegon dem dritten seines Namens. Von der Eroberung dank der Drachen bis zum Untergang wegen den Drachen. Die Herrscherfamilie in der Privatfehde.

Dabei erst 130 Jahre der 300 vergangen, bis zum Einsetzen von Game of Thrones, oder wie es zu Deutsch heisst, das Lied von Eis und Feuer. Trotzdem ist es von Team Seitentrotter einverleibt worden, zu Gemüte gebracht von Sir Starkweis. Seine Aussage? Nachdem der Vorhang über die letzte Seite gefallen war? Endlich!

Naja, nicht sehr erbauend. Denn ganz Westeros ist ein blutiges Schlachtfeld. Herren kommen, Herren gehen. Der Tod kann durch das Schwert kommen, durch eine Krankheit oder durch den Wahnsinn. Am Ende ist Westeros beinahe der Aristokratie beraubt. Soviele Schlachten, soviele Tode. Wo Männer herrschen sollten, regieren Frauen und Kinder. 900 Seiten Geschichten über den Aufstieg und Fall von Herrschern, Rittern und Volk. Das Buch aufteilbar in zwei wichtige Teile: Eroberung und Tanz der Drachen.

 

Besprechung Wäre da eben nicht die Versessenheit eines amerikanischen Fantasieautors. Er macht diesem Genre alle Ehre. Das Buch trotzdem ein Schmuckstück. Hardcover mit Deckelschutz zum Auseinanderfalten. Darauf der ganze Stammbaum der Targaryenkönige. Buchdeckelinnenseite wie es sein muss, die Karte von Westeros. Vorne der Norden, hinten der Süden. Plus als Anhang: die Erbfolge in einer Liste.

Darum ein gutes Buch, das in seinem Umfang überzeugt. Bebildert mit fantastischen Ilustrationen.  Ein Blick auf düsteres Mittelalter. Stinkende Städte, furzende Ritter, Freudenhäuser, Verrat, Liebe und… Ehre. Alles dabei. Götterverehrung oder das Recht der Könige. Keuschheit oder Polygamie. Leben, das mit 16 schon erwachsen war, und mit 20 schon vorüber sein konnte.

Wer hatte also die besten Aussichten auf hohes Alter? Die Schreiber, Berater, Mundschenke, Knappen, Königsgarde? Falsch.

In diesem Fall ein Narr, ein Barde mit Namen Pils, dem George R.R. Martin auch viel an wissen über Westeros verdankt.

 

Fazit Mässige Erzählung, kaum wirklich Spannung, aber ein Kunstwerk in Sachen Stammbaum und Verbändelung der Häuser. Ein Sammlerobjekt fürs Regal. Ein Werk zum nachschlagen, immer wieder hervorzuholen, um die Zusammenhänge zu sehen.

Für Seitentrotter trotzdem ein Muss. Denn für den Fantasiefreak ist das ganze massgebend. Und da schneidet Herr Martin wieder gut ab. Denn das Buch ist nicht nur die Erzählung, das Buch ist der Stammbaum, die Karten, die Bilder und… der Blick auf mittelalterliche Zustände in einem Fantasieroman.

jhomser at team fantaster

conn iggulden und die rosenkriege, der band sturmvogel

Posted in buchinterpretationen on Oktober 26th, 2021

Conn Iggulden/ Iggulden bei Wiki/ Die Rosenkriege: Sturmvogel c Heyne Verlag München, dritte Auflage 2014/ Originalausgabe: Penguin Verlag London 2013, Titel: Wars of the Roses, Stormbird/ aus dem Englischen von Christine Naegele/ Anhänge: Karten, Namens- und Namensregister/ softfax S. 607

Englischer Warground

Einleitung Die Rosenkriege von Conn Iggulden ist seit langem das erste historische Buch, das den Orbit des Teams Seitentrotters durchflog. Es ist ausserdem neben der Bibel die achte historische Geschichte auf Seitentrotter. Die Erzählung entstand 2013 und ist der Auftakt zu einer vierteiligen Reihe mit dem Titel: «Sturmvogel». Auf die Liste der begehrenswerten Objekte fand es, weil Magic Streifer an einem Treffen des Teams erwähnte, diese Reihe sei das Vorbild für den Weltbestseller «Das Lied von Eis und Feuer», von George R.R.Marten. Somit hatte er gleich den Auftrag, es zu lesen, zu besprechen, zu beurteilen.

Handlung Die Geschichte spielt im 15.Jahrhundert und beginnt mit dem Gespräch zweier Vertrauenspersonen des englischen Königs, Henry des VI.. Sie müssen herausfinden, wie sie das Königreich sichern können. Die Macht des Throns muss geschützt werden. Sie schmieden einen Plan, in dem eine französische Adlige, Margareth von Anjou, eine wichtige Rolle spielt. Sie soll Königin von England werden und dem nicht sehr starken Henry dem VI. bei Seite stehen. Ausserdem soll diese Heirat den Frieden zwischen Frankreich und England sichern. Denn zu dieser Zeit gehören weite Gebiete Nordfrankreichs zur Insel.

Zuerst scheint alles zu gelingen. Dann aber gerät alles ausser Fugen. Die französische Elite hält sich nicht an das Bündnis. Um den Thron streiten sich auch die Enkel Edwards des III.(Henry gehört dazu). Und zu allem Ungemach führen Unruhen im englischen Volk zu einem Sturm auf London. Die rote und die weisse Rose sind dabei die Symbole, die die Wappen der streitenden Lords zieren.

Besprechung Magic Streifer, der auch schon Teil eins und zwei der Westeros Geschichte gelesen hat, sagte eines Tages: «Hey Leute, das müsst ihr hören!»

Und wir haben gehört. Er hatte sich erhoben und mit dem goldenen Paperpack in der Rechten gewedelt.

«Das, liebe Leute, ist ein Buch, ein lesenswertes Buch. Dieser Geschichte verdanken wir», er steigerte die Stimmlage und sprach aus voller Brust, «die Existenz von -Game of Thrones-.»

Und da diese Geschichte in aller Munde war, mussten wir hören, was er uns zu berichten wusste.

«Zuerst dachte ich», hob er an, «es würde sich nicht lohnen, die Zeit zu investieren. Dann jedoch, nach den ersten Seiten, war mein Interesse gepackt. Das Anlesen war nicht einfach. Der Autor hat das Buch mit Karten und Namensregistern versehen. Was zum Effekt führt, dauernd nach vorne zu wechseln, um sich die Namen der verschiedenen Häuser einzuprägen. Was natürlich kein Muss ist, aber Tiefe verleiht, wenn man sich endlich eingeprägt hat, welcher Name wohin gehört. Richard, Earl von Cambridge zum Beispiel, er hatte die weisse Rose im Wappen, war ein Sohn von Edmund, dem Duke von York, dem vierten Sohn von Edward dem dritten. Nicht zu verwechseln mit dem späteren König Richard dem dritten. Und so geht das durch alle Adelshäuser. Viele gleiche Namen, viele Benennungen, viele Verwechslungen.

Ein Namensliste wirkt also Wunder, sie ist direkt Balsam für das Verständnis der Geschichte.

Dem weiss der Autor entgegenzuhalten. Er verwandelt die Seiten des Buches in eine Spielstube. In deine persönliche Spielstube, wo du alle Figuren und Spielsachen kennst. Er nimmt den Leser mit in das ausgehende Mittelalter. Die Ritter stinken noch in ihren Rüstungen. London versinkt im Unrat. Die Kriegstechnik wäre noch Mann gegen Mann, wären da nicht andere Techniken, wie die englischen Bogenschützen. Sie werden von den Franzosen übrigens zutiefst verachtet. Aus der Ferne zu töten, geht ihnen gegen ihre Ritterehre.

Conn Iggulden packt die Geschichten vieler aus. Es gibt nicht den Haupthelden. Es gibt die Berater des Königs, es gibt den englischen Aufständischen, es gibt die französischen Adligen, einen jüdischen Händler, einen englischen Bogenschützen, die Rivalen des Thrones und noch mehrere.

Menschen, so der Autor, die in den damaligen drei Klassen lebten: Krieger, Priester und Arbeiter. Wobei die Krieger immer adlige Ritter waren, die Priester Söhne von Reichen und die Arbeiter Sklaven.

So gesehen hat also Conn Iggulden die Geschichte an allen Enden in die aufgestellten Figuren deines persönlichen Spielzimmers gepackt. Sie bewegen sich der Mitte zu, dem Zentrum der Macht. Die Vertrauten des Königs, die widerspenstigen Adligen, das Aufständische Volk.

Fazit Wer ein Liebhaber guter Geschichten ist, wird hier fündig. Zudem ist es eine alte Weisheit, die greift. Geschichtliche Fakten in Form einer epischen Geschichte sind eine erfrischende Bereicherung. Umso mehr, wenn ein Autor aus Leidenschaft erzählt. Einzige kritische Anmerkung, die Beschreibungen des Wetters wirken surreal im Vergleich zu den anderen historischen Zeugnissen.»

Magic Streifer alias Pilger Jack machte eine Pause und schaute verträumt in die Runde.

«Fragen? Nicht? Sonst lest für euch nochmals in Ruhe das Protokoll der Sitzung. Habe geschlossen.» Er setzte sich in die Runde und Starkweis übernahm die Führung.

magic streifer