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Archive for the 'buchinterpretationen' Category

die bibel, das 1.buch mose, besprochen auf seitentrotter

Posted in buchinterpretationen on Januar 20th, 2020

Die Volxbibel/ Volxbibel – Wiki/ Volxbibel auf Wiki/ c 2009 Pattloch Verlag/ übersetzt von Martin Dreyer/ Band eins: von Mose bis Buch Esther/ 1.Mose: 50 Kapitel, 97 S./ ganzes softfax S.895

Die Bibel, das Buch der Bücher

40 Schreiber zeichnen sich für die insgesamt 66 Bücher der Bibel verantwortlich. Es sind 39 im alten und 27 im neuen Testament. Ein Werk, je nach Ausgabe, mit bis zu 2000 Seiten. Seit es die Druckerpresse gibt, das meist gelesene Buch. Ein Bestseller auf den Hitlisten der modernen Welt. Übersetzt in schon beinahe jede bekannte Sprache. Darin enthalten, die Geschichte der Menschheit von den Anfängen bis zum allerletzten Ende. Dabei den Focus auf das Upcoming vieler, es sei positiv oder negativ. Von Mose, bis zur Offenbarung!

 

Von der Panik bis zum Orchester

Das erste Buch Mose, auch Genesis genannt

Das erste Buch Mose erzählt die Geschichte der Erde. Nachdem Gott für Ordnung unter den Elementen gesorgt hat, kreiert er alle Lebewesen. Dabei kann hier ruhig ausser Acht gelassen werden, wie lange dies wohl gedauert hat. Denn wissenschaftliche Forschung und die Bibel selber geben hier keinen klaren Beweis. Wenn die Schrift sagt, Gott habe an einem Tag den Wassern die Grenzen gesetzt, so wissen wir eben nicht, wie lange dieser Tag dauerte. Gott selber sorgte für Ordnung, schaute, dass seine Schöpfung zusammenspielt wie die Töne in einem Orchester.

Er setzte den Menschen in den Garten, den wir unter dem Namen Eden kennen. Ein entsprechendes Gegenüber wurde ihm beiseite gestellt, die erste Frau. Ein Mythos, ein Märchen, oder doch die ultimativ wahre Geschichte? An dieser Stelle verweise ich an jenen Musiker, an den der Titel dieser Story erinnert, Udo Lindenberg. Er soll in einem Interview mal gesagt haben, er glaube eher an die biblische Version, als an die Evolution, weil sie ihm irgendwie vertrauenswürdiger erscheine. So auf jedenfall, darf der Leser diese Aussage interpretieren. Und dem kann man nur zustimmen.

So weit, so gut. Denn bald kehrte, ausgelöst durch den Menschen, wieder Chaos ein. Panik machte sich im gut orchestrierten Zusammensein aller Dinge breit. Der Mensch musste Eden verlassen. Fortan lebte er unter härteren Bedingungen. Hatte er in Eden alles was es zum Leben brauchte umsonst, musste er sich jetzt darum bemühen. So enthält das erste Buch Mose die Geschichte jener, die aus dem Paradies vertrieben wurden. Und es endet mit den Begebenheiten um einen Nachkommen Jakobs, der es in Ägypten zum Berater des Pharao schaffte.

Der Leser kann Abraham begegnen, der von Gott auf eine lange Reise geschickt wurde und den man den Vater aller Glaubenden ruft. Isaak, seinen Sohn, der als Opfergabe beinhahe auf dem Altar landete. Jakob, der mit dem Herrn kämpfte, und der dann Israel genannt wurde. Zwölf Brüder, die den Jüngsten aufgrund seiner ständigen Träumereien in eine Grube warfen. Nicht zu vergessen Kain und Abel und den Brudermord. Noah und der hunderte Meter lange Kasten, den man Arche nannte. Viele andere, bemerkenswerte Schicksale. Heute würde man sie Freaks rufen, denn sie waren Menschen, die entgegen den Gepflogenheiten der umliegenden Völkerschaften lebten. Menschen, die nach dem Segen Gottes trachteten.

Das Land, in dem sie wandelten, war Kanaan. Jetzt für sie noch ein Durchgangsland, später jedoch, sollten sie es besitzen, so die Verheissung. Sie sollten schlussendlich als Nation hier einziehen. Das erste Buch Mose erzählt darum vor allem jene Geschichten, die für die Erfüllung der Verheissung wichtig waren. Und sie nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn die heiligen dieser Tage manchmal mit unlauteren Methoden zu Werke gingen. Als dann eine Hungersnot über das Land kommt, senden die Nachkommen Abrahams eine Delegation an den Hof von Ägypten. Dort ist Josef zum Finanzminister aufgestiegen. Er lässt die ganze Familie zu sich kommen. Die Menschen übrigens, konnten sie am Anfang der Bibel beinahe tausend Jahre alt werden, wurden jetzt noch etwa hundert Jahre alt. Josef stirbt mit hundertzehn Jahren. Eine neue Geschichte beginnt.

für das team fantaster: sir starkweis

k.mays friede auf erden, bd 30 der gesammelten werke

Posted in buchinterpretationen on Januar 1st, 2020

Karl May/ WikiMay/ Und Friede auf Erden 1958 c Karl-May-Verlag Bamberg/ Band 30 der gesammelten Werke/ Kartenzusatz/  grünes Stoff hardfax S.590

Übermorgen: Treffpunkt Frieden?

Einleitung Was würde Karl May sagen, träfe er heute sein Buch „Und Friede auf Erden“ auf dem Blog Seitentrotter? Hat sich die Menschheit endlich weiterentwickelt? Aus irdischen Gefilden empor in eine lichte, himmlische Welt? Wie haben die Nationen die Friedensfrage gelöst?  Karl May würde sich eifrig drehen und wenden um zu sehen, was aus seinen Friedensgedanken geworden ist. Als Mensch und Autor hat er sich entwickelt, stellt in Band 30 seine pazifistischen Ideen seinem immer noch breiten Anhang vor.

 

Einführung Über viele Zeilen ritt May mit Winnetou über die Steppe und das Felsengebirge. Mit seinem braven Hadschi Halef Omar durch die Wüste und so manches Wadi. Immer darauf bedacht, verfeindete Stämme ohne Blutvergiessen zu versöhnen und Schurken mit Geduld zur Vernunft zu bringen. Nun, da er über etliche gesammelte Werke in handlungsstarker Manier viele Male Frieden gestiftet hatte, gibt er in seinem Alterswerk Auskunft über seine wahren Motive. In Band 30 fährt er gleich drei erklärungsmächtige Geschütze auf: Der hochmütige Westen muss erzittern und seine zivilisatorischen Absichten offenlegen, das Geschoss des religiösen Wahns mit humanitärer Verteidigung zunichte gemacht werden, persönliche Vorurteile, geschürt durch nationalen Stand, vorsichtig aber gezielt entlarvt werden.

 

Handlung Die Reise beginnt am Tor zum Orient, in Kairo. Charley begegnet dort den Hauptfiguren der Geschichte, dem amerikanischen Missionar Waller und seiner Tochter, dem ägyptischen Diener Sejjid Omar und auf zwei geheimnisvolle Chinesen, Fu und Tsi. Später dann findet noch Old England, in der Person von Sir Raffley und seinem Neffen, dazu. Wer nun eine abenteuerlastige Story erwartet, wird enttäuscht. Zwei bis drei Handlungen, die durch Aktion Spannung erzeugen, dann ist Schluss. Anhand der Route, die Charley auf dem Seeweg von Kairo nach Indien, Sumatra und China führt, referiert Karl May in ausladender Weise und mit treffendem Blick die Differenzen zwischen Religionen, Nationen und Kulturen.

Dies tut er anhand der Person des körperlich und geistig kranken Missionars Waller. Karl May verfasst ein Gedicht mit christlichem, menschenfreundlichen und -liebenden Inhalt. Dies fällt der Tochter des Missionars in die Hände, und das Gedicht dient infolge als Grundlage zur völligen Genesung des Missionars. Das grosse Finale findet in China statt. May erzählt von einem grossen Bund der Menschenliebe, der seinen Ursprung im heidnischen China hat. Dabei beschreibt er so nebenbei, durch welchen gemeinsamen Nenner sich die Religionen einigen könnten. Es ist ein Prinzip der Menschenliebe, beschrieben vor mehr als hundert Jahren.

 

Besprechung Wenn man Karl May kennt, viele seiner Bücher gelesen hat, so weiss man, dass man durch die Personen der Geschichte viel über seine eigene Person lernen kann. In diesem Fall gibt der Autor ziemlich deutliche Hinweise, wie er sich entwickelt hat, und was der Leser von ihm noch erwarten konnte, damals, vor etwa hundert Jahren.

Wir sehen da einen Sir John Raffley, einen eingemachten Engländer der noblen Sorte. Er hat sich auf seinen weiten Reisen eine Chinesin angelacht und hat sich dadurch mächtige Gegner geschaffen. Indem er durch die Heirat mit einer vermeintlichen Heidin den standesgemässen Graben überwindet, hat er ein nationales Vorurteil überwunden. In einer Wette setzt er darauf hin sein ganzes Vermögen. Wir sehen darin einen May, der sich einer Menschenliebe nicht nur geöffnet hat, sondern sie auch praktiziert.

Wir sehen da den Diener Charleys, der ein Sprachgenie ist. Karl May mimt in seiner Geschichte immer noch die Hauptperson, ist aber nicht mehr der fremde Alleskönner, der Übergrosse Effendi aus dem Abendland.  Überall wo der Diener mit seinem Herrn hinkommt, lernt er die fremden Worte. Sein Kopf ist daher der Behälter für einen bunten Mischsalat. May gibt zu, sein Diener konnte nicht wirklich die Sprachen, die er immer wieder behauptet hat, zu können. Dabei ist der Sejjid ein grundehrlicher Kerl. Der durch die Menschenliebe seines Sihdi die Fährte seiner angestammten Religion verlässt. Ein Hinweis, wie Karl May selber einst durch Seelsorge Nächstenliebe empfangen konnte, und wie er mit den Sprachen umging.

Wir sehen da den Neffen Sir John Raffleys, den ein standesgemässes Vorurteil hoch über andere Nationen erhebt. Ein fataler Fehler, wie uns May in Friede auf Erden warm zu berichten weiss. Denn der Neffe erlebt infolge auf der Reise nach dem fernen Osten einen menschlichen Misstritt nach dem andern. Die er mit seinem Stand zu erschlagen suchte, fangen seinen Hieb mit erstaunlich einfacher Leichtigkeit ab. Diese Heiden, Tempelpriester und Frauen bringen es fertig, dass der vornehme Engländer sich ans Herz greift, und die gehegten Vorurteile als das erkennt, was sie sind, nämlich übergrosse drohende Schatten. Darin kann der geneigte Leser erkennen, was May schon immer predigte, durch alle Geschichten. Es ist dies der Wert des Menschen, egal welchen Standes, Volkes, oder welcher Nation.

Dann sehen wir da Dilke, den Zivilisatoren. Er will das vermeintlich Richtige des Westens dem Osten aufdrücken. Er ist der Anführer eines Aufstandes gegen den Bund der Menschenliebe. Karl May wirft ihn am Schluss der Erzählung in den Abgrund. Ein Hinweis, dass er selber, Karl May, seine alte Gesinnung, alles was sie beinhaltete, als gestorben betrachtete. Nach seinen eigenen Worten waren die Abenteuergeschichten der ersten Stunde nur der Anfang, die Übung, für das was nun kommen soll. Für die abschliessenden, erklärenden Gedanken, die sein gesamtes Werk in ein humanistisches Licht der Menschliebe rücken soll.

 

Fazit Nur wenig hat sich verändert, seit May diese Worte geschrieben hat. Friede zwischen den Nationen? Wir warten auf Übermorgen. May ist natürlich ein Kind seiner Zeit. Er hat darum nicht die Klimaprobleme diskutiert. Aber er hat, und das in einer für die heutige Zeit immer noch ansprechenden Sprache, eine fundamentale Frage gestellt. Wie, auf welcher Basis, könnte Friede zwischen den Völkern sein? Die Antwort, würden die Mächtigen auch nur den Glimmer einer Sekunde erwägen, sie haben zu wollen, würde doch einiges ändern. „Bringt Liebe nur!“ dichtet da May in seinem Gedicht. An gelebter Liebe, daran, würden die Nationen sich darum bemühen, würden so einige unmoralische und gewinnorientierte  Absichten hängen bleiben.

 

Empfehlung Karl May, auch sein Alterswerk, kann man durchaus wieder mal lesen. Tipp: nicht irgendwann, sondern am besten zu einer christlichen Festzeit, wie Weihnachten, oder Ostern, einfach dann, wenn die Stimmung festlich ist. Denn, auch daran lässt Karl May keinen Zweifel, würden wir die Bibel kennen, wüssten wir, was der Grund dessen ist, was er Menschenliebe nennt.

 

Für das Team fantaster: pilger jack

 

krimi: der wille des volkes von ch.lewinsky, eine rezension

Posted in buchinterpretationen on Dezember 4th, 2019

Charles Lewinsky/ Lewinsky auf Wiki/ Der Wille des Volkes c dtv 2019/ Ein Schweizer Regionalkrimi/ softfax S.384

Politiker Wille unter der Krimiwelle

 

Einleitung Was unterscheidet eigentlich das Groschenheft Jerry Cotton von den anderen Krimis? Die Antwort ist so banal wie grundsätzlich, denn es ist nur die Platzierung eines Verbrechens. JC und sein Kollege Phil Decker sind nämlich meist dem organisierten Verbrechen auf der Spur, emotional, stilsicher, wortgewandt. Alle anderen, der grössere Haufen der Ermittler, die hauptsächliche literarische Sparte Krimi, nimmt sich mehr den verwerflichen Taten einzelner Bürger an. Einer davon ist Charles Lewinsky, freier Autor und Dramaturg, der sich in eigenen Worten, wohl an den einzigen Krimi, den er je schrieb, gemacht hat: Der Wille des Volkes, aus dem Jahr 2017.

 

Handlung  Der sich im Unruhestand befindliche, pensionierte Journalist, Kurt Weilemann, hat noch nichts von seinem Berufsinstinkt eingebüsst. Ein täglicher Frust, dass  er nur noch als Texter für Nachrufe benötigt wird. Dann jedoch wird ein Berufskollege tot aufgefunden, und Weilemann mag dem Bericht der Polizei keinen Glauben schenken. Selbstmord! Nicht dieser Kollege, denkt Weilemann, und macht sich auf den Weg seiner journalistischen Spürnase zu folgen. Dabei stösst er auf so einige Ungereimtheiten. Eine geheimnisvolle Frau, die angibt, ihm helfen zu wollen; ein störrischer Sohn, dem er eigentlich nicht begegnen will; ein kauziger Autor, der sich in einer Seniorenresidenz versteckt. Die Nachforschungen führen Weilemann direkt in das undurchdringliche Dickicht einer von langer Hand geplanten Parteistrategie. Was hätte verschwiegen bleiben sollen, tanzt dem altersmüden Journalisten zuweilen einen ganz gehörigen Tango. Die Indizien werfen ein neues Licht auf einen tief in der Vergangenheit verorteten Fall. Weilemann ist auf der Spur, denn die Kratzer an diesem vergangenen Fall haben sein Interesse für eine gute Story geweckt.

Besprechung Der Wille des Volkes ist die „One-Man-Show“ eines pensionierten Journalisten. Weilemann lebt zurück- und auf sich selbstbezogen in einer Wohnung, die er sich gerade noch leisten kann. Redaktionen denken nicht mehr an ihn, ausser wenn es um Nachrufe geht. Dabei ist Weilemann, zumindest was den Geist betrifft, noch Fit, sieht sich dauernd Wortbilder auf den Gehalt prüfen. Jedoch ist sein Beziehungsnetz arg im Eimer. Er muss sich fragen, warum er von den meisten seiner ehemaligen Kollegen nicht mehr weiss, als den Namen. Aber vor allem nagt es an seinem Berufsstolz, dass er nicht mehr richtig gebraucht wird. Dabei ist er ein Journalist alter Schule, weiss durchaus noch richtig von falsch zu unterscheiden, zumindest wenn man die Fakten zu einem Fall genau betrachtet. Wie bei Derendinger, als man ihn tot aufgefunden hat.

Dabei beschreibt Charles Lewinsky ein dystopisches, düsteres Zürich. Es ist eine dem rechten Flügel verschriebene Partei, die im ganzen Land den politischen Willen diktiert. Im Namen des Volkschutzes wird der Bürger überwacht. Es hat Kameras an allen Ecken und Winkeln. Autos und Busse fahren selber, das Leben ist von den Strassen verschwunden.

Auf dieser Basis jagt Charles Lewinsky die Hauptfigur, Weilemann, durch die Strassen Zürichs. Weilemann ist kein Held, keine heroische Identitätsfigur. Vielleicht am besten vergleichbar mit Spider Man. Er ist ein normaler Mann, gebissen von einem übergrossen Arbeitsreflex, der Wahrheit auf den Grund zu gehen, wenn man sie partout verheimlichen will. In seiner Rolle gezeichnet als ein alter, gebrechlicher Mann, dem man nichts mehr zutraut, wenn man ihn sieht.

Dabei wird der Protagonist getragen von einem Plot, der wie eine Welle ist, von klein zu gross, und trifft sie auf den Strand, vermag sie auch noch das kleinste Sandkorn umzudrehen. Eine feine Klinge führt der Autor, um ein anderes Bild zu gebrauchen, und lässt die Spannung steigen. Kapitel um Kapitel, auch das sei zu erwähnen, sie kommen in der Eröffnung ohne verträumte Stimmungsbilder aus, steigt der Autor in die Hosen, fügt der Handlung Schicht um Schicht die nächste Erkenntnis zu. Bingo, der beflissene Leser muss innehalten, verträumt zum Fenster rausschauen, und die vertrackten Verhältnisse in der Welt anhand des Romans bedenken.

Fazit und Empfehlung Der Plot lebt von einer durchdachten, krimiwürdigen Handlung, hat aber in Weilemann einen zwar intellektuellen, aber altersschwachen Charakter. Kein Tempo, keine Action in der Ermittlung, jedoch scharfsinnig in der Suche nach Fakten. Das Team Fantaster hat entschieden, es einen nostalgisch angehauchten, dystopischen Politkrimi zu nennen. Gut zu lesen als Zusatzlektüre zur Zeitung, und witzig für solche, dem Journalistengenre verhaftete.

psychodoc für das team fantaster

interpretation von e.waltons legende über die letzte amazone

Posted in buchinterpretationen on November 20th, 2019

Evangeline Walton/ Wiki über E.Walton/ Die letzte Amazone c Hobbit Presse Klett – Cotta 1985/ Originaltitel: the sword is forged c 1983 c E.Walton/ Aus dem Amerikanischen von Hans J.Schütz/ aufgeteilt in drei Geschichten: 1.Die Klinge (unten interpretiert), 2.Antiope 3.Athen/ softfax S.430

Schöpfung: Plan B

Evangeline Walton hat sich als Schriftstellerin vergessener, legendärer Völker angenommen. In den zwei Bänden „Mabinogi“ erzählt sie mythische Begebenheiten aus Grossbritannien, hier genannt die Insel der Mächtigen. In die letzte Amazone hat sie sich einem für Europa ebenfalls sagenhaften Schatz zugewandt. Tief ist die Erinnerung Griechenlands mit der Dichtung und Erzählung über kriegerische Frauen verknüpft, die sich als Stamm organisierten. Warum?

Handlung Evangline Walton unterteilt das Buch in drei Teile. Der erste Teil trägt die bezeichnende Überschrift, „die Klinge“. Die Geschichte im Kurzüberblick. Ein Traum von einem Blutbad beschäftigt die Kriegskönigin, Molpadia. Daraufhin geht sie in Themiskyra auf die Suche nach einem möglichen Feind. In ihrer Abwesenheit landen abenteuerlustige Griechen, getarnt als Kaufleute, an den Gestaden der Amazonen. Ein geheimnisvoller Gürtel soll erobert werden. Mit einem Gefolge verlassen Antiope und Melanippe ihre Festung. Sie sind die Töchter Otreres, der Schwester der Kriegskönigin, und auf ihnen ruhen die Hoffnungen der Amazonen. Sie sind jung und sehen in den Griechen mögliche Väter für ihren Nachwuchs. Es scheint alles glatt zu gehen. Bis der Grieche Telamon die Absichten der Amazonen missversteht und einen Mord begeht.-

Derweil ist in der Heimat der  Griechen Friede gerade ein Fremdwort. Ein Prinz auf Visite kommt bei Festspielen in Athen ums Leben. Aigeus, König von Athen, muss sich bald gegen Minos, den König von Kreta verteidigen. Mitten drin ein Rotschopf, der mit den Abenteurern auch bei den Amazonen war. Er erhält gegen Ende der Geschichte seinen Namen.

Besprechung Die Berichte um die Amazonen sind sowohl legendär wie auch umstritten. Es wird von Wahrheit und Dichtung geprochen, und wir wissen, in jeder noch so unglaublichen Geschichte ist ein Fünckchen Wahrheit. Wo liegt sie bei den Amazonen, die Stoff für so viele Legenden sind? Es hat da wohl in jener Zeit, etwa so um 800 Jahre vor Christus, kriegerische Frauen gegeben. Die gestellte Frage lautet hier jedoch, und davon gehen wir aus, warum könnten sich Amazonen gesammelt von der herrschenden Welt zurückgezogen haben?

Für das team seitentrotter ist klar, und es geht die Frage absolut philosophisch an, es liegt an den falschen Gepflogenheiten einer durch einen verwirrenden Götterglauben situierten, matriarchalischen Gesellschaftsform. Da lagen die lieben Griechen wegen verschiedenen Ansichten über Götter manchmal im Dauerstreit. Morde konnten  rachsüchtigen Gottheiten in die Schuhe geschoben werden. Um sich ein bischen Göttlichkeit zu sichern, mussten die Götter bei der Zeugung von Nachkommen herhalten. Und oft stritt man sich, welche Stätte denn nun heiliger sei, welches Orakel höher zu werten sei. Götter waren männlich, und da ist nun die Frage nicht mehr weit entfernt, was hatten die Frauen für eine Stellung?

Zunächst aber der philosophische Teil, um das Fünckchen Wahrheit aus der Geschichte rauszuquetschen. Denn irgendwo, so hat das team fantaster festgestellt, muss da was Stimmiges sein. Um ihren Standpunkt zu festigen, mussten sie auf die alten Schriften zurückgreifen. Und sie stellten fest, die alten Schriften waren voll von Beispielen, die von Segen oder Fluch handelten. Die Frage hier lautet eben nicht, gibt es überhaupt einen Gott. Die Griechen damals würden diese Frage mit ja beantwortet haben. Die Frage ist vielmehr, was ist das für ein Konstrukt, das du Gott nennst. Ist es ein gebastelter Plastikgott, zu dem Zweck erfunden, deinen eigensüchtigen  Willen zu erfüllen, oder darf es jener unbekannte Gott sein, der auch noch auf der Göttertafel steht. Die Frage nach der Art und Weise wie du glaubst, entscheidet über die Art und Weise, wie dein Umgang auf Erden ist.

Davon konnten eben nun die Amazonen ein Liedchen singen. Der Umgang musste für viele Frauen dazumals erniedrigend gewesen sein. Harte Arbeit am Tag, und in der Nacht noch zur Freude der Herren da sein. So solls gewesen sein, sagt eine Stelle in die letzte Amazone. Verständlich, sieht man die damalige matriarchalische Gesellschaftsform unter der Lupe an. Sklaven ähnliche Zustände für viele Frauen. So what! Die nächste Aussage einer Amazone: Lieber ein hartes Leben in Freiheit, Entbehrung und Kampf, als die alten Zustände.

Empfehlung Das team fantaster hat darum entschlossen, dieser Lebensform, dem gemeinschaftlichen Leben in von der männlichen Egokultur getrennten Stämmen, gleich den Antistarorden zu verpassen. Das Buch von Walton übrigens, ist man den griechischen Verhältnissen von damals fremd, eine Knacknuss. Eine holprige Leseerfahrung. Nicht geeignet für zwischendurch, keine romantische Abhandlung, keine tief dargestellten Charaktere, aber Handlung pur, und leidige Verwicklungen von Staaten.

team fantaster

Interpretation von bd 3 der feuer und finsternis trilogie: im reich des todes

Posted in buchinterpretationen on November 14th, 2019

Angelo Nero/ Feuer und Finsternis Trilogie/ Buch eins: Sohn des Drachen, Buch zwei: Der Nekromant/ hier Buch drei: Im Reich des Todes 1.Auflage Oktober 2019/ Cover: Selina Bachmann/ eine Angelo Nero Produktion/ Softfax S. 174

Dunkle Dichtung eines literarischen Rock`n`Rollers Bd 3

Rock`n`Roll begründete der Jugend vor der Jahrtausendwende ein neues Lebensgefühl. Es war Larry Norman, ein Vorreiter der christlichen Rockmusik aus den 1980er Jahren, der sagte: „Warum sollte der Teufel all die gute Musik haben?“. Für den Liebhaber von Literatur ist ein gutes Buch Musik in den Augen. Angelo Nero, der Schweizer Fantasy Autor mit christlichem Hintergrund, bezieht Stellung und sagt: „Das Feld sollte man auf keinen Fall dem Feind überlassen!“ Mit „Sohn des Drachen“, hat  Angelo Nero eine fantastische Schweizer Sage eröffnet. Weiter geht es in der Feuer und Finsternis Trilogie mit Band zwei: „Der Nekromant.“ Der Abschluss bildet Band drei: „Im Reich des Todes“.

.Rückblick Band eins In „Der Sohn des Drachen“, werden die Umstände und Fügungen beschrieben, die Sariel il Nero zu dem machen was er ist, der Fürst der Angelus Excubitor. Drachenbändiger und der Vorsteher einer Bruderschaft, die im Heiligen Römischen Reich finstere Mächte bekämpfen. Es ist das 15.Jahrhundert nach Christus, dunkles Mittelalter.

Rückblick Band zwei, „Der Nekromant“ Jetzt driften die Wege der zwei Brüder, Vlad und Sariel, völlig auseinander. Zunächst werden sie noch an den Zürichsee gerufen, um einem Hexenzirkel das Handwerk zu legen. Doch dann spannen sich die Fäden, die Vlad in seiner zurückgezogenen Art, gelegt hat. Die Entscheidung ist gefallen. Nach einem Besuch am Hof des Königs in der Nähe von Wien, an dem beide teilnehmen, stellt Vlad Sariel vor vollendete Tatsachen. Er verlässt die Bruderschaft um den Thron seines Vaters zurückzufordern. Sariel bleibt nichts anderes übrig als zu vertrauen und kehrt alleine auf den Drachenhorst zurück. Zunächst scheint alles im Lot zu sein. Vlad scheint – er ist immer noch einer der Angelus Excubitor – eine gute Falle zu machen. Dann mehren sich die Anzeichen von Missbrauch im Kreise Vlads. Und Sariel, der immer noch an das Gute in Vlad glaubt, macht sich auf den langen Weg, seinem Bruder zu helfen.

Handlung Band drei Sariel muss schmerzlich erfahren, dass Vlad zu helfen, einen viel grösseren Kraftakt bräuchte, als angenommen. Für die beiden Brüder geht es in diesem ersten aufeinandertreffen um Leben oder Tod. Sariel hat jedoch von einer Seite Hilfe erfahren, die er nicht erwartet hätte. Zunächst jedoch muss er unverrichteter Dinge wieder den Nachhauseweg antreten. Vlad indes, hat ein Teilziel erreicht. Um seine Rache zu befriedigen hat er sich der Dienste eines Nekromanten bemächtigt, die ihm den Schlüssel über den Tod in die Hand legt.

Zuhause auf dem Drachenhorst muss sich Sariel, bevor er zur Tat schreiten kann, häuslichen Angelegenheiten annehmen. Er hat eine Familie gegründet, die ihn einiges an Geduld lehrt. Weder auf dem Schlachtfeld noch daheim, scheint ihm zunächst das Glück beschieden. So unternimmt er alles, um die Angelegenheit mit Vlad zu einem glücklichen Ende zu führen. Die Truppen werden aufgestockt, Bündnisse geschmiedet und Beobachter losgeschickt. Dann ist die Zeit endlich gekommen, da Sariel wieder aufbricht. Es ist der Auftrag der Angelus Excubitor, das Böse zu bekämpfen, wenn es sich zeigt. Auch in der Walachei, bei Vlad. Wie also kann sich Sariels Mission gestalten, da er der Neutralität in Staatsangelegenheiten verpflichtet ist?  Der Ausgang des entstandenen Bruderzwists steht auf wackeligen Beinen.

Besprechung In Teil eins sind die phantastischen Elemente beleuchtet, die den Plot von andern Werken unterscheiden, einzigartig machen. In Teil zwei mussten die christlichen Werte der Sicht durch die Lupe standhalten. So ist nun der Zeitpunkt gekommen, auch in der Besprechung zum Finale anzusetzen. Eine genaue Betrachtung von Teil drei sei jedoch zu unterlassen. Genügend Merkmale wurden in den ersten beiden Bänden herausgearbeitet, womit sich der Leser auseinander setzen kann. So wollen wir jetzt zum Abschluss nur noch eine Sache beleuchten, das ist die in Fantasy Erzählungen übliche, benötigte Drohkulisse.

Die meisten der fantastischen Erzählungen fundieren auf einer Drohkulisse. Irgendwo in den fiktiven Welten vieler Autoren regt sich ein namenloses Böses. Eine finstere Macht, tief verborgen und weit weg, ein finsterer Wille, der in den Köpfen der freien Völker für Entsetzen sorgt, fordert ihren Weg zurück ans Tageslicht. So ist die Ausgangslage für den Leser bald klar, das Gute muss das Böse bezwingen. Die Spannung entlädt sich entlang der Handlungsabsichten der Kontrahenten der Geschichte.

Etwas differenzierter, konkreter kommt dem Leser das entworfene Szenario von Angelo Nero entgegen. Auch er beschreibt in seiner Erzählung etwas Dunkles, Böses. Auch bei ihm müssen finstere Mächte dahin zurückweichen, woher sie gekommen sind. Es ist jedoch keine global betriebene Befreiungskultur, die der Autor in Feuer und Finsternis betreibt. Keine nahe und doch ferne Erderwärmung, die die Gemüter erhitzt. Und da ist schliesslich auch keine Macht, die lange irgendwo in den Bergen ein namenloses Dasein fristete und auf eine Gelegenheit wartete, zurückzukommen. Nein, das Böse ist eher allgegenwärtig, ist da, unter den Menschen. Daraus folgt, es kann sich irgendwo zeigen. In einem Dorf, in einer Siedlung, in einer Gemeinschaft, einfach irgendwo, selbst unter den Brüdern der Angelus Excubitor!

Das Böse, wenn man es trotzdem so nennen will, kann sich also unter den Menschen zeigen. Daraus folgt, dass jeder der Charaktere der Geschichte, das Potential für einen Unheimlichen Auftritt hat. Es ist nicht die gebündelte Kraft, die zu einer Kugel geknetete Finsternis, die das Land in einem Auftritt überrollen will. Nein, das Dunkle ist eher wie das breite Angebot im Warenhaus. Es ist da, für jedermann greifbar.

Das lässt den Schluss zu, und dies hat Angelo Nero in seinen Hauptfiguren, Vlad und Sariel vereint, dass es in der Entwicklung ihrer Geschichten nicht das ausschliesslich Gute, das allumfassende und krasse Schlechte gibt. Es ist bezeichnend, dass beide irgendwann erkennen, irgendwo habe ich einen Fehler gemacht, bin falsch abgebogen, habe eine unwiederrufbare Entscheidung getroffen.

Die Taten von Sariel und Vlad sprechen hinwiederum, für den aufmerksamen Leser, eine deutliche Sprache.

Fazit und Empfehlung Angelo Nero beschreibt nicht das allumspannende Böse, dem wir ausgeliefert sind. Er zeichnet den Weg von Menschen, die in ihrem Umfeld täglich eigene Entscheidungen treffen können. Entscheidungen, die ihrem Leben den Geschmack von Gutem oder Bösen beisteuern. Denn, der Mensch kann sowohl Gut wie Böse sein! Die Entscheidung liegt bei ihm.

Das Team Fantaster gibt eine Leseempfehlung für junge Erwachsene und Ältere. Dark Fantasie Liebhaber werden es lieben. Den Andern sei gesagt: Die Schweizer Legende um die Bruderschaft der Angelus Excubitor ist ein lohnender Einstieg in eine dunkle, aber fantastische Parallelwelt.

Interpretation von Peinkofers Könige Trilogie Bd 2: Kampf der Könige

Posted in buchinterpretationen on November 6th, 2019

Michael Peinkofer/ Peinkofer auf Wiki/ Kampf der Könige c Piper Verlag Gmbh 2014/ Band 2 der Könige Trilogie/ hier gehts zu Band 1/ Anhänge: Glossar, Karte, Grammatik einer alten Sprache/ softfax S.539

Erdwelt- Tummelplatz der Werke und Wesen

 

Einleitung Der grosse Vorteil einer High-Fantasy Geschichte gegenüber eines historischen Romans ist, der Leser muss sich nicht dauernd fragen, ob die Fakten stimmen. Ist die Erzählung aufgrund historischer Tatsachen geschrieben? Hat sie darüber hinaus auch noch die Stimmung jener Zeit eingefangen? Sind die Charaktere nahe an den Linien der Vorbilder gezeichnet? Eine Geschichte aus dem fantastischen Genre darf sich frei entfalten. Kein Erzählkorsett, keine Vorgaben von vormaligen Geschehnissen, Freiheit in der Charakterwahl.- Diese Freiheit hat sich der deutsche Erfolgsautor Michael Peinkofer einverleibt. Seine High Fantasy Trilogie mit dem Titel „die Könige“, ein Muster an schriftstellerischer Freiheit.

 

Handlung Band eins endete, dass die verschiedenen Protagonisten in Erdwelt einem Auftrag hinterhereilen. Da ist ein Herzogssohn, der zum Anführer aller Widerstandsnester werden soll. Da ist ein verschlagener Zwerg, der von seinem König verachtet eigene Wege geht. Da ist ein Menschenkrieger als Spion unterwegs, nicht bereit aufzugeben, als bis er genau weiss, was die dunkle Seite plant. Da ist eine freie Tochter aus den Hügellanden, die von ihrem Gefährten getrennt wird. Da sind freiheitsliebende Zwerge, die ihrem Anführer die Stirn biegen. Nicht zuletzt zwei Orks, die im Lauf der Handlung richtigstellen, was wirklich in ihnen steckt. So weit, so gut.

Dann startet Band zwei der Könige Trilogie von Michael Peinkofer mit der Suche nach einem verloren gegangenen Kind. Auf ihm liegen die Hoffnungen einer kommenden Generation. Das Kind hat Bedeutung für die Guten, wie die Bösen. Der Widerstand sammelt sich in der Folge um den Herzogssohn, Dag von Ansun. Vom Meer bis hoch in den Norden, vom Norden bis zur altehrwürdigen Zwergenfeste, von den Marschen bis zu den Hügellanden; in Band zwei mehren sich die Zeichen, das der Widerstand einen Weg gefunden hat, der drohenden Dunkelheit zu entgehen. Band zwei endet mit einem Teilsieg. Noch aber ist das Übel nicht völlig an der Wurzel gepackt. Noch lebt der machtsüchtige Zwergenherrscher, und der Kampf um das Kind ist noch nicht abgeschlossen.

Besprechung Wiederum lässt es der Autor mächtig rauschen. Es ist mehr als ein Rascheln im Blätterwald, wenn er Seite um Seite die Schicksale seiner Charaktere vorwärtstreibt. Wie in der Besprechung zu Band eins erwähnt, präsentiert Peinkofer ein Wimmelbild an Helden. Der Titel zu dieser Besprechung hat es bereits angetönt. Die Könige Trilogie ist ebenso wie ein Wimmelbild an Helden ein Tummelplatz jedweden Wesens, respektive jedweden Werkes. Es sind nicht wenige Wesen, die den Widerständlern begegnen. Von der Schattenarmee bis zum greifbaren Eisbarbaren. Kreaturen, ihrer Umgebung entsprechend gestaltet, die sich dem Bösen beugen. Dann wieder Wesen, älter als die Menschen, die sich dem Widerstand anschliessen, nachdem sie von den guten Absichten der Widerständler überzeugt sind.

Wie Band eins ist die Fortführung des Krieges um Erdwelt ausführlich in der Erzählung. Der Erfolg der Guten, der zwangsläufig das Ziel einer fantastischen Erzählung sein muss, nicht nur lieblos den Lesern hingeworfen. Und hier hat sich Peinkofer durchaus ein Beispiel aus der realen Welt genommen. Es ist ein wichtiges Detail der Erzählung. Das Kind, das es vor der dunklen Seite zu schützen gilt, kann, nachdem es zu seinem Schutz fremdplatziert wurde, nicht einfach wieder seinen Eltern übergeben werden. Es kann die Sprache der Eltern nicht, hat andere manieren und möchte lieber bei den Ziehvätern bleiben.

Sodann widmet der Autor Dreien Schicksalen in Band zwei ein Extra Kapitel. So kann der Leser ihren Gang durch die Zeit bis zum Start von Band zwei verstehen. Eine Perle im Buch, wie ein Bild, das die emotionale Bindung vertieft.

Empfehlung Band zwei ist die ebenbürtige Fortsetzung der Könige Trilogie. Der Leser muss aber Wissen, er ist noch nicht am Ende. Die dunkle Macht ist noch nicht zurückgetrieben. So steht der Griff zu Band drei noch an. Also nochmal 500 Seiten. Ein gutes Buch für zwischendurch, und nicht nur für Jugendliche. Auch ältergewordene können sich daran erfreuen.

Pilger jack für das team fantaster

m.peinkofers orknacht, bd 1 der könige trilogie- eine besprechung

Posted in buchinterpretationen on Oktober 22nd, 2019

Michael Peinkofer/ Peinkofer auf Wiki/ Die Könige Band 1: Orknacht c PiperVerlag Gmbh 2013/ Anhänge: Karten, Glossar, Grammatik einer alten Sprache/ softfax S.511

Erdwelt- Wimmelbild der Helden

Einleitung Der grosse Vorteil einer High-Fantasy Geschichte gegenüber eines historischen Romans ist, der Leser muss sich nicht dauernd fragen, ob die Fakten stimmen. Ist die Erzählung aufgrund historischer Tatsachen geschrieben. Hat sie darüber hinaus auch noch die Stimmung jener Zeit eingefangen. Sind die Charaktere nahe an den Linien der Vorbilder gezeichnet. Eine Geschichte aus dem fantastischen Genre darf sich frei entfalten. Kein Erzählkorsett, keine Vorgaben von vormaligen Geschehnissen, Freiheit in der Charakterwahl.- Diese Freiheit hat sich der deutsche Erfolgsautor Michael Peinkofer einverleibt. Seine High Fantasy Trilogie mit dem Titel „die Könige“, ein Muster an schriftstellerischer Freiheit.

 

Handlung  In dem von Peinkofer entworfenen Land Erdwelt drängt sich eine alte finstere Macht zurück in den Kampf um die Herrschaft. Es ist der despotische Zwergenkönig Winmar von Ruun, der zurzeit das Sagen hat. Zurückgedrängt hat er die freien Völker und sitzt auf dem ehrwürdigen Thron der Äxte seiner Vorfahren, fällt machtversessene Entscheidungen. In alle Winde verstreut sind diejenigen, die in Friedenszeiten Land und Volk führten. Die Könige der Menschen, die Vorsteher der Hügelclans, die eigentlichen Erben der Throne, die Nachfahren der Elfen. Unter ihnen auch der alte Weise Dwethan, der den Widerstand zu bündeln versucht. Mit dabei sind auch zwei streitlustige Orks mit einem wichtigen Auftrag in Händen.- Und alles wird überschattet durch den finsteren Willen uralter Wesen, die ihre eigenen Absichten in Erdwelt durchsetzen wollen.

Besprechung Teil 1  Band eins der Könige Trilogie von Michael Peinkofer ist vor allem eins, eine gut erzählte Geschichte. Langsam und gemächlich gewinnt die Handlung an Spannung. Geschickt zieht der Autor an den Fäden der Geschichte. Da ist Dag, ein blinder Menschenprinz, der sich in einem Stockkampf die Ehre unter Kriegern erkämpfen muss. Da ist Aryanwen, eine Königstochter, die, um dem Land zu dienen, eine Scheinverbindung eingeht, nun auf der Flucht vor ihrem Peiniger. Dann sind da zwei Orks. Unterwegs mit einem unfreiwilligen aber angenommenen Auftrag, der sie fremde Wege gehen lässt. Dann sind da einige aufständische Zwerge an Winmars Hof. Lieber gehen sie in den Tod, als die despotischen Absichten ihres jetzigen Herrschers zu verteidigen. Da ist auch der Krieger Alured, der als Spion bis an die äussersten Grenzen des Machbaren vorstösst. Dann ist da auch noch Catriona, die Tochter eines Clanführers aus den Hügeln. Die Ehre eines Kriegers vor den Augen, betreibt sie ein gefährliches Spiel. Da ist auch Vigor, als Vorsteher der Geheimpolizei Winmars ein zweifelhafter Charakter. Warum aber kann er seiner Stellung nicht treu bleiben? Zuletzt ein Kind, nach dem die erwachende finstere Macht seine Krallen austreckt.- Alle zusammen ergeben ein Wimmelbild an Helden, die in Erdwelt in High Fantasy gerechter Weise zur Entfaltung kommen.

Besprechung Teil zwei Und auch wenn für Spannung bis zum letzten Kapitel gesorgt ist, fehlt eine Komponente. Es ist der Bezug zum Leben von Michael Peinkofer. Zur Realität des eigenen Alltags. Dass seine Geschichte wimmelt von Ideen, dafür hat sein Studium gesorgt. Der Autor hat unter anderem Germanistik studiert, also deutsche Sprache und Literatur. So sind es die Komponenten Wissen und Erzählkunst, die die Stärke der Erzählung ausmachen. Die Freude am Schreiben zählt jedoch an dieser Stelle nicht, denn sie ist Voraussetzung. Wenn er Zeile um Zeile die Blätter rauschen lässt, und der Leser sich mit dem Fuss im dichten Wald verfängt, weil er mit dem Helden unterwegs ist, fehlt die einordnende, subjektive Einschätzung der Situation. Sie würde zusätzliche Kraft freisetzen, sie würde den Lesenarr auf emotionaler Ebene mitreissen.

Auch Tolkien war Sprachwissenschaftler. Er hatte ebenfalls die zwei Komponenten Erzählkunst und Wissen vorzuweisen. Auch er bündelt die Fäden der Geschichte zu einem dicken Erzählstrang. Einem seiner Helden, Faramir, Heerführer in Gondor, fällt auf einem Streifzug ein getöteter Südländer vor die Füsse. Als er ihn sieht, fragt er sich, was ihn so weit von zu Hause fortgeführt hat. Ob es freiwillig geschehen sei, und ob er nicht lieber geblieben wäre. Diese Gedanken geben einen subjektiven Standpunkt wieder. Und man darf annehmen, dass die Überlegungen dazu aus den Lebenserfahrungen Tolkiens stammen.- Also, er hat die Blätter Zeile um Zeile rauschen lassen, der Leser hat den Fuss im düsteren Wald verfangen, weil er mit dem Helden unterwegs war, und die Einschätzung als dritte Komponente hat einen Sturm entfacht, die die Lesestube in ein unheimliches Licht zu hüllen vermag!

Empfehlung  Das Buch Orknacht aus der Könige Trilogie von Michael Peinkofer richtet sich an Liebhaber von High Fantasy Wälzern und lässt sich locker zwischendurch lesen. Man bedenke: Drei Teile bedeuten je etwa 500 Seiten. Das bedeutet wiederum, die andern Teile müssen auch gelesen werden.

für das Team Fantaster: pilger jack

Besprechung von Kofmehl/Betts Dark City Bd1: Das Buch der Prophetie

Posted in buchinterpretationen on Oktober 9th, 2019

Kofmehls Seite/ Kofmehl auf Wiki/ Dark City Trilogie Bd 1: Das Buch der Prophetie c Brunnen 2008/ Karte/ hardfax S.348

Wähle, Freund- und trotte ein!

 

Einleitung Stell dir vor, lieber Leser, du würdest einen langgestreckten Bergrücken entlang laufen. Nicht steil, ausgetreten, geradeaus. Dann, an einem Punkt des Weges, scheint es dir, als lichte sich etwas, das wie ein diffuser Nebel auf der Umgebung gelegen hatte. Die Landschaft um dich herum ist nun wie auf einen Schlag verändert. Konturen erscheinen, Linien, Formen. Du stehst zwar noch auf dem Bergrücken, siehst aber jetzt, dass du rechts eines mannshohen Zaunes entlanggelaufen bist. Dieser Zaun trennt die Welt messerscharf in zwei Hälften. Die eine Hälfte ist licht, freundlich anzusehen, angenehm duftend. Die andere Hälfte, und dort ist es wo du stehst, halbdunkel und von Stimmen durchdrungen, der Geruch modrig. Eine Frage keimt in dir hoch: „Warum laufe ich auf dieser Seite?“ Die Antwort: „Du weisst es nicht!“

 

Empfehlung Dark City, von der Schweizerin Damaris Kofmehl und dem Amerikaner Demetri Betts, ist ein dreiteiliger Fantasy-Roman aus dem Jahr 2008. Er richtet sich vor allem an Jugendliche, kann aber auch von Erwachsenen gelesen werden. Die Handlung hat die Kraft, Fragen im eigenen Leben aufzuwerfen. Fragen an das Leben an und für sich. Es empfiehlt sich daher, das Buch nicht zwischendurch zu lesen, sondern in einer ruhigen Minute.

Handlung Band eins: Das Buch der Prophetie Shairia ist der übriggebliebene Teil einer Insel, die von einer Naturkatastrophe verheert ist. Seither hängt nebliger Dunst über dem ganzen Land. Ein Regent und seine Barone regieren das Volk, belegen es mit eisernen Regeln. Von einer Hexe erhalten vier Jugendliche einen Auftrag. Sie müssen zwei Reliquien zu einem König im Exil bringen. Dadurch, so sagt eine vergessen gegangene Prophezeiung, soll das Land von der Bedrückung befreit werden. Von Abenteuer zu Abenteuer stolpernd, versuchen die vier Jugendlichen, den Auftrag zu erfüllen.

Besprechung Die Aufstellung des Plots verbirgt zwei grosse Fallgruben. Es ist zum einen das abgedroschene Klischee eines Teams, das eine Aufgabe meistern muss, und zum andern die Thematik um Lüge und Wahrheit. Beide bergen die Gefahr, bei ungewissenhafter Bearbeitung, die Geschichte abstürzen zu lassen.

Fallgrube 1: Ein Team löst die Aufgabe   Es ist eine Erfahrung, die wir irgendwann mal im Leben gemacht haben. Wir waren in einem Team, wir haben verloren. Denn da war meistens ein Team, das eine stärkere Besetzung hatte. Ein Team sein bedeutet also, Schwächere und Stärkere sind dabei. Jene die sich mögen, jene die sich meiden, im Team können sie aufeinander treffen.

Sie müssen nun, wie im vorliegenden Buch, miteinander einen Auftrag ausführen. Die Mädchen, die Buben, und nur ein Mitglied hat wirklich eine Kampfausbildung. Die Andern? In dieser Hinsicht unerfahren. Mindestens zwei von ihnen Verlierer in den Augen der Gesellschaft. Ein Kunststück für die Autoren, Aussage um Aussage den Deckel über der Fallgrube zu schliessen. Nichts weniger als die Frage nach gegenseitigem Vertrauen steht im Zentrum. Die Autoren müssen glaubhaft erzählen und wissen, eine feine Federführung ist gefragt, damit der Funke springt. Schon Tolkien, der Autor von „Herr der Ringe“, hatte sich dieser heiklen Aufgabe gestellt. Er liess seine zwei Protagonisten die Frage nach dem Sinn beantworten. Antwort: Es gebe etwas, für das zu leben sich lohnt.

Fallgrube 2: Lüge und Wahrheit  Die Wahrheit in Shairia ist täglicher Nebel, Armut, strenge Regeln. Ein Herrscher, der das Volk mit eiserner Hand führt. Alle wissen, daran sind diese Hexen schuld. Als das Team von einer alten Frau über ihre Absichten unterrichtet wird, offenbart sie sich als Hexe. Sie ist aber freundlich, hat Plätzchen gebacken und gibt sich auch sonst fürsorglich. Eine gute Gastgeberin. Dann dreht sie den Spiess um, denn sie sei nichts weniger als eine Hexe. Die jungen sind verunsichert, schlucken schliesslich die Botschaft.

Die vier Protagonisten fühlen sich nun wie in dem eingangs erwähnten Beispiel. Es hebt sich ein lange festgesessener Nebel. Sie wissen nicht, warum sie auf der rechten Seite des Zauns laufen. Linker Hand ist es doch viel schöner. Die Realitäten jedoch spielen sich auf ihrer Seite ab. In beiden Fragestellungen zeigt sich die erfolgreiche Mission der beiden Autoren. Die Charaktere sind als einfache Menschen beschrieben, denen wir durchaus auch im Leben begegnen könnten. Das macht die Erzählung glaubwürdig. Wie von magischer Hand schliessen sich die Fallgruben. Der Leser schreitet darüber, wundert sich, liest, blättert um, blättert schon mal vor. Das bringt jeden geneigten Leser dem von den Autoren genannten Ziel näher. Das ist zu glauben, dass jedem von uns, jung oder alt, ein Ziel, ein Sinn im Leben prophezeit ist. Zum Schluss das Fazit, Damaris Kofmehl muss eine Schriftstellerin sein, die an das glaubt, was sie schreibt. Dark City ist eine berührende, packende Geschichte!

gedankenverbrecher für das team fantaster

 

Besprechung Drachenland von Preiss/Reaves auf seitentrotter

Posted in buchinterpretationen on Oktober 2nd, 2019

B.Preiss, J.M.Reaves/ Preiss auf Wiki, Reaves auf Jedipedia/ Drachenland c Econ Verlag 1997/ Titel des amerikanischen Originals: Dragonworld/ aus dem amerikanischen von Karin Polz/ Illustrationen von Joseph Zucker/ softfax S. 464

Drachenland- ein Jerry Cotton der High Fantasy

Ein Buch ist das Tor zu einer vergessenen Welt. Titel auf Buchrücken erzählen von dem Schimmer unentdeckter Geschichten. Fremdartige Sphären durchdringen den Raum, betören die Sinne. Die Welt der Bücher heisst den Besucher warm willkommen, berührt ihn, entrückt ihn. Plötzlich ist der Schritt in ein Abenteuer ein Handgriff entfernt.-

Einmal umgeblättert, entführt der High-Fantasy-Roman Drachenland, von den amerikanischen Autoren Preiss/Reaves, mitten in die Auseinandersetzungen zweier Völker, mitten in das Rätsel von ungeklärten Todesfällen.

 

Der Winzling Amsel lebt als erfinderischer Einsiedler in Fandora. Das Volk besteht aus Bauern, Fischern und Handwerkern. Johan, der Sohn eines Ältesten, stürzt eines Tages mit einem von Amsel gebauten Fluggerät vor den Klippen zu Tode. Amsel wird belastet, eine Schuld am Tode des Jungen zu haben, ein Spion zu sein. Er flieht über die Meerstrasse nach Simbala. Auch dort wird der gerade eben eingesetzte Monarch mit einem unerklärlichen Todesfall eines Kindes konfrontiert. Während nun Simbala nach den Gründen forscht, sieht Fandora seinen Nachbarn als Ursache für die Morde und zieht gegen ihn in den Krieg.

Weit entfernt, über das Meer im Norden, leben Wesen, die die Völker nur noch aus den Legenden kennen. Sie gaben mit ihrem Drang zu überleben den eigentlichen Ausschlag für die bei den Menschen anstehenden Rätsel. Und es ist der Winzling Amsel, der durch seine Reise Aufklärung in die wirklichen Todesursachen der Kinder bringt.

Dabei haben sich Preiss/ Reaves darum gekümmert, verschiedene Seiten der Geschichte in Worte zu fassen. Drachenland ist die Geschichte des Winzling Amsels, der, genötigt seine Heimat zu verlassen, eine Schlüsselfigur zur Lösung der aktuellen Krise ist. Dann ist es der Blick auf das Volk der Fandoraner. Ein Landvolk, ohne grosse Kulturgüter. Einer davon ist Jondalrun, ein Ältester, Vater des verunglückten Johan und Antreiber zum Krieg. Der Roman Drachenland ist auch die Geschichte des Königshauses in Simbala. Dort ist zurzeit, sehr zum Ärger des Adels, ein ehemaliger Bergmann an der Macht. Das allein ergibt genug Stoff, um die Seiten mit Intrigen zu füllen, ausgeführt von der Prinzessin persönlich. So ist eben Drachenland auch die Geschichte des jungen Monarchen Falkenwind, der gleich an zwei Fronten antreten muss. Gegen die Fandoraner und gegen die Verschwörung von Innen. Zuletzt ist Drachenland die Geschichte von uralten Wesen, den Drachen. Ihr Bestand ist gefährdet. Sie müssen handeln. Sehen dabei den Menschen als Feind.

Die Zusammensetzung der verschiedenen Textteile, den gewählten Stil, kann man als Jerry Cotton der High Fantasy bezeichnen.  Edle, Gute, Böse, Zweifelhafte- alle bekommen sie kurz und knapp umrissen über ein bis zwei Seiten einen Lebenslauf. So ergibt sich für alle möglichen Akteure ein Bild, sodass man dessen Entscheidungen nachvollziehen kann. Dabei muss man sich aber als Leser nicht mit überzeichneten Lebensläufen und kratertiefen Beziehungsknorzen abfinden. Der Plot ist eher ein sanfter Wellengang, bis zum tosenden Brecher. Kein Unterbruch durch langweilige Konversationen und Gefühlsduselei oder zu lange Landschaftsbeschreibungen. Eine konsequente Umsetzung, ein stetes forttreiben der Handlung, von leichter bis voller Spannung.

So ist Drachenland gut mal zwischendurch lesbar. In der Hektik des ÖV`s, während der Mittagsmalzeit, vor dem Einschlafen. Die Autoren haben sich an die Devise gehalten, die schon Tolkien vorschwebte. Die Lösung von weltumspannenden Konflikten durch einen vermeintlich schwachen Protagonisten darzubieten. Darum ist es ein Fantasy Roman für Jung und Alt, eine All-Age-Fantasy Geschichte. Ein Buch, das zum Träumen einlädt, unterstützt durch schwarz weiss Bleistiftzeichnungen, die es zu einem doppelten Lesegenuss machen.

Pilger Jack

ian morson und im namen des falken: eine besprechung

Posted in buchinterpretationen on September 18th, 2019

Ian Morson/ Morson auf Wiki/ Im Namen des Falken c 1995, Goldmann Verlag/ Originaltitel: Falconers Crusade/ Deutsch von Bruno Genzler/ softfax S.220

Logik kontra Aberglaube- eine Stadt muss sich entscheiden

Hat auch schon ein Literat die Meinung geäussert, Romane aus der Vergangenheit seien unnötig, weil nicht gegenwartsrelevant. Kann man die Aussage kundtun, zeitkritische Handlungen wären langweilig, weil spannungslos. Soll man die Haltung haben, Bestseller garantieren noch keine Qualität, weil von der Masse gelesen. –

Der Buchrücken von „Im Namen des Falken“ gibt die Marschrichtung vor. Dort steht ein Zitat der Oxford Times: -Morson ist besser als Peters-. Der Vergleich eine Kampfansage vom hohen Pferd herab. Das Buch, die erste von acht Geschichten um den Regent Master William Falconer, der es nicht lassen kann, Verbrechen aufzuklären.

Der Student der freien Künste, Thomas Symon, wird im mittelalterlichen Oxford des Jahres 1264 Zeuge eines Mordes. Eine Dienerin eines Regent Masters liegt mit offener Kehle im Dreck einer Gasse. Diese Tat belastet das ohnehin schon angespannte Verhältnis von Universität und Stadt. Es ist William Falconer, der die Tat aufklärt. Dabei setzt er in seiner aristotelischen Weise auf deduktive Logik. Er hat gelernt, vom allgemeinen auf die Details zu schliessen, die Fakten zu verknüpfen. So kann er den Täter entlarven. Das ist auch nötig, denn es werden noch weitere Morde geschehen, wenn sich Falconer nicht sputet. Ihm zur Seite steht der Student Thomas Symon, der sich wiederholt auf eigene Faust aufmacht.

Ian Morson erzählt dabei mit der Leichtigkeit eines gewandten Geschichtenerzählers. Es ist das England des 13.Jahrhunderts. König und Barone streiten um die Macht. Die Erde ist noch keine Kugel. Söhne aus dem einfachen Volk brauchen einen Gönner, um studieren zu können. Den Juden werden schlimme Taten angedichtet. Strassen und Wege sind noch nicht gepflastert. Hinter den Mauern herrscht Kälte, nur erwärmt von einem Feuer. Es ist mehr als ein Hauch, den Ian Morson in seinem Romanerstling vermitteln kann.

Und um auf die Andeutungen in der Einleitung zu antworten. Dieses Werk bietet dem aufmerksamen Leser mehr als bloss Unterhaltung mit historischem Hintergrund. Und sei es nur zu Lernen, dass mit Fakten eine Menge an Aberglauben bekämpft werden kann. Wissen ist nicht nur Macht, Wissen setzt auch frei. Damals wie heute soll damit Verleumdung und üble Nachrede entlarvt werden. Damals wie heute, stehen wir oft allein, wenn wir Behauptungen gegenüber stehen. Da brauchen wir einen Falconer, in Form von logischem Denken, der oder das, Licht in ein diffuses Dunkel zu werfen vermag.

für das team fantaster: gedankenverbrecher