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Archiv

Besprechung Drachenland von Preiss/Reaves auf seitentrotter

Posted in buchinterpretationen on Oktober 2nd, 2019

B.Preiss, J.M.Reaves/ Preiss auf Wiki, Reaves auf Jedipedia/ Drachenland c Econ Verlag 1997/ Titel des amerikanischen Originals: Dragonworld/ aus dem amerikanischen von Karin Polz/ Illustrationen von Joseph Zucker/ softfax S. 464

Drachenland- ein Jerry Cotton der High Fantasy

Ein Buch ist das Tor zu einer vergessenen Welt. Titel auf Buchrücken erzählen von dem Schimmer unentdeckter Geschichten. Fremdartige Sphären durchdringen den Raum, betören die Sinne. Die Welt der Bücher heisst den Besucher warm willkommen, berührt ihn, entrückt ihn. Plötzlich ist der Schritt in ein Abenteuer ein Handgriff entfernt.-

Einmal umgeblättert, entführt der High-Fantasy-Roman Drachenland, von den amerikanischen Autoren Preiss/Reaves, mitten in die Auseinandersetzungen zweier Völker, mitten in das Rätsel von ungeklärten Todesfällen.

 

Der Winzling Amsel lebt als erfinderischer Einsiedler in Fandora. Das Volk besteht aus Bauern, Fischern und Handwerkern. Johan, der Sohn eines Ältesten, stürzt eines Tages mit einem von Amsel gebauten Fluggerät vor den Klippen zu Tode. Amsel wird belastet, eine Schuld am Tode des Jungen zu haben, ein Spion zu sein. Er flieht über die Meerstrasse nach Simbala. Auch dort wird der gerade eben eingesetzte Monarch mit einem unerklärlichen Todesfall eines Kindes konfrontiert. Während nun Simbala nach den Gründen forscht, sieht Fandora seinen Nachbarn als Ursache für die Morde und zieht gegen ihn in den Krieg.

Weit entfernt, über das Meer im Norden, leben Wesen, die die Völker nur noch aus den Legenden kennen. Sie gaben mit ihrem Drang zu überleben den eigentlichen Ausschlag für die bei den Menschen anstehenden Rätsel. Und es ist der Winzling Amsel, der durch seine Reise Aufklärung in die wirklichen Todesursachen der Kinder bringt.

Dabei haben sich Preiss/ Reaves darum gekümmert, verschiedene Seiten der Geschichte in Worte zu fassen. Drachenland ist die Geschichte des Winzling Amsels, der, genötigt seine Heimat zu verlassen, eine Schlüsselfigur zur Lösung der aktuellen Krise ist. Dann ist es der Blick auf das Volk der Fandoraner. Ein Landvolk, ohne grosse Kulturgüter. Einer davon ist Jondalrun, ein Ältester, Vater des verunglückten Johan und Antreiber zum Krieg. Der Roman Drachenland ist auch die Geschichte des Königshauses in Simbala. Dort ist zurzeit, sehr zum Ärger des Adels, ein ehemaliger Bergmann an der Macht. Das allein ergibt genug Stoff, um die Seiten mit Intrigen zu füllen, ausgeführt von der Prinzessin persönlich. So ist eben Drachenland auch die Geschichte des jungen Monarchen Falkenwind, der gleich an zwei Fronten antreten muss. Gegen die Fandoraner und gegen die Verschwörung von Innen. Zuletzt ist Drachenland die Geschichte von uralten Wesen, den Drachen. Ihr Bestand ist gefährdet. Sie müssen handeln. Sehen dabei den Menschen als Feind.

Die Zusammensetzung der verschiedenen Textteile, den gewählten Stil, kann man als Jerry Cotton der High Fantasy bezeichnen.  Edle, Gute, Böse, Zweifelhafte- alle bekommen sie kurz und knapp umrissen über ein bis zwei Seiten einen Lebenslauf. So ergibt sich für alle möglichen Akteure ein Bild, sodass man dessen Entscheidungen nachvollziehen kann. Dabei muss man sich aber als Leser nicht mit überzeichneten Lebensläufen und kratertiefen Beziehungsknorzen abfinden. Der Plot ist eher ein sanfter Wellengang, bis zum tosenden Brecher. Kein Unterbruch durch langweilige Konversationen und Gefühlsduselei oder zu lange Landschaftsbeschreibungen. Eine konsequente Umsetzung, ein stetes forttreiben der Handlung, von leichter bis voller Spannung.

So ist Drachenland gut mal zwischendurch lesbar. In der Hektik des ÖV`s, während der Mittagsmalzeit, vor dem Einschlafen. Die Autoren haben sich an die Devise gehalten, die schon Tolkien vorschwebte. Die Lösung von weltumspannenden Konflikten durch einen vermeintlich schwachen Protagonisten darzubieten. Darum ist es ein Fantasy Roman für Jung und Alt, eine All-Age-Fantasy Geschichte. Ein Buch, das zum Träumen einlädt, unterstützt durch schwarz weiss Bleistiftzeichnungen, die es zu einem doppelten Lesegenuss machen.

Pilger Jack

netartstyle mit drachenland von preiss/reaves

Posted in netart on September 30th, 2019

 mit dem drachen nach  fandora flieg

im land der menschen find die perle

wo eitel ehre und starrsinn brachte krieg

auf der seite edler entzwei raufend kerle

im namen des falken von i.morson auf kultladen

Posted in kultladen on September 25th, 2019

auf den spuren von logik und aberglaube mit im namen des falken von ian morson

ian morson und im namen des falken: eine besprechung

Posted in buchinterpretationen on September 18th, 2019

Ian Morson/ Morson auf Wiki/ Im Namen des Falken c 1995, Goldmann Verlag/ Originaltitel: Falconers Crusade/ Deutsch von Bruno Genzler/ softfax S.220

Logik kontra Aberglaube- eine Stadt muss sich entscheiden

Hat auch schon ein Literat die Meinung geäussert, Romane aus der Vergangenheit seien unnötig, weil nicht gegenwartsrelevant. Kann man die Aussage kundtun, zeitkritische Handlungen wären langweilig, weil spannungslos. Soll man die Haltung haben, Bestseller garantieren noch keine Qualität, weil von der Masse gelesen. –

Der Buchrücken von „Im Namen des Falken“ gibt die Marschrichtung vor. Dort steht ein Zitat der Oxford Times: -Morson ist besser als Peters-. Der Vergleich eine Kampfansage vom hohen Pferd herab. Das Buch, die erste von acht Geschichten um den Regent Master William Falconer, der es nicht lassen kann, Verbrechen aufzuklären.

Der Student der freien Künste, Thomas Symon, wird im mittelalterlichen Oxford des Jahres 1264 Zeuge eines Mordes. Eine Dienerin eines Regent Masters liegt mit offener Kehle im Dreck einer Gasse. Diese Tat belastet das ohnehin schon angespannte Verhältnis von Universität und Stadt. Es ist William Falconer, der die Tat aufklärt. Dabei setzt er in seiner aristotelischen Weise auf deduktive Logik. Er hat gelernt, vom allgemeinen auf die Details zu schliessen, die Fakten zu verknüpfen. So kann er den Täter entlarven. Das ist auch nötig, denn es werden noch weitere Morde geschehen, wenn sich Falconer nicht sputet. Ihm zur Seite steht der Student Thomas Symon, der sich wiederholt auf eigene Faust aufmacht.

Ian Morson erzählt dabei mit der Leichtigkeit eines gewandten Geschichtenerzählers. Es ist das England des 13.Jahrhunderts. König und Barone streiten um die Macht. Die Erde ist noch keine Kugel. Söhne aus dem einfachen Volk brauchen einen Gönner, um studieren zu können. Den Juden werden schlimme Taten angedichtet. Strassen und Wege sind noch nicht gepflastert. Hinter den Mauern herrscht Kälte, nur erwärmt von einem Feuer. Es ist mehr als ein Hauch, den Ian Morson in seinem Romanerstling vermitteln kann.

Und um auf die Andeutungen in der Einleitung zu antworten. Dieses Werk bietet dem aufmerksamen Leser mehr als bloss Unterhaltung mit historischem Hintergrund. Und sei es nur zu Lernen, dass mit Fakten eine Menge an Aberglauben bekämpft werden kann. Wissen ist nicht nur Macht, Wissen setzt auch frei. Damals wie heute soll damit Verleumdung und üble Nachrede entlarvt werden. Damals wie heute, stehen wir oft allein, wenn wir Behauptungen gegenüber stehen. Da brauchen wir einen Falconer, in Form von logischem Denken, der oder das, Licht in ein diffuses Dunkel zu werfen vermag.

für das team fantaster: gedankenverbrecher

seite 76er ride durch asimovs psychohistoriker imperium

Posted in schriftwerk seite 76 on September 17th, 2019

Schriftwerk Seite 76  teilt BlugUnkels Querride durch die Seite 76

der ride durch den plot von asimovs psychohistoriker auf seite 76

Tür gefunden. Das Profil hob sich, begrüsste den Neuankömmling. Er lehnte sich huldvoll in die Runde. Während Hardin betont lässig die Stille unterbrach. Tabakdose wieder in Tasche. Leistung möt den Zeiten von uns vollendet. Keine Zweifel habe. Pirenne verbeugte gleich die Tränen. Damit auch Mylord etwas beschäftigt. Ja, ja winkte Wörklöch, dass draussen Dönge für einen und alle muss. Leider-

jh

fantaster: a.neros feuer und finsternis trilogie

Posted in fantaster on August 12th, 2019

der fantaster: aus  verschollenen welten– das tor zur gegenwart

Feuer und Finsternis Teil eins: Besprechung von Sohn des Drachen und Teil zwei, der Nekromant

krimi: besprechung r.zehnders müller voll basel

Posted in buchinterpretationen on August 6th, 2019

Raphael Zehnder/ Zehnder bei Wiki/ Müller voll Basel, c emons 2018/ Kriminalroman/ softfax S.251

Ausser Zürich – ein Polizist im Nordwesten

Ein Kriminalroman lebt von der Drohkulisse. Sie dient als Hintergrund für verbrecherische Taten. Eine heile Bergwelt lässt gesetzlose Aktionen verschwinden; in linksautonomen Kreisen findet Gewalt ein Versteck. Der Autor Raphael Zehnder reisst seinen Polizeimann in „Müller voll Basel“ aus dem gewohnten Umfeld und versetzt ihn nach Basel. Eine Stadt mit für einen Zürcher befremdlichen Schattierungen.

 

In Basel angekommen befasst sich der Polizeimann Müller-Benedict mit dem ersten Fall. Ein junger Mann aus bevorzugten Kreisen liegt erschossen in einer Industriezone. Die Spur führt über die Kantonsgrenze beider Basel. Zuständig für die Beweisaufnahme ist in dem Fall derjenige Kanton, in dem das Opfer wohnte. Dies ist Basel Stadt und somit ist es ein Fall für den neuangestellten Müller. In einer Studenten WG, bei einem Bundes-Parlamentarier und in einer noblen Altersresidenz nehmen die Fahnder die Ermittlungen auf. Dabei wollen die gefundenen Spuren nicht zu den Fakten, und die Fakten nicht so recht zum Motiv eines möglichen Täters passen. Was also hat den jungen Mann in diese Situation getrieben?

Die Kulisse für diesen Krimi besteht zum Teil aus der Spannung die entsteht, wenn ein Zürcher Basel betritt. Kein See, aber einen Fluss, und der Fussball, darüber redet man nicht, ausser positiv. Der andere Teil besteht aus der undurchsichtigen Familienkonstellation des Opfers. Gut betucht, Vater Bundespolitiker mit einem gut abgeschotteten Wohnsitz gegen bürgerliche Eindringlinge. Da braucht es eine gute Portion Müller, um an Antworten zu kommen.

Der Reportage Stil ist eine weitere Dimension, die dem Roman eine spezielle Note verpasst. Über weite Zeilen keine langen Sätze, sondern wortreich Szenen und Zusammenhänge in kurzen Worten. Die Sprache zum besseren Verständnis oft mit Symbolen unterstützt. Ein Rausch an Bildern, ein Tornado, der die Eindrücke der verschiedenen Blickwinkel kunstreich zu einem Erzählstrang kittet. Gespickt mit Zitaten, Bonmots und lateinischen Floskeln.

Das Buch ein William Gibson der Krimikunst. Die Ermittlungen reich und detailliert aus verschiedenen Blickwinkeln und Personen beschrieben jedoch arm an aktionsreichem Geplänkel. Aber noch viel wichtiger: Die Kulisse, das drohende Szenario verblasst am gewöhnlichen Motiv des Täters. Die Auflösung des Mordes einfacher als die entwickelte Geschichte suggeriert.

für das team fantaster: sir starkweis

 

netartstyle mit zehnders krimi müller voll basel

Posted in netart on August 1st, 2019

ein polizist namens müller

von zürich nach basel gezogen

die ermittlungen ein wortreicher knüller

facettenreich die wahrscheinlichkeit verzogen

buchinterpretation: mateescus könig von wiedikon

Posted in buchinterpretationen on Juli 25th, 2019

Mike Mateescu/ Mateescu bei hello zürich/ Der König von Wiedikon c emons 2018/ softfax S.255

 

Zwinglistadt und die Knute der Linksaktivisten

Der Messias Jesus gab seinen Vertrauten einmal den Auftrag, in Jerusalem einen Raum für das Abendmahl zu finden. Zur Zeit der Reformation wurden Kirchen geräumt, um wieder Raum für das Eigentliche zu haben. Fern der Religion hat sich im postindustriellen Zürich das Wesen der Freiheit weiterentwickelt. Der Schriftsteller Mike Mateescu hat das Lebensgefühl der zürcherischen Metropole in seinem Kriminalroman „Der König von Wiedikon“ eingefangen.

 

Der Eventmanager und Partykönig Hans-Ueli „Hukki“ Zünd wird in einem besetzten ehemaligen Industrieareal tot aufgefunden. Die Ermittlungen der Stadtpolizei Zürich und der Detektivin Enitta führen in die Szene von Linksaktivisten. Im Dunkeln liegen die Absichten der Autonomen und machen die Stadt zu einem Irrgarten der Emotionen. Zürichs Bürger fühlen sich nicht mehr sicher. Was genau verbirgt sich hinter der Fassade des vermeintlichen Kulturraums? Was ist eigentlich das Vermächtnis des Partykönigs Zünd? Neben all den Fragen, die die Ermittlungen stellen, muss sich Enitta die Detektivin, noch mit der dunklen Vergangenheit ihrer Schwester Janita auseinandersetzen.

Ernst Sieber war Stadtoriginal und Obdachlosenpfarrer. In seinen Botschaften verwendete er oft einen Holzrahmen, in den er den Kopf stecken konnte. Dann nahm der den Rahmen und verwandelte ihn vor den Augen der Zuhörer in ein Kreuz. Der Rahmen stehe für die Zwänge in denen so manches Leben stecke, das Kreuz für die Freiheit.

Freiheit und Autonomität für ihren Kulturraum fordern in der Geschichte von Mike Mateescu die Linkschaoten in Zürich. Unbehelligt von Gesetz und Öffentlichkeit entwickelt sich ein alternativer Kulturraum. So weit so gut. Der Zweck heiligt aber nicht die Mittel und der Autor beschreibt einiges an krimineller Energie, mit der sich die Protagonisten zu Werke machen. So endet der Kampf in illegalen Demos. Gebäude werden in Mitleidenschaft gezogen, Menschen sterben. Selbst Hukki Zünd musste vor seinem Tod tief in die Trickkiste greifen, um sein Vermächtnis umzusetzen. Das seine Absichten nicht lupenrein waren, verleiht der Erzählung zusätzlich einen Schuss Anarchie.

Um ein freiheitliches Leben zu führen, hat sich auch Enitta von ihrer Informatiker Laufbahn distanziert. Sie lebt mit einem Velokurier zusammen und widmet sich mit Hingabe den Ermittlungen rund um den Mordfall von Ueli „Hukki“ Zünd.

Zürich ist der Ort der verschiedenen Stadtteile, der Ort einer überalterten Infrastruktur. Der Platz gewachsener Industriekultur, ein Sammelbecken für vom Staat gezeichnete Lebensläufe. Der Roman in seinem Wesen ein Aufschrei über das Anderssein in einer bürgerlichen Gesellschaft. Die Geschichte erlaubt einen Blick hinter autonome Fassaden, geschrieben von einem Kenner der Stadt Zürich der Gegenwart. Nicht unbedingt ein Hort für kriminologische Raffinessen, aber eine Tiefe an Szenenkenntnis. Ein Blick hinter die Kulissen der grössten Stadt der Schweiz. Eine urbane Offenbarung.

für das team fantaster: blogunkel

buchstyle mit mateescus könig von wiedikon

Posted in netart on Juli 25th, 2019

zwischen häusern, gassen und firmen

gedanken, absichten und taten

unter dächern, rampen und schirmen

ein entwurf des lebens in raten