John Steinbecks König Artus Interpretation
Posted in buchinterpretationen on Oktober 4th, 2026John Steinbeck/ Wickibeck/ König Artus und die Heldentaten der Ritter der Tafelrunde, c Diana Verlag Zürich 1976/ Originaltitel: The Acts of King Arthur And His Noble Knights/ Aus dem Amerikanischen: Christian Spiel/ Anhang: Briefe Steinbecks/ hardfax S.456
Furten, Fahrten und Wegkreuze
Einleitung Gemäss der Philosophie des Teams Seitentrotter hat das Buch über König Artus und seine Ritter Eingang in die ewigen Buchcasterhallen gefunden. Literatur verliert seinen Wert nicht. Bücher verdienen es, gelesen zu werden; auch nach etlichen Jahren. Neue Plots müssen, nach dem der monetäre Aspekt erloschen ist, erst beweisen, dass sie es wert sind, auch noch nach Jahren gelesen zu werden. John Steinbeck und seine Artusdarstellung aus dem Jahr 1976 ist es wert, mehrmals gelesen zu werden.
Handlung Artus ist der Sohn des legendären Uther Pendragon. Merlin weiss Artus durch kluge Händel vor Thronräubern zu schützen. Gut bewahrt vor den Machtansprüchen anderer wächst er bei Sir Ector vom wilden Wald auf.
Als Artus` Zeit gekommen ist, zieht er das Schwert aus dem Stein. Er wird zum König und muss sich nun gegen die fünf Könige des Nordens beweisen. Stets an seiner Seite in den Kämpfen: Sir Kay, sein Milchbruder, der Sohn von Sir Ector.
Widerstand kommt aber auch von Innen. Seine Halbschwester Morgan Le Fay spinnt Pläne, Artus zu stürzen. Zweimal entkommt Artus ihrem Zauber. Als aber das Reich endlich befriedet ist, erhebt sich neue Ungemach. Die Ritter an seiner Tafelrunde verweichlichen. Der Friede macht sie des Krieges überdrüssig.
Das Kernthema von Steinbecks Artussaga sind Ritter auf Fahrten. Immer wieder ziehen sie von Camelot aus, um ihren Mut, ihre Männlichkeit, zu beweisen. Geschieht dies zuerst nur, um sein Geschick als Ritter zu beweisen, so ist die Fahrt zu Furten und Wegkreuzen in einem wilden England das Mittel, um den Köngisfrieden zu wahren. Die Ritter vom Hofe zu Camelot ziehen aus, um das Recht des Königs durchzusetzen.
Zum Ende der Geschichte erzählt Steinbeck die Geschichte de tüchtigesten, besten, edelsten aller Ritter: Lancelot. Niemand weiss seiner Kampfkunst mit Speer und Schwert beizukommen. So bekommt er den Auftrag, das Rittertum wieder zu beleben. Mit einem jungen Edlen an seiner Seite, zieht er aus, um ihn das kämpfen zu lehren. Die Hallen von Camelot sollen wieder Geschichten von Fahrten hören.
Besprechung Das sagenhafte Königtum von Artus bekommt durch Steinbeck seine gebührende Anerkennung. Nichts wird ausgelassen. Der alte Uther zeugt endlich einen Erben. Der listenreiche Merlin versteckt ihn vor dem Zugriff der Häscher. Nur der Thronerbe kann das Schwert aus dem Stein ziehen. Direkte Gegenspieler kommen aus der eigenen Familie. Ritter ziehen auf Abenteuerfahrt nach Furten und Wegkreuzen. Riesen werden besiegt. Turniere gehalten. Edeldamen beschützt und… die runde Tafel eingeführt.
Steinbeck bringt den Wert dieser Zeit auf den Punkt: Die Männer sind froh, Ritter sein zu dürfen und in einer Zeit zu leben, da es sich lohnt, ein Mann zu sein. Gott hat noch einen Stellenwert und es ziemt sich für einen Ritter, Frömmigkeit zu zeigen. Das zeigt sich darin, dass jeder echte Ritter schwören muss, die Not der Schwachen im Lande zu lindern. Edlen Damen beizustehen und Raubritter zu bekämpfen. Ein romantisches Bild, durch das sich der geneigte Leser gern verführen lässt. Bezeichnend, das gerade der edelste der Ritter, Sir Lancelot, hier seiner grössten Herausforderung gegenüber steht.
Fazit Wie schon in der Einleitung angetönt. Es lohnt sich so eine Geschichte ein Paar mal zu lesen. Sie gehört in direkte Nachbarschaft zu dem Herrn der Ringe. Eine Geschichte voll Verklärung auf die edlen Werte der Ritter. Was aber eine Gesellschaft durchaus zu festigen vermag. Denn wie sagte schon Sir Twain (den man auch immer wieder lesen sollte): Wer aufgehört hat zu träumen, der hat aufgehört zu leben. In diesem Sinne ist eine Veredelung des Charakters durchaus ein Traum; der aber der Anfang für eine lebenswürdige Gesellschaft sein darf.
blogunkel




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