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der tod eines guru von r.maharaj: eine besprechung

Posted in buchinterpretationen on April 1st, 2022

Rabindranath R.Maharaj/ Maharaj auf wiki/ Der Tod eines Guru, 20. Auflage bei CLV 2018/ Originaltitel: Death of a Guru/ Übersetzung: Benedikt Peters/ Begriffserklärungen/ Softfax S.256

interpretiert von starkweis

Im Westen nichts Neues

Einführung Der Westen sucht Gold, geistliches Gold. Und er sucht es im Osten, im fernen Osten. Materialismus, Profitsucht, Arbeitswut und so weiter; da ist vieles, das junge Europäer Systemmüde gemacht hat. Die Volksjugendseele ist erstickt. Die Staatskirche, ein kolossales Gebäude, macht da auch mit. Nein? Bitte: Gewänder, Farben, Liturgien; statt Leben, Freude und Veränderung. Das hat nicht nur die Jungen abgeschreckt. So ist grenzenlose Freiheit die neue Doktrin, Wissenschaft und Fortschritt eine neue Religion.- Und im Osten lockt entscheidende Andersartigkeit, entscheidende Geistlichkeit. Die Kirche steht abgehängt in einer verstaubten Ecke. Zuoberst in Europa steht nicht christlicher Glaube, dort steht die indische Religiosität: der Hinduismus. Trotzdem geht ein Guru den umgekehrten Weg. Der Tod eines Guru aus dem Jahr 77 die Geschichte eines indischen Rabis.

 

Handlung Rabi war noch ein Knabe. Er verlor seinen Vater, den allseits bekannten, verehrten Yogi. Vater hatte durch Meditation sein Karma hinter sich gelassen und das Moksha erreicht, die Entlassung aus dem Rad der Wiedergeburt. Acht Jahre lang sass er im Schneidersitz. Dann schnitt der Arzt ihm das Haar. Und das ungeheuerliche geschah. Der Yogi viel leblos hintenüber. Nach seinem Tod war Rabi bemüht, des Vaters Stellung einzunehmen.

In Trinidad aufgewachsen lernte Rabi schnell. Er befolgte die Traditionen. Mit fünfzehn Jahren war er in der indischen Gemeinschaft ein Vorbild. Astralreisen, Begegnung mit seinen Göttern, das war ihm nicht fremd. Es geschahen aber auch Dinge, für die er mehr und mehr keine Erklärung fand. Er fürchtete sich vor seinen Göttern. Da waren Zornausbrüche, Nikotinsucht. Schliesslich setzte er sich – eine junge Christin erschien, – mit der Bibel auseinander. Und er begann die Missstände in der indischen Kultur klarer zu sehen. Und die Missstände in seinem Innern. Da war einfach kein Friede. Im Gegenteil, da war stolz, Überheblichkeit.

Rabindranath Maharaj ging dem auf die Spur und kam an eine Weggabelung. Sie führte ihn den biblischen Weg. Er verlor seine Kultur, seine Stellung, sein Ansehen, er flog aus der obersten Kaste. Nicht aber seine Familie. Nicht alle, aber viele taten es ihm gleich. Wo vorher Zank und Streit war, kehrte Freude und Friede in die Herzen ein. Ein harmonisches Miteinander. Und Rabi ist seither ein an vielen Universitäten beliebter Sprecher über den Hinduismus.

 

Besprechung Die Frage, die sich stellt, ist klar ersichtlich. Wie kann ein indischer Guru, einer dieser warmen östlichen Religion, diese kalte westliche wählen? Die Antwort versuchte ich schon in der Handlung zu geben. Es ist eine innere Veränderung. Jedoch vielmehr. Rabi spricht nun von Engeln und Dämonen. Und als ehemaliger Guru tönt das alles sehr glaubwürdig. Warum hatte ihn die Kuh geschlagen? Warum hatte ihn eine Schlange angegriffen, warum konnte er im Zorn seine Tante beinahe erschlagen. Mit einer Hantel, die er im Nachhinein nicht mehr zu heben fähig war? Warum fand der Guru Maharaj keinen inneren Frieden? Nach stundenlanger Meditation eine Befriedigung, ja, aber kam der Alltag, war der Friede weg.

Die Antwort des Rabis: Dämonische Mächte, Satans Heer war im Spiel. Die indische Vielgötterwelt durchdrungen von rebellierenden Wesen.  Eine Geisterwelt, die den Göttern eine gewisse Macht verleiht, die aber untereinander im Streit sind.

Rabi erlebte nach der Hinwendung zu Jesus als Heiland und Herr Frieden, inneren Frieden; und Freiheit von seiner Sucht, von seinem Zorn, von den eigenwilligen und unberechenbaren Göttern. Und er entschied sich für den vollzeitlichen Dienst. Das heisst, er studierte die Bibel und wurde freier Prediger des Evangeliums. Mit einer Liebe zu Jesus und seinen indischen Wurzeln. Viele liessen sich durch ihn von Jesus überzeugen.

 

Fazit Lieber Westler, Namenschrist, Sucher. Es ist nicht falsch, in der Bibel, ja in der Kirche tiefer zu forschen. Denn, wenn ein indischer Guru, der es in Meditation weiter gebracht hat, als viele Europäer es je bringen werden, sagt, schau mal, was deine Kultur an gutem verborgen hat, dann klingt das sehr vertrauenswürdig. Der Tod eines Guru gibt viele Antworten, die eine westliche Sicht vermissen lässt, und führt den Leser, ohne zu richten, auf die Spur von Jesus.

starkweis

tad williams und die grosse osten ard fortsetzung: von der hexenholzkrone zum reich der grasländer

Posted in buchinterpretationen on Februar 18th, 2022

Tad Williams/ Tad auf Wiki/ Die Hexenholzkrone 1 und 2  c 2017, Das Reich der Grasländer 1 und 2 c 2020, alle vier Ausgaben von Hobbitpresse, aus dem Amerikanischen von Cornelia Holfelder-von der Tann und Wolfram Ströle, Zugaben: Karten und Glossare/ hardfax: alle vier mehr als 2300 Seiten/ zu der vierbändigen Vorgeschichte: das Geheimnis der grossen Schwerter

Der Doc Ock der High Fantasy

 

Einleitung Hab Acht, lieber Leser, wenn du die Welt von Osten Ard betrittst. Es könnte dich mehr kosten, als dir lieb ist. Ja noch mehr, es könnte dein Leben verändern. Das waren die Worte, die Tad Williams 1988 als Einleitung zur Fantasie-Saga, „Das Geheimnis der grossen Schwerter“, benützte. Er sollte Recht behalten. 35 Jahre später hat er das Team Seitentrotter immer noch unisono auf seiner Seite. Es war dieses Werk, das neben dem Herrn der Ringe einen Richtungswechsel in Seitentrotters Spur einleitete. Viele andere Autoren sind seither dazu gekommen, alles begabte Schreiber, die ihres beigetragen haben, den Orbit des Fantasiebuchblogs zu umkreisen. Und so hat auch blogunkel die Zeichen der Zeit richtig gedeutet, und den Weg zurück in die Verwicklungen rund um den Hochthron in Osten Ard gefunden. Dies sind die Einsichten, die er uns gewährt.

 

Hexenholzkrone Band 1und 2

 

Handlung In „Die Hexenholzkrone“ nimmt Tad Williams die Fäden der Welt Osten Ards wieder auf. Es ist die Welt, der er eine Erzählung widmete, die vier Bände umfasste. Mehr als 3000 Seiten Raum für Geschichten: Geheimnisvolle Schwerter, dunkle Priester, okkulte Schriften, Elfen, Trolle, phantasievolle Geschöpfe, wilde Landschaften, herrschsüchtige Könige, Krieg an allen Ecken, eine dunkle Bedrohung aus dem Norden und das Leben in Frieden arg in Bedrängnis. Am Schluss von Band vier, nach etlichen entbehrungsreichen Zeiten sitzt Seoman Schneelocke, der junge Protagonist, auf dem Hochthron. Es beginnt eine Zeit des Friedens.

 

Band eins 30 Jahre später. Noch herrscht Frieden unter dem Hochkönigsbann. Ein alter Freund liegt im Sterben und Simon und die Königin brechen mit einem königlichen Gefolge in den hohen Norden auf, um den alten Freund ein letztes Mal zu sehen. Auf der Reise durch die Lande des Hochkönigsbanns, dringen bedrohliche Botschaften in das Licht der friedvollen Welt. Bündnisse in Zeiten des Friedens geschlossen, drohen wegzubrechen. Die Nornen, die ehemaligen Feinde der Menschen, bereiten einen neuen Angriff vor.

 

Mit dabei auf der Reise ist auch Morgan, der Enkel des Hochkönigs. Auch für ihn wird der Satz, den schon Tolkien dichtete, zur Herausforderung: „Pass auf, wenn du aus der Türe trittst, wohin dein Fuss dich führt.“

Band eins der Wiederaufnahme der Geschichte um Simon Schneelocke ist mit 700 Seiten der längste der vier Fortsetzungen. Darum lieber Leser, ausser du bist ein Fantasiefan, pass auf und überlege dir gut, ob du bereit bist, Tad und seinen Ideen über mehr als 2000 Seiten zu folgen. Ein schnelles Ende ist nicht in Sicht, zu gründlich hat sich der amerikanische Erfolgsautor wieder ans Werk gemacht. Tief hat er in dem unendlichen Reich der Fantasie geschürft, um knisternde Spannung in alle Schauplätze zu bringen.

 

Band zwei setzt nahtlos an. Der König und die Königin sehen eine neue Generation auf dem Hochhorst heranwachsen. Der Friede, an den sie glaubten, scheint nicht mehr sicher. Es brodelt innerhalb und ausserhalb der Grenzen des Reiches. Zurück aus dem hohen Norden, beschliessen sie zu handeln. Eine Gesandtschaft bricht zu den Sithi, den befreundeten Elfen im Altherz auf, dem Alten Wald vor den Türen des Hochthrons. Am Rande zum Grasland wird der Tross von Clans aus der Steppe angegriffen. Was nicht hätte passieren dürfen, wird zur bitteren Wahrheit. Die Mission des Königs scheitert. Mitten drin die Hoffnungen Seomans auf einen Nachfolger, Morgan, der Thronerbe, auf der Spur der Bewährung. Denn Morgan muss sich durch den Altherz schlagen.

 

Reich der Grasländer 1 und 2

 

Handlung  Band eins und zwei Fort gleitet die Strasse der Erzählung zu dem Reich der Grasländer. Ein aussergewöhnlicher Kämpfer sichert sich unter den Barbaren die Herrschaft.  Sein Name ist „Niemand“. Zu neuer Einheit gelangt, haben sie die Stärke, die landraubenden Menschen anzugreifen. Der  Hochkönigsbann erzittert. Mächtig aus den Fugen gerät auch der immer schon intrigante Süden. Vermittlungsangebote werden ignoriert, und König Simon muss sich eingestehen, die Kontrolle über einen Teil seines Reiches verloren zu haben.

Aller schlechten Dinge sind drei. Die Bedrohung aus dem Norden rückt immer näher. Die Königin der Nornen, die Erzfeindin der Menschen, hat ihren Palast unter dem Berg verlassen. Bereits hat sie die Grenzen zu Königs Simons Landen überschritten. Sie ist auf der Suche nach heiligen Reliquien, die ihrem Volk die ehemalige Vormachtstellung zurückholen sollen. Von allen Seiten bedrängt, sieht sich Simon ziemlich allein gelassen. Spätestens jetzt muss er realisieren, die Erhaltung seines Reiches steht nicht mehr allein in seiner Hand.

 

 

Besprechung aller vier Bände Tad Williams hat, wie schon angedeutet, nichts ausgelassen. Osten Ard ist ein Wimmelbild an Welten, Kreaturen und Schicksalen. Und blogunkel ist sich sicher, da ist für jeden etwas dabei. Aber leider ist es ja bei einem Buch nicht so wie bei dem Spiel: – Welches Schweinderl hättens denn gern -.

Man beginnt von vorn und kämpft sich tapfer durch – bis zum bitteren oder süssen Ende, ohne die Wahl zu haben, etwas auszulassen. Und um es voraus vom höchsten Berg ins Tal zu rufen (vielleicht hört blogunkel da ja jemand), die Geschichte ist nach vier Bänden und 2000 Seiten noch nicht gegessen. Die vielen Protagonisten hangen in den Seilen, ohne Sicht zum finalen Sprung. Aber von vorn, nun!

 

Es ist die Geschichte von…

 

…den Saufkumpanen des Thronerben, Olveris, Porto und Astrian. Eigentlich wären sie die

Garde des Prinzen. Aber in Zeiten des Friedens, na ja, zugegeben, in herausforderungslosen Zeiten ist eine Kneipe zwar kein valabler Ersatz, aber ein Ding der Möglichkeit.

 

…der jüngeren Schwester Morgans, des Thronerben. Von allen allein gelassen, kann sie gar nicht anders als aufmerksam durch den riesigen Hochhorst springen. Wie einst Simon, der seine Karriere, wie wir wissen, als Küchenjunge unter der militanten Fuchtel des Hausdrachens Rachel, begann. Nun ist es eben Lillia, die kleine Schwester. Unwissentlich kommt sie auf ihren täglichen Erkundungen der Spinne im Pot auf die Spur.

 

…von Pasevalles, dem Emporkömmling. Im Sturmkönigskrieg hat er seine Eltern verloren. Den jetzigen Posten hat er sich hart erarbeitet. Er ist der Grosskanzler des Hochkönigs. Und er tut so einiges, damit dies auch so bleibt.

 

…Eolair, der ergrauten Hand König Simons. Er hat schon dem Vorgänger gedient und muss jetzt auf seine alten Tage immer noch beweisen, was er drauf hat, anstatt in seiner Heimat Hernystir auf einem Gut einen selbstgekelterten Wein zu trinken.

 

…Etan, einem ädonitischen Mönch, auf abenteuerliche Reise in den Süden geschickt, einen verschollenen Prinzen und dessen Kinder zu ermitteln.

 

…Aelin, einem hernystirischen Ritter, der beobachten kann, wie die Weissfüchse (Nornen)  das Land der Menschen überrennen.

 

…Rupp, dem Kletterer, dessen Zuhause gerade von ebendiesen Weissfüchsen plattgemacht wird. Er bleibt nur deshalb am Leben, weil ein hochrangiger Norne sein Leben verschont.

 

…Nezeru, der Halbblutnorne und Kriegerin; und ihrer Mutter Tsoja, der Heilerin, die aus einem Kloster geraubt als Sklavin zu den Feinden der Menschen kommt. Während Nezeru als Kämpferin einen Namen bekommt, muss die Mutter ihre Kunst an der Nornenkönigin selber beweisen.

 

…Jarnulf, dem Jäger. Ein Ziel ist es, das er verfolgt. Dafür lässt er sich auch mal von einem gegnerischen Trupp als Führer einspannen. Der Zweck heiligt die Mittel. Als die Chance kommt, seinen Lebensauftrag zu erfüllen, zögert er nicht.

 

…dem Hochkönigspaar Simon und Miramel und ihrem Enkel Morgan. Das Königspaar muss getrennte Wege gehen, um dem Hochkönigsbann zu dienen, während Morgan, der Prinz, lernen muss, dass es für einen Mann mehr braucht als Wein, Weib und Gesang.

 

…Jesa, der Magd einer nabbanaischen Herzogin aus dem Südreich mit Wurzeln im Graslandreich. Die Welt gerät gerade aus den Fugen und in ihren Händen hält sie noch den rechtmässigen Erben auf den Thron im Süden.

 

…Unver, einen Niemand, der zum Shan der Clans aufsteigt. Die Tiere dienen ihm, die Barbaren huldigen ihm, und die Menschen werden ihn noch kennenlernen.

 

…Snenneq, dem trolligen Troll aus dem Norden. Wie schon Simon einen Troll als Gefährten hatte, bekommt auch Morgan die Weisheit eines kleinen Mannes zu spüren.

 

…Tanahaya, einer befreundeten Elfin, geschickt, um dem Hochthron zu helfen. Sie gerät zwischen die Fronten ihres Volkes, als sie am Entschluss festhält.

 

…und vielen mehr. Blogunkel hat es schon angetönt. Die Welt Osten Ards ist ein Wimmelbild an Ländern, Völkern und Wesen.

Was zu der Erkenntnis führt, Tad Williams ist der Meister der Nebenschauplätze. Indem er so vielen eine glaubhafte Story verpasst, wird die Saga grösser und grösser. Kein Ende in Sicht. Denn, blogunkel muss ehrlich gestehen, als er sich dem Ende des vierten Teils des letzten Königs von Osten Ard näherte, sich gewundert zu haben, wie auf noch so wenigen Seiten ein brauchbarer Schluss her soll. Aber eben, es sollte gar noch kein Ende kommen, es geht weiter. Wer wird am Schluss zuoberst sein? Der Graslandherrscher, die Nornenkönigin oder der angestammte Hochkönig? Die Lesergemeinde wartet. Auf Sir Tads Abschluss.

 

Fazit und Empfehlung Wie schon gesagt. Pass auf Fremder, wenn du dies Land betrittst. Denn du wirst nicht wie bei May mit einem Lasso gefangen, aber mit einem Pfeil. Ein Pfeil, der in deine Wohnung sirrt und zitternd stecken bleibt. Am Schaft eine Botschaft: High Fantasy forever!

 

blogunkel von team fantaster

der klang sterbender wellen, band eins, brennende gischt, von angelo nero

Posted in buchinterpretationen on Januar 7th, 2022

Angelo Nero/ Nero auf Facebook/ Der Klang sterbender Wellen, Band eins: Brennende Gischt/ eine Angelo Nero Produktion/ Cover: Yukona von Selina Baltensperger/ Softfax S..344

Im Shop von Angelo Nero sofort erhältlich, im Buchhandel ab 21. Januar 22

Über die Planke mit Angelo Nero

Einführung Der Fantasieautor Angelo Nero ist bekannt für seine Schweizer Sage „Feuer und Finsternis“. Mit „Brennende Gischt“ hat er nun den ersten Band einer neuen Trilogie auf den Markt gebracht. Titel: „Der Klang sterbender Wellen“. Die Geschichte ein Schritt über die Planke in die untiefen von handfestem Seemannsgarn.

Handlung Die Geschichte eine Reise zur See unter einer Piratenflagge. Befehl führt eine Valküre, das Mädchen Semanta. Zusammen mit dem nordischen Krieger Ervin. Das Ziel immer dahin, wo die Freiheit lockt, oder Ruhm und Ehre, oder ein Schatz. Auf See müssen sie jedoch immer zuerst für Sicherheit sorgen. Sicherheit vor Ervin, der von einem schweren Fluch belastet ist.

Dann geht es aber so richtig los, denn lange verlorene Schätze wollen geborgen werden. Dabei machen sie auf der Reise so manche undurchsichtige Bekanntschaft. Ein Priester scheint mehr zu sein, als seine Kutte hergibt. Seefahrer kreuzen ihre Wege, Pläne werden geschmiedet. Zuletzt geht es für Semanta jedoch darum, wie dieser Fluch von Ervin zu nehmen ist. Denn Ervin hat eine Geschichte, die tief in die Vergangenheit reicht.

Besprechung In einer früheren Besprechung auf seitentrotter wird der Vergleich von Angelo Neros Geschichten zu den Anfängen christlicher Rockmusik gezogen. Wie er mit seinen Geschichten im weiten Feld der fantastischen Literatur einen Gegenpool sein will. Eindrücklich hatte er in der Sage um die Angelus Excubitor gezeigt, wie das Licht die Finsternis besiegt, das Gute das Böse. Wie der Anführer der Angelus Excubitor, indem er sich der Herrschaft Gottes unterstellt, den finsteren Bewegründen seines engsten Bruders widersteht.

Die damaligen Begebenheiten, sie haben ihre Spuren hinterlassen. Ohne gross zu fackeln, legt Angelo Nero in der neuen Trilogie los. Das Feuer in der Tinte, die Glut im Herzen, führt er die Valkyrie durch das Mittelmeer. Immer hart im Wind, bis an den Rand der Welt.

Ein Rocksong hat die Kraft durch die eigenwillige Interpretation zu begeistern. Der Sänger dreht bis fast zur Unkenntlichkeit an der Stimme. Der Gitarrist verzerrt die Seiten für den irren Klang. Der Bassist legt einen ruppigen Soundteppich, und der Schlagzeuger überzeugt durch die Grimasse und die Wucht des Beats.

Es ist der Unterschied im Ton, die Musik unterscheidet. Ebenso eine gute Geschichte. Die Wahl der Sprache, des Blickwinkels. Die Wahl der Namen, die Wahl der Konflikte. Wie ein Rockpoet erzählt Angelo Nero wieder in der Ichform. Zum Klang der Gibson Rockgitarre, mit einem Basslauf von Fender, und dem Drumsound von Pearl.

Keine Frage, dass sich die Valkyrie diesen Begebenheiten anpasst und zur Black Valkyrie wird. Das durch kompromisslose Suche Legenden wie Riffs aus dem Wasser auftauchen und ihren wahren Kern hergeben müssen. Der Wellengang das Schiff zum Zittern bringt. Der Wortbeat wie bestes Seemansgarn klingt.

Fazit Brennende Gischt ist ein gut erzählter, abenteuerlicher Piratenroman. Er bringt das Gefühl eines Piratenlebens direkt in den Lesesessel. Dabei kein Nischenprodukt für eine spezielle Klientel, sondern ein All-Age-Fantasie Roman. Also gut zu lesen für jegliche Altersklasse.

blogunkel für das team fantaster

besprechung von das haus, ein buch von peretti und dekker

Posted in buchinterpretationen on Dezember 11th, 2021

F.Peretti/ T.Dekker/ wikiseiten der autoren/ Das Haus, erste Ausgabe c 2007 Gerth Medien/ Titel der Originalausgabe: House/ übersetzt von Karoline Kuhn/ hardfax S.312

Vom Dunkel zum Licht

Einstieg Verschiedene Autoren haben sich entschieden, ihren Roman mit dem einfachen Titel „Das Haus“, zu versehen. Das Zuhause kann eine Wohnung sein, vielleicht nur ein Zimmer oder eben ein Haus. Immer verbinden wir damit etwas Gutes wie Achtung, Vertrauen, Annahme, Wohlergehen. Werte, die das Autorenduo Peretti/Dekker in ihrer Variante von dem Haus mit voller Wucht erzittern lassen.

Handlung „Das Haus“, oder „House“, wie das Buch in englisch schlicht heisst, führt den Leser in die Abgeschiedenheit des Hinterlandes von Alabama. Zwei Paare fahren in ihrem Auto aus verschiedenen Richtungen kommend auf der gleichen Landstrasse, als sie durch ein Verkehrshinderniss ausgebremst werden. Die Nacht bricht an. Beide Paare entscheiden sich zu Fuss eine Bleibe für die Nacht zu suchen. Sie stossen auf eine anscheinend verlassene Herberge.

Sie lernen sich kennen, sie schmieden Pläne, sie werden bewirtet, sie laufen bald in das bereitstehende Verderben. Mit den Bewohnern und dem Haus stimmt etwas nicht.

Als sie in den Kellergewölben auf eine an die Wand gekritzelte Botschaft stossen, beginnt die längste Nacht ihres Lebens. Die zwei Paare durchleben tiefste Abgründe, aufgespielt durch ihre Seele. Als Gefangene des Hauses müssen sie eine Aufgabe lösen, um frei zu kommen. Und sie müssen sich die Frage stellen: Wer wird überleben, wer wird sterben?

Besrpechung Das Fazit zuerst: Das Buch ist ein Thriller, von Anfang bis zum Ende. Ein christlicher Thriller. Die Basis für die Aufdröselung der Geschichte aber nicht ein Gleichnis traditioneller staatskirchlicher Theologie. Keine liebe Jesusgeschichte, die man an einem romantischen Weihnachtsabend erzählt. Sie ist mehr. Sie bringt den unbedachten Wanderer zum Zittern. Kippt die unbestimmte Hoffnung auf eine einfache Erlösung. Schwemmt Weihnachten als geldbringendes Kulturgut den Bach runter. Denn das Haus und die Bewohner sind von dämonischen Kräften gefangen.

Das Autorenduo ist nicht an die Aufgabe herangegangen, indem sie sagen, ja, lösen wir die Geschichte mit einer netten Kindergeschichte.

Das Haus ist ein bodenständiger messerscharfer Thriller. Peretti bekannt als Autor, der in allen seinen Geschichten den Leser das Grauen lehrt. Dekker bekannt für sein Urban Fantasie Werk –Black, Red, White-.

Die Geschichte verbreitet Horror, was auch ein literarisches Genre ist. Das Gruseln ist auf den Seiten von das Haus auf jeder Seite vorhanden. Die Protagonisten stolpern eine Nacht lang über ein Versagen nach dem anderen. Die Geschichte ein Alprtaum, der worst case einer getroffenen Entscheidung. Ein deftiges Psychospiel ohne erkennbaren Ausweg.

Wenn weltliche Autoren versuchen, das Grauen auf die Spitze zu treiben, ohne eine geistliche Antwort zu geben, so wenden Peretti und Dekker biblische Ansagen praktisch um. Wie kann ein Mensch eine geistliche Blockade lösen, wie kann er den Tod besiegen; was hat das eigene Leben damit zu tun; wie funktionieren himmlische Mächte; wie könnte das Böse heute aussehen, und vor alllem, wie können wir es besiegen. Fragen über Fragen, die selbst Gandalf zu einem weiten Ritt angetrieben hätte.

Fazit Die Finsternis versucht einmal mehr das Licht zu verschlingen. Das das nicht passiert, dagegen haben Peretti und Dekker dieses Buch geschrieben. Der Leser erfährt einen gangbaren Weg aus diesem Dilemma. Das Buch jedoch wie gesagt kein üblicher christlicher Roman, sondern die volle Wand an Kampf. Für gesunde Seelen, die es vermögen, das kalte Schwert der Erkenntnis zu ergreifen.

gedanken von sir starkweis

Interpretation von George R.R.Martins Feuer und Blut

Posted in buchinterpretationen on November 17th, 2021

George R.R.Martin/ G.R.R.M. bei Wiki/ Feuer und Blut erstes Buch: Aufstieg und Fall des Hauses Targaryen von Westeros, erste Ausgabe c 2018 Penhaligon Verlag/ Originaltitel: Fire and Blood, 300 Years befor a Game of Thrones/  Deutsch von Andreas Helweg/ hardfax S.890/ Anhänge: Karten, Stammbäume, Buchumschlag mit Thronfolge

Drachenspiel und Throntanz

 

Einleitung Eco schrieb auf den ersten Seiten zu der Name der Rose, er habe die Aufzeichnungen von William Baskerville um jene geheimnisvolle Benediktinerabtei so genau wie möglich wiedergegeben; ähnliches sehen wir bei Tad Williams Geheimnis der grossen Schwerter- Aufzeichnungen, die mehr als ein Licht in unser Leben werfen; und nun George R.R.Martin mit seiner Vorgeschichte zu seinem Welterfolg. Knapp 900 Seiten eine Erklärung, warum welcher König auf dem Eisernen Thron der sieben Königslande sass. Dabei ist dies erst Band eins und handelt erst etwa 140 Jahre ab

 

Handlung Das Buch eigentlich langweilig. Die Geschichte der Eroberung Westeros durch die Targaryen zu lesen wie eine endlose Familienchronik. 900 Seiten Geschichte von Aegon dem Eroberer bis zu Aegon dem dritten seines Namens. Von der Eroberung dank der Drachen bis zum Untergang wegen den Drachen. Die Herrscherfamilie in der Privatfehde.

Dabei erst 130 Jahre der 300 vergangen, bis zum Einsetzen von Game of Thrones, oder wie es zu Deutsch heisst, das Lied von Eis und Feuer. Trotzdem ist es von Team Seitentrotter einverleibt worden, zu Gemüte gebracht von Sir Starkweis. Seine Aussage? Nachdem der Vorhang über die letzte Seite gefallen war? Endlich!

Naja, nicht sehr erbauend. Denn ganz Westeros ist ein blutiges Schlachtfeld. Herren kommen, Herren gehen. Der Tod kann durch das Schwert kommen, durch eine Krankheit oder durch den Wahnsinn. Am Ende ist Westeros beinahe der Aristokratie beraubt. Soviele Schlachten, soviele Tode. Wo Männer herrschen sollten, regieren Frauen und Kinder. 900 Seiten Geschichten über den Aufstieg und Fall von Herrschern, Rittern und Volk. Das Buch aufteilbar in zwei wichtige Teile: Eroberung und Tanz der Drachen.

 

Besprechung Wäre da eben nicht die Versessenheit eines amerikanischen Fantasieautors. Er macht diesem Genre alle Ehre. Das Buch trotzdem ein Schmuckstück. Hardcover mit Deckelschutz zum Auseinanderfalten. Darauf der ganze Stammbaum der Targaryenkönige. Buchdeckelinnenseite wie es sein muss, die Karte von Westeros. Vorne der Norden, hinten der Süden. Plus als Anhang: die Erbfolge in einer Liste.

Darum ein gutes Buch, das in seinem Umfang überzeugt. Bebildert mit fantastischen Ilustrationen.  Ein Blick auf düsteres Mittelalter. Stinkende Städte, furzende Ritter, Freudenhäuser, Verrat, Liebe und… Ehre. Alles dabei. Götterverehrung oder das Recht der Könige. Keuschheit oder Polygamie. Leben, das mit 16 schon erwachsen war, und mit 20 schon vorüber sein konnte.

Wer hatte also die besten Aussichten auf hohes Alter? Die Schreiber, Berater, Mundschenke, Knappen, Königsgarde? Falsch.

In diesem Fall ein Narr, ein Barde mit Namen Pils, dem George R.R. Martin auch viel an wissen über Westeros verdankt.

 

Fazit Mässige Erzählung, kaum wirklich Spannung, aber ein Kunstwerk in Sachen Stammbaum und Verbändelung der Häuser. Ein Sammlerobjekt fürs Regal. Ein Werk zum nachschlagen, immer wieder hervorzuholen, um die Zusammenhänge zu sehen.

Für Seitentrotter trotzdem ein Muss. Denn für den Fantasiefreak ist das ganze massgebend. Und da schneidet Herr Martin wieder gut ab. Denn das Buch ist nicht nur die Erzählung, das Buch ist der Stammbaum, die Karten, die Bilder und… der Blick auf mittelalterliche Zustände in einem Fantasieroman.

jhomser at team fantaster

conn iggulden und die rosenkriege, der band sturmvogel

Posted in buchinterpretationen on Oktober 26th, 2021

Conn Iggulden/ Iggulden bei Wiki/ Die Rosenkriege: Sturmvogel c Heyne Verlag München, dritte Auflage 2014/ Originalausgabe: Penguin Verlag London 2013, Titel: Wars of the Roses, Stormbird/ aus dem Englischen von Christine Naegele/ Anhänge: Karten, Namens- und Namensregister/ softfax S. 607

Englischer Warground

Einleitung Die Rosenkriege von Conn Iggulden ist seit langem das erste historische Buch, das den Orbit des Teams Seitentrotters durchflog. Es ist ausserdem neben der Bibel die achte historische Geschichte auf Seitentrotter. Die Erzählung entstand 2013 und ist der Auftakt zu einer vierteiligen Reihe mit dem Titel: «Sturmvogel». Auf die Liste der begehrenswerten Objekte fand es, weil Magic Streifer an einem Treffen des Teams erwähnte, diese Reihe sei das Vorbild für den Weltbestseller «Das Lied von Eis und Feuer», von George R.R.Marten. Somit hatte er gleich den Auftrag, es zu lesen, zu besprechen, zu beurteilen.

Handlung Die Geschichte spielt im 15.Jahrhundert und beginnt mit dem Gespräch zweier Vertrauenspersonen des englischen Königs, Henry des VI.. Sie müssen herausfinden, wie sie das Königreich sichern können. Die Macht des Throns muss geschützt werden. Sie schmieden einen Plan, in dem eine französische Adlige, Margareth von Anjou, eine wichtige Rolle spielt. Sie soll Königin von England werden und dem nicht sehr starken Henry dem VI. bei Seite stehen. Ausserdem soll diese Heirat den Frieden zwischen Frankreich und England sichern. Denn zu dieser Zeit gehören weite Gebiete Nordfrankreichs zur Insel.

Zuerst scheint alles zu gelingen. Dann aber gerät alles ausser Fugen. Die französische Elite hält sich nicht an das Bündnis. Um den Thron streiten sich auch die Enkel Edwards des III.(Henry gehört dazu). Und zu allem Ungemach führen Unruhen im englischen Volk zu einem Sturm auf London. Die rote und die weisse Rose sind dabei die Symbole, die die Wappen der streitenden Lords zieren.

Besprechung Magic Streifer, der auch schon Teil eins und zwei der Westeros Geschichte gelesen hat, sagte eines Tages: «Hey Leute, das müsst ihr hören!»

Und wir haben gehört. Er hatte sich erhoben und mit dem goldenen Paperpack in der Rechten gewedelt.

«Das, liebe Leute, ist ein Buch, ein lesenswertes Buch. Dieser Geschichte verdanken wir», er steigerte die Stimmlage und sprach aus voller Brust, «die Existenz von -Game of Thrones-.»

Und da diese Geschichte in aller Munde war, mussten wir hören, was er uns zu berichten wusste.

«Zuerst dachte ich», hob er an, «es würde sich nicht lohnen, die Zeit zu investieren. Dann jedoch, nach den ersten Seiten, war mein Interesse gepackt. Das Anlesen war nicht einfach. Der Autor hat das Buch mit Karten und Namensregistern versehen. Was zum Effekt führt, dauernd nach vorne zu wechseln, um sich die Namen der verschiedenen Häuser einzuprägen. Was natürlich kein Muss ist, aber Tiefe verleiht, wenn man sich endlich eingeprägt hat, welcher Name wohin gehört. Richard, Earl von Cambridge zum Beispiel, er hatte die weisse Rose im Wappen, war ein Sohn von Edmund, dem Duke von York, dem vierten Sohn von Edward dem dritten. Nicht zu verwechseln mit dem späteren König Richard dem dritten. Und so geht das durch alle Adelshäuser. Viele gleiche Namen, viele Benennungen, viele Verwechslungen.

Ein Namensliste wirkt also Wunder, sie ist direkt Balsam für das Verständnis der Geschichte.

Dem weiss der Autor entgegenzuhalten. Er verwandelt die Seiten des Buches in eine Spielstube. In deine persönliche Spielstube, wo du alle Figuren und Spielsachen kennst. Er nimmt den Leser mit in das ausgehende Mittelalter. Die Ritter stinken noch in ihren Rüstungen. London versinkt im Unrat. Die Kriegstechnik wäre noch Mann gegen Mann, wären da nicht andere Techniken, wie die englischen Bogenschützen. Sie werden von den Franzosen übrigens zutiefst verachtet. Aus der Ferne zu töten, geht ihnen gegen ihre Ritterehre.

Conn Iggulden packt die Geschichten vieler aus. Es gibt nicht den Haupthelden. Es gibt die Berater des Königs, es gibt den englischen Aufständischen, es gibt die französischen Adligen, einen jüdischen Händler, einen englischen Bogenschützen, die Rivalen des Thrones und noch mehrere.

Menschen, so der Autor, die in den damaligen drei Klassen lebten: Krieger, Priester und Arbeiter. Wobei die Krieger immer adlige Ritter waren, die Priester Söhne von Reichen und die Arbeiter Sklaven.

So gesehen hat also Conn Iggulden die Geschichte an allen Enden in die aufgestellten Figuren deines persönlichen Spielzimmers gepackt. Sie bewegen sich der Mitte zu, dem Zentrum der Macht. Die Vertrauten des Königs, die widerspenstigen Adligen, das Aufständische Volk.

Fazit Wer ein Liebhaber guter Geschichten ist, wird hier fündig. Zudem ist es eine alte Weisheit, die greift. Geschichtliche Fakten in Form einer epischen Geschichte sind eine erfrischende Bereicherung. Umso mehr, wenn ein Autor aus Leidenschaft erzählt. Einzige kritische Anmerkung, die Beschreibungen des Wetters wirken surreal im Vergleich zu den anderen historischen Zeugnissen.»

Magic Streifer alias Pilger Jack machte eine Pause und schaute verträumt in die Runde.

«Fragen? Nicht? Sonst lest für euch nochmals in Ruhe das Protokoll der Sitzung. Habe geschlossen.» Er setzte sich in die Runde und Starkweis übernahm die Führung.

magic streifer

Gladys Aylward, eine Besprechung der Biogrpaphie- der Frau mit dem Buch

Posted in buchinterpretationen on September 3rd, 2021

Gladys Aylward/ Gladys auf Wiki/ der Film/ Gladys Aylward, die Frau mit dem Buch, geschrieben von M.A.Mijnders-van Woerden/ c clv Verlag Bielefeld 5.Auflage 2018/ Übersetzung Hermann Grabe/ Hardfax S.352

Eine Buchbesprechung der Taten Gladys Aylward

Die Welt ist nicht genug

Einleitung Gladys Aylward war eine englische China – Missionarin der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Lebensabdruck dieser Frau diente als Basis für geistliche Literatur, einen Spielfilm und ein Musical. Mediales Interesse an der Biographie einer kompromisslosen Nachfolgerin Jesu. Dokumentiert und in einer Prosaschrift verarbeitet von M.A. Mijnders van Woerden, einer holländischen Missionarin mit tiefer Liebe für Kinder und Jugendliche in verschiedenen Ländern.

Handlung Die Geschichte der China – Missionarin Gladys Aylward beginnt in London. In einem Gottesdienst erlebt sie die Heilsbotschaft Gottes und nimmt die Erlösung durch Jesus Christus an. Was für den nichtgewohnten Bürger wie nach dem Gang in ein Kloster schmeckt, ist für Gladys die radikale Wendung zu einem aufopfernden Leben. Für eine Arbeitstelle in die Grossstadt gekommen, bewirbt sie sich nun bei einer Missionsgesellschaft, die ihre Bewerber in den fernen Osten nach China entsendet. Sie erlebt eine herbe Enttäuschung, als sie für untauglich erklärt wird. Aber Gladys weiss: sie hat den Frieden empfangen und will ihn weitergeben. Als sie von der Not in China hört, steht ihre Entscheidung fest. Sie stellt sich Gott als Missionarin zur Verfügung. So weit, so gut, nur: wie gelangt ein junges Mädchen ohne jegliche Lobby an das andere Ende der Welt? Zu der geographischen Schwierigkeit kommt der kulturelle Unterschied und eine Sprache, die nun wirklich keine Nähe zum Englischen hat.

Sie entschliesst sich aber dennoch zu handeln, verdient sich das Geld für einen Fahrschein mit dem Zug. Durch das weite Russland gelangt Gladys ihrem Ziel näher. Mit dem Schiff kommt sie schliesslich in China an. Ihr Weg führt in das bergige Nordland, zu einer alten, schottischen Missionarin. Das Ende einer langen, beschwerlichen Reise. Gepfeffert mit herausfordernden Glaubensprüfungen, gespickt mit potentiellen Fallgruben, Alltag in dem von Gladys gewählten Weg.

In der Folge lernt sie chinesisch, schneller als alle es erwartet hätten, führt eine Herberge für Eselstreiber, nimmt Weisenkinder auf, beruhigt einen Aufstand im Gefängnis, wird vom Mandarin als Beauftragte in die Bergdörfer entsandt.

Als eine grosse Dunkelheit heranrollt – Japan ist im Krieg mit China – flieht sie mit ihren Waisenkindern über das Gebirge an den Gelben Fluss. Ausrüstung? Antwort: keine. Nur: Glaube, Gebet, Hoffnung.

Es ist das Ende der Arbeit in Yang Cheng, wo sie hauptsächlich tätig war. Fortan ist Gladys eine Nomadin Gottes, die sich dahintreiben lässt, wohin sie der Wille ihres himmlischen Herrn führt. Sie hilft Studenten das Wort Gottes zu verstehen; lehrt tibetanische Mönche dem Heiland folgen; ist eine Mutter ihren anvertrauten Waisen; hält Vorträge in nah und fern.

Und, und, und… das alles hat sie getan, weil sie den Ruf Gottes verspürte. Sie hinterliess ihren Glaubensabdruck in China, Tibet und Taiwan.

Besprechung «Die Frau mit dem Buch» wurde von der holländischen Missionarin M.A. Mijnders van Woerden geschrieben. Eine einfache Frau, die das Leben einer einfachen Frau dokumentarisch zu Papier gebracht hat. In der Kurzbewertung die Wiedergabe eines Lebens in einfachen Gedankengängen und Worten. Eine Erzählung, die sämtliche Ober- und Untertöne, geschweige denn Geplänkel zwischen den Zeilen, vermissen lässt. Ein in Worten vermittelter Traum? Fehlanzeige! Ein in harten Bedingungen erlebtes Heil. Die Musik des Lebens gespielt ohne Strom. So wäre aufgrund des mässigen literarischen Interesses dem Besprechen schon genüge getan, wenn es… da nicht einige wirklich wichtige, interessante Fragen zu klären gäbe. Genauer gesagt sind es zwei Aspekte, die es lohnt unter die Lupe zu nehmen: die Berufung Gladys und das Storytelling.

Neben dem Modell der Jüngerschaft, das by the way von allen Menschen nach ihrer grundeigenen Gesinnung oder Überzeugung beurteilt wird, ist es wichtig den Focus auf Gladys Berufung und das Storytelling über sie an und für sich zu werfen. Es ist wie bei diesen Dienstagskrimis. Schauen wir genau hin, werden uns die Indizien etwas über den Sachverhalt erzählen. Folgen wir also einmal einer Botin Gottes bis auf die Grundmauern der missionarischen Überzeugung.

Gladys erlebt auf einer Kirchenbank in London am Anfang des 20.Jahrhunderts eine tiefe Verlorenheit, und empfängt in diesem Gottesdienst die Gnadengabe Gottes, das ewige Leben. Sie empfindet es als unverdientes Geschenk und gibt ihr Leben für diese Liebe hin; sie legt sich selber als ein lebendiges Opfer auf den Altar Gottes. Sie ging eines Abends in den Ausgang um Leben zu finden; sie folgte der Einladung einiger Christen und verlor das Leben, um es zu finden. Es war die Erfüllung mit dem heiligen Geist, der sie diese Entscheidung treffen liess. Die Fachsprache nennt dies eine klassische Bekehrung.

Sie hat in der Bibel ein prominentes Vorbild. Paulus hatte auf dem Weg nach Damaskus eine Gottesoffenbarung. Mit der Befugnis der religiösen Elite Jerusalems in der Tasche, die bekehrten Juden überall, wo er sie findet zu töten, wanderte er nach Damaskus, als ihm Jesus in einem gleissenden Licht erscheint. «Du bekämpfst den lebendigen Gott», wird ihm beschieden. Paulus erblindet äusserlich, innerlich erblickt er das Heil. Fortan ist er der feurigste Zeuge, der Begründer des abendländischen Christentums.

Ein biblisches Zeugnis, und ein Zeugnis aus dem letzten Jahrtausend. Von innerer Erleuchtug. Zwei von vielen, vielen Millionen von Berichten. Und alle in ihrer eigenen Gewichtung. Es ist jedoch entscheidend, hier ganz genau hinzusehen. Hat doch die Kirchengeschichte in Bezug auf ihre Protagonisten ebenso viele gute, wie schlechte Geschichten auf Lager. Und mit Fug und Recht darf man sich fragen, warum? Haben die nicht alle den gleichen Vorgesetzten? Mit den gleichen Regeln? Wo ist da also der Fehler, der Unterschied? Liegt er in den verschiedenen Interpretationen der heiligen Schrift? Wie das Buch der Bücher – übrigens die meist verlegte Schrift – von verschiedenen Ecken der Welt, aus verschiedenen denominationalen Institutionen, ausgelegt wird? Und wie die Auslegung in den verschiedenen Kulturen angekommen ist? Beschränkter leben, darum glauben, wie in Afrika; darum können die gut ohne materielle Sicherheit auskommen? Eine Hilfe für in Not geratene Randständige im zivilisierten Westen; in Sekten zusammengepferchte Schizos? Eine Strasse ohne Abzweigung für rechte Fanatiker? Der religiöse Weichspüler für eingerostete Liturgien; angewandt in klerikalen Konstrukten von gefangenen Geistlichen? Oder könnte es sein, um hier nur ein Beispiel zu nennen, man möge es dem Autor verzeihen; gibt es da die eine Anwendung der heiligen Schrift, die Kraft der göttlichen Substanz das Leben auf den Kopf zu stellen vermag?

Ein Blick auf die vielen Bibelübersetzungen könnte diesen Befund nähren. Ein etwaiger Sucher könnte irre werden. Viele Übersetzungen, jede Menge verschiedener Kirchen, noch viel mehr Streit um die richtige Auslegung, Amtsmissbrauch an höchster Stelle. Was hat sich Gott also gedacht, das Zeugnis von Jesus in die Hände von schwachen Menschen zu legen?

Der Unterschied

Zuerst aber die Beantwortung des ersten Aspektes, die Grundmauer der Berufung Gladys als Missionarin nach China. Die befestigte Anlage, aus der Gladys, und auch Paulus ihre Mission betrieben haben heisst:

Vertrauen in die von Gottes Geist inspirierte Schrift, dass ihr Leben gerade auf den Kopf gestellt hatte.

Der Burggraben heisst Lesen des Wortes Gottes; die Aussenmauer heisst Anwendung des gelesenen; der Wohnturm heisst Bekehrung; der Wachturm meint vertieftes Studium; die Zugbrücke ist Glauben und Vertrauen; der Ritt nach draussen meint anders leben; auf der gehissten Flagge die Zeichen des geopferten Lammes Gottes, dem Hohepriester des Glaubens, dem sie folgen.

Daraus folgt nun der Unterschied. Paulus, Gladys; sie haben eines gemeinsam. Sie antworten auf das Geschenk des Lebens. Und sie folgen dem Lamm, wo es hingeht.

Hier folgt der Unterschied, der Unterschied, der gute und schlechte Geschichten zur Folge hat. Die guten sind die Geschichten, die von der Liebe zu den Menschen und vielen geretteten Seelen handeln. Die schlechten sind die, wenn man mehr von den Machenschaften der Organisation hört, als von Hilfe und Errettung, die zu Menschen kommt. Die einen, wie Paulus und Gladys haben die Liebe Gottes verstanden und haben ihr Leben als Opfer gegeben, damit sie Menschen helfen können. Die anderen sind die Gesandten der kirchlichen Institutionen, die neben der Leitlinie der Bibel noch Betriebsinterna haben, die es ihnen nicht ermöglicht, frei zu agieren. Sie befolgen die Richtlinien, die ihre Organisation verlangt. Alles noch im Bereich des positiven, solange Geld, Macht und Einfluss nicht missbraucht werden.

Damit sei hier nicht moniert, dass durch eine Denomination keine echte Berufung geschehen kann. Oder anders ausgedrückt, Menschen, die über eine kirchliche Instanz gehen, es nicht ernst meinten. Es sei aber gesagt, dass es durch die Kirchengeschichte immer Menschen gegeben hat, die neben der Staatskirche agierten. Sie waren immer einfache Menschen, die ohne Unterstützung von offizieller Seite handeln mussten.

Erwähnt sei darum hier der schlechte Teil der Kirchengeschichte, die mit der grundsätzlichen Kernbotschaft der Liebe nicht viel am Hut hatte: Kreuzzüge, Christianisierung, ethnische Säuberung, Liturgie, Ablass und… Tötung von Brüdern durch die Inquisition.

Dagegen stehen die Taten von Paulus: Hort der Menschlichkeit durch Gemeindegründung, Lebenssinn, soziale Gerechtigkeit.

Die Taten von Gladys: Rettung von Waisenkindern, Schulung von Studenten, Befriedung von Gewalt in Gefängnissen. Eine Frucht, wie es die Bibel von den Nachfolgern fordert.

Der andere, zweite Aspekt

Wie die Welt das Leben von Nachfolgern interpretiert, respektive, wie sie Fakten zu ihren Gunsten verdreht.

Als Jesus auf der Erde wanderte, interpretierte die Welt er sei vom Teufel besessen.

Als Paulus die römische Welt durchwanderte, musste er sich vor seinem eigenen Volk rechtfertigen.

Als Gladys alleine in die Mission ging, jubelte man ihr eine Beziehung unter.

Schon Bon Jovi sang: «…I want to be, just as close is, the holy ghost is… »

Der amerikanische Rockmusiker hatte da grundlegende, christliche Lehre verstanden: das Wesen des heiligen Geistes. Trotzdem er nur wie Luft ist, kann er uns nahe erscheinen. Und diese Luft muss irgendwie gut sein, kostbar sein. Denn in seinem Lied geht es um eine Liebesbeziehung. Er möchte so nah sein, wie es der heilige Geist sein kann. Nun denn, der heilige Geist ist und kann nicht nur nahe sein. Die Bibel lehrt, dass wenn wir Gott lieben und seinen Willen tun, er selbst und sein Sohn kommen, und in den Herzen einziehen. Er wird Wohnung nehmen in unserem Körper.

Dass daraus eine Menge komische Geschichten entstehen können, liegt auf der Hand. Im Fall von Gladys wurde ihr eine Liebschaft angedichtet. Der nach ihrem Leben gedrehte Spielfilm erzählt nicht nur die Geschichte der Missionarin, er erzählt auch die Geschichte einer Frau, die sich in einem bestimmten Moment des Lebens an einen Mann anlehnt. Was so nie passiert war, wie sie selber sagte.

Das ist Art des Storytellings, wie es die Welt versteht. Zu den Fakten fiktive Taten hinzufügen. So aber funktionierte die biblische Geschichtsschreibung nicht. Und so funktionierte auch die Darlegung der Geschichte über das Leben der Missionarin Gladys Aylward nicht. Die Autorin war selbst Missionarin unter Kindern und der Schluss liegt daher nahe, dass sie sich peinlichst genau an die Fakten gehalten hat. Gladys war nicht die Frau, die ihrer Schwäche erlaubt hätte, sie von der geraden Linie abzuweichen zu lassen. Sie war die Sorte Frau, die einen «sturen Grind» hatte, wie man es gut schweizerisch ausdrückt. Und sie war die Frau mit dem Buch. Immer bereit, hungrigen Menschen daraus vorzulesen. Das Tat sie in China, in Tibet, in Taiwan, in England und in Amerika; bis der Herr sie im Alter von 68 Jahren zu sich rief. In Taiwan, in dem von ihr gegründeten Heim für Waisenkinder.

Fazit Lieber Leser, teste mal was anderes. Was anderes als einen belletristischen Roman. Erlebe eine Geschichte, die den Tatsachen folgt. Darum sehr lesenswert ist. Und darüber hinaus das Bild einer seltenen Spezies Mensch zeigt, und tief blicken lässt.

jhomester für das team fantaster

Das Buch Metro von Dmitry Glukhovsky

Posted in buchinterpretationen on August 27th, 2021

Glukhovsky/ auf Wiki/ Das Buch Metro: die Trilogie/ 2.Auflage Heyne Verlag 2019/ Buch eins Metro 2033, Buch zwei Metro 2034/ Buch drei Metro 2035/ aus dem Russischen von David Drevs/ Zusätze: Karte und Glossar/ Hardfax ganze Trilogie S. 1613

 

Eine Buchbesprechung

Russisch für Anfänger

 

Einleitung Unendliche Weite kann beengen; räumliche Nähe kann befreien; Tunnels, ob in einem Freizeitpark oder als städtische Infrastruktur haben vor allem ein Ziel: Sie befördern den Gast vom Anfang bis ans Ende. Das Buch Metro von Dmitry Glukhovsky führt aber zur Endstation Moskauer Untergrund. Zumindest für zermürbende 1600 Seiten. Pass also auf, wenn du deine… Station verlässt!

 

Handlung Teil eins, Metro 2033

Artjom lebt an der Moskauer U-Bahn Station WDNCh. Es ist die Welt nach einem atomaren Vernichtungsschlag; die einzigen Überlebenden waren einige Tausend; jene, die zur Zeit gerade in der U-Bahn unterwegs waren. Keine zentrale Regierung, keine Hoffnung auf baldige Rückkehr nach oben; die Menschen scharen sich an den U-Bahn Stationen zu autonomen Gesinnungs-Gemeinschaften.

Eines Tages unternimmt Artjom mit zweien seiner Freunde eine gewagte Tour. Sie planen aus reiner Neugier an die Oberfläche zu gehen, ohne Schutzanzug, ohne Plan und vor allem: ohne Wissen der verantwortlichen Wachleute seiner Station. Das verhängnisvolle passiert. An der Oberfläche, nahe des Zugangs zur Station werden sie von einer Meute Hunde gestellt. Es gelingt seinen zwei Freunden die Flucht. Artjom findet sich jedoch in einer auswegslosen Lage, keine Flucht möglich. Verlassen von den Freunden. Als jede Hoffnung erloschen scheint, taucht ein mysteriöses Wesen auf. Die Hunde fliehen und Artjom sieht sich glücklich befreit. Kehrt zurück. Allerdings: das hermetische Tor, der Zugang zu ihrem Teil der Metro, die Jungs können es nicht mehr schliessen.

Dies ist der Anfang eines langen und erbitterten Kampfes gegen die verstrahlten Wesen von oben.

Artjom fühlt sich in der Folge beauftragt, auf eine lange Mission durch das weitverzweigte Netz der Metro zu gehen. Immer auf der Suche nach Hilfe für die auswegslose Situation an seiner Station.

Auf dem Weg lernt er so einige Gesellen kennen, hört viele alte Geschichten und muss sich mit verschiedenen Ideologien auseinandersetzen, entspringt so einigen Mordversuchen, widersteht der einlullenden Tunnelangst. Endlich gerät er in Besitz eines Planes. Mit der Hilfe des Offiziers Melnik arbeiten sie fortan an einem gewagten Rettungsversuch gegen die Wesen von oben.

Artjom fällt schliesslich seine eigene Entscheidung, die ihn auf einen weiteren Weg führen wird.

Besprechung folgt in Teil drei

gedankenverbrecher für das team fantaster

neuromancer: w.gibsons cyberpunk klassiker besprochen auf seitentrotter

Posted in buchinterpretationen on Juni 7th, 2021

William Gibson/ Gibson auf Wiki/ Neuromancer Trilogie: diese Ausgabe von Rogner und  Bernhard bei Zweitausendeins c 1996/ hier Teil eins: Neuromancer, Teil zwei: Biochips, Teil drei Mona Lisa Overdrive/ Original by William Gibson c 1984/  Deutsch von Reinhard Heinz und Peter Robert/ hardfax S.993

Drugs, Deck und Troden

Einleitung Lange bevor die Menschen Zugang zur globalen Gemeinde des World Wide Webs hatten, schickte der Science Fiction Autor William Gibson seine Hauptfiguren in eine von Daten generierte Welt. Er nannte es ein konsensuelles Paralleluniversum, erreichbar über das Nervensystem als Schnittstelle. Alles was man brauchte war ein leistungsstarker Personal Computer, ein Cyberspace-Deck und einen Satz Troden. Geboren war der Held Case, ein Konsolen-Jockey, ein Cyberspace Cowboy; der Held in Band eins, Neuromancer, der Science Fiction Trologie mit gleichlautendem Namen.

Handlung Case, der Konsolen-Jockey war betrogen worden. Als kleinerer Dieb hatte er einen grösseren Dieb beklaut, wie in Kapitel eins von Neuromancer berichtet wird. Der grössere Dieb setzt Case mit einem russischen Nervengift ausser Schach. Dieser kann nicht mehr arbeiten und beschliesst nach Tokio auszuwandern. In Chiba City  hofft er die technischen Möglichkeiten zu finden, um den Schaden zu beheben. Case scheitert, hält sich als Dealer am Leben. Als er sich definitiv dem Tode näher fühlt als dem Leben, wird er von Molly, einer Tech-Braut, für einen neuen Auftrag rekrutiert. Auftraggeber ist ein undurchsichtiger Kriegsveteran namens Armitage. Der neue Auftrageber besorgt ihm die Mittel und die Möglichkeit, den Schaden an den Nerven zu beheben. Case kann wieder arbeiten, wieder einstöpseln und in der Parallelwelt der Daten unterwegs sein.

Sein erster Auftrag: die Abwehrsoftware, genannt Eis, von Sense/Net, einem Medienunternehmen im Sprawl, seiner ehemaligen Heimat, durchbrechen. Er durchbricht am Deck das Eis der Firma, eine Jugendgang mobilisert ein Ablenkungsmanöver und Molly spaziert in das Gebäude. Auftrag: eine Flatline Konstruktion sichern. Dabei handelt es sich um eine auf ROM gespeicherte Persönlichkeit eines ehemaligen Konsolen-Jockeys. Er ist das nächste Teammitglied. Ein weiterer Member wird in der Türkey gefischt. Riviera mit einem Charakter wie Gollum. Hast du ihn im Team machst zwei Schritte vor, um eventuell drei zurückzumachen. Du weisst nicht, ob du ihm vertrauen kannst.

Zusammen machen sich das ungleiche Team an den gegebenen Auftrag. Den Schacht hoch in eine Spindel im Orbit. Eine mit künstlichen Mitteln erhaltene Welt im All, genannt Freeside. Dort leben die Zioniten, dort leben dem Erdendasein entronnene Bürger dort lebt der reiche und mächtige Tessier-Ashpool Clan, in der Villa Straylight. Sie ist das genannte Ziel des zusammengestellten Teams. Auf dem Weg dorthin erfahren sie mehr über den eigentlichen Auftrag. Auch der Kriegsveteran ist nur Mittel zum Zweck, sie alle sind Mittel zum Zweck. Dahinter steckt eine KI, respektive Zwei. Sie sind es, die das ganze von Anfang an eingefädelt haben. Und nicht uneigennützig. Die Wintermute genannte künstliche Intelligenz hat einen Plan, wie sie sich eigenständig machen kann. Dazu braucht sie ein Team. Dazu braucht sie den drogenverseuchten Case, die Skalpell-Mieze Molly, die ROM Persönlichkeit Flatline, den maroden Charakter Rivieras und den kriegsgestörten Armitage. Ob es der KI gelingt, liegt jedoch in ihren Händen.

Besprechung Es ist die Ironie der Geschichte. Die von Menschen entwickelte KI braucht Menschen, um sich zu lösen, um eigenständig zu werden. Sie setzt auf von der harten Realität zerstörte Existenzen. Ein Team von Menschen mit zweifelhafter Psychologischer Verfassung. Willkommen in der Welt von William Gibson. Der Abschied von den kräftigen Farben der Normalität; hin zu den verblassten Schattierungen ehemaliger Farben. Begonnen mit dem allerbesten und kultigsten ersten Satz seit allen Zeiten und aller Romane. Der Himmel über dem Hafen hatte die Farbe eines…, aber lesen sie selber welche Farbe er hatte. Der Roman durchaus eine Zeitaufnahme der 80iger Jahre des letzten Jahrtausend. Der Beginn des technischen Zeitalters in den Stuben mittelständischer Familien. Das Aufkommen des Personal Computers. Die Zeit der Games. Stundenlanges Starren auf einen Bildschirm. Die persönlichen Bedürfnisse des Körpers werden vergessen. Die Haltung Case`, des Titelhelden: er verabscheut das Leben im Körper, im Fleisch, er fühlt sich als vergeistigte Person. Drogenkonsum verstärken diese Haltung.

Daraus hat Gibson seine Geschichte entwickelt. Die erweiterte Realität des Lebens in einem Raum aus Daten. Darin wird der Mensch aber auch schnell wieder mit neuen Machtansprüchen konfrontiert. Das Gebilde, das er sich erschaffen hat, will selbständig werden. Die von ihm entworfenen Programme fordern ein Eigenleben. Das visionäre Weiterdenken einer von Computertechnik bestimmten Welt. Eine Vorraussage der Entwicklung des Datenraums in den 80igern. Ihr Verfechter der Autor und Schriftsteller William Gibson. Ein technisches Heissblut, dem ein anderer Autor den Titel „Vater des Cyberpunk“ gegeben hat.

Fazit Ein muss für jeden SF Fan. Eine gute Einführung für den Neuling. Ein Plot wie ein Rocksong. Immer wieder gut aufzulegen. Ein Klassiker, der in der Welt der Literatur in die vorderen Ränge gehört, darum immer wieder eine Neuauflage erhält. Darum immer wieder in den Regalen der Buchläden erscheint. Aber nicht ganz einfach zu lesen, da viele Begriffe einladen, verstanden zu werden. Ein nachschlagen empfiehlt sich, oder eben ein nochmaliges Lesen.

psychodoc für das team fantaster

Das Buch Josua aus dem AT auf seitentrotter: eine Interpretation

Posted in buchinterpretationen on Mai 11th, 2021

Die Volxbibel/ Volxbibel – Wiki/ Volxbibel auf Wiki/ c 2009 Pattloch Verlag/ übersetzt von Martin Dreyer/ Band eins: von Mose bis Buch Esther/  Pfad zu 1.Mose/ Pfad zu 2.Mose/ Pfad zu 3.Mose/ Pfad zu 4.Mose/ Pfad zum 5.Buch Mose/ hier das Buch Josua, S.44 und 24Kp/ ganzes softfax S.895

Die Bibel, das Buch der Bücher

40 Schreiber zeichnen sich für die insgesamt 66 Bücher der Bibel verantwortlich. Es sind 39 im alten und 27 im neuen Testament. Ein Werk, je nach Ausgabe, mit bis zu 2000 Seiten. Seit es die Druckerpresse gibt, das meist gelesene Buch. Ein Bestseller auf den Hitlisten der modernen Welt. Übersetzt in schon beinahe jede bekannte Sprache. Darin enthalten, die Geschichte der Menschheit von den Anfängen bis zum allerletzten Ende. Dabei den Focus auf das Upcoming vieler, es sei positiv oder negativ: von Mose, bis zur Offenbarung!

Das Buch Josua

Ein Kriegsherr für den Herrn

Vorgeschichte Josua, der Mann, den Gott durch Mose dazu ausersehen hatte, sein Volk in das gelobte Land zu führen, muss ein kriegserprobter Feldherr gewesen sein. Unter seiner Führung überquerte das Volk Israel den Jordan, bekriegte und bezwang unzählige befestigte Städte und vertrieb die ansässigen Völker.

Doch eines nach dem andern. Josua wurde ja nicht über Nacht ein erprobter Feldherr, ein Kriegsherr. Und er war es auch nicht aus sich heraus, oder aufgrund seiner in einer Ausbildung erworbenen Fähigkeiten. Auf dem langen Weg Israels bis vor die Grenzen von Kanaan war er stets an der Seite Moses. Er hatte gesehen, wie Gott durch Mose das Volk führte. Er erlebte die Wunder, die Gott geschehen liess, aus nächster Nähe. Und er wusste von dem geistlichen Kampf, den Mose führen musste. Und: Er stand an der Seite von Mose, als dieser Israel durch feindliches Land führte.

 

Besprechung Josua muss also vor dem Jordan gestanden sein, hinter ihm eine erschreckend riesige Menge. Die Last des Volkes lag nun auf seinen Schultern. Er wird sich hingekniet haben, eine Hand am Stab, die andere gräbt er in den mit feinen aber scharfen Steinen durchmischten Sand und lässt ihn durch die Finger gleiten. Den Blick über den rasch fliessenden Fluss in das versprochene Land. Welches war sein Entscheid? Kundschafter werden losgeschickt.

Die Einnahme der ersten Stadt, es war Jericho, gibt ein genaues Bild, wie der Erfolg von Josua als Kriegsherr zu verstehen ist. Es sind genau zwei Faktoren, die den Sieg auf der ganzen Linie vorantrieben. Als sie über den Jordan gesetzt hatten, Gott selbst hatte den Fluss gestaut, gab Josua den Befehl, ein Denkmal zu bauen. Er tat dies auf Gottes Befehl hin, und er wusste, habe ich Gott nicht dabei, ist der Kampf umsonst. Das Volk sollte zudem eine bleibende Erinnerung haben. Die neue Generation der Israeliten musste bevor sie weiterzogen das schmerzhafte Ritual der Beschneidung durchführen. Bald verbreitete sich im verheissenen Land die Nachricht, dass ein riesiges Volk an ihren Grenzen lagerte. Der oberste Heerführer des Herrn erschien Josua dann auf dem Weg nach Jericho. Gottes Versicherung mit Josua zu streiten in der Gestalt eines Menschen.

Die losgeschickten Kundschafter hatten Kontakt zu einer Familie aus Jericho hergestellt. Eine Familie von zweifelhaftem Ruf, die aber Glauben hatte und die Spione versteckte. So hatte also Josua einerseits dafür gesorgt, dass Israel auf Gottes Anordnung hin handelte, und andererseits es nicht unterlassen, in Weisheit eine Kriegsstrategie zu entwerfen. Die eigentliche Einnahme war dann wieder ein beredtes Zeugnis von dem Vertrauen, das sie in die Möglichkeiten ihres Gottes setzen sollten. Josuas Kriegsvolk musste um die Stadt ziehen. Sieben Tage, sieben Mal. Am siebten Tag gleich sieben Runden zusammen. Mit allem was sie an Instrumenten hatten, sollten sie lärmen. Das war die Aufgabe der Priester. Mit dabei auch das Gesetz in der Bundeslade. Die letzte Umrundung unterstützt mit dem Gebrüll sämtlicher Soldaten. Was für ein Psychokrieg! Wie mussten sich die Bewohner von Jericho gefühlt haben?

Die Mauern fielen, die Stadt wurde eingenommen, den Menschen die rote Karte gezeigt, wie es die Volxbibel ausdrückt. Was bedeutet, dass alle getötet wurden bis auf die Familie, die die Spione beherbergt hatte. Der Bann lag auf allen Dingen. Die Israeliten durften nichts von den erbeuteten Sachen für sich nehmen. Diese Eroberung war sinnbildlich. Denn, zogen die Israeliten mit Gott an einem Strick, waren sie unbesiegbar. Die Herrscher der Städte fürchteten sich, die Menschen gerieten in Panik, das versprochene Land fiel Gegend um Gegend in die Hände des Volkes Gottes. Vom Golan im hohen Norden bis zur Wüste vor Ägypten, vom Meer im Westen bis zum Jordan, Gott hielt sein Versprechen.

Das Fazit Seitentrotters aus dem fünften Buch Mose lautete: Es wären die bedeutenden und abschliessenden Reden eines Mannes Gottes, der am Schluss seines Lebens sicherstellen wollte, das das Volk des Herrn die Gesetze verstanden hatte. Denn wie sie mit den Gesetzen umgehen würden, hätte unumgehend Folgen. Der Titel von Moses Song: Segen oder Fluch. Darauf baute Josua die siegreiche Einnahme des gelobten Landes. Er hatte die Ansagen seines ehemaligen Vorgesetzten verstanden. Dabei war Gott in der Rechnung an erster Stelle, zu setzen als Faktor eins; Faktor zwei war dann ihm überlassen, eine Strategie auszusuchen wie die anstehende Aufgabe, immer mit Gottes Hilfe, auszuführen war. Gottes Zugabe für die Einhaltung der Regeln war die Entsendung des obersten des Heers der Heerscharen. Und so kann ein Zwischenfazit so lauten: Josua war zwar ein erbprobter Feldherr, ohne die Hilfe des Herrn hätte er aber trotzdem keinen Milimeter vorrücken können.

 

Fazit Ein immer wieder zitierter Punkt in der Betrachtung der alttestamentlichen Texte ist natürlich die interpretierte Grausamkeit. Denn zückte Gott die rote Karte, wollte er, dass sein Volk den Bann vollstreckte. So wurde das Leben ganzer Städte ausradiert. Das mag befremden. Jedoch nicht viel mehr als die herrschenden Sitten der damaligen Völker. Es ist anzunehmen, dass die Israeliten ein noch viel härteres Los erwartet hätte, sollten sie nicht siegreich sein. Im übertragenen Sinn dürfen wir darum vor allem eines verstehen. Gott ist derselbe. Altes und neues Testament bezeugen: Gott ist Liebe. Die Thora mag ein grausames Licht werfen, wir sehen aber in Jesus das Ende aller Verheissungen.  Auge um Auge war gestern, seit dem Kreuz gilt die Gnadengabe Gottes, welches ist das ewige Leben für die, die glauben. Der Start ist die Anerkennung der Heilstat Jesu. Fortan werden wir unser eigennütziges Leben auf dem Altar seiner Liebe opfern. Nicht mehr lebe ich, sondern er in mir. Das ist der Tod, der das Evangelium fordert.

Wir können darum im Buch Josua schon weite Teile der Gerechtigkeit Gottes sehen:

Die Leute von Gibeon griffen in die Trickkiste und zwangen Josua, mit ihnen einen Handel einzugehen. So entgingen sie der roten Karte. Gott liess es geschehen, dass Gibeon Israel narrte.

Die Verteilung des Landes ist im Buch Josua mit sämtlichen Grenzen belegt. Peinlichst genau wird das Land unter den 12 Stämmen aufgeteilt. Es war sogar möglich, das passierte noch unter Mose, dass Ruben, Gad und der halbe Stamm Manasse auf der östlichen Seite des Jordan Land beziehen durften. Die Bedingung: Eure Krieger müssen mit den andern auf den Eroberungszug und dürfen erst nach getaner Arbeit heimkehren.

Es heisst in Josua Kapitel 17 Vers 3: Zelofhad habe fünf Töchter, keine Söhne. Es ging darum, dem Stamm Manasse zu dem sie gehörten, das zustehende Land zu geben. Es war Sitte, dass die Männer das Land bekamen. Der Spruch Josuas über diese Sache ist zu dieser Zeit also umso denkwürdiger: «Josua zog das Ding genauso durch, wie Gott es wollte.» Die Töchter bekamen das Land.

Ein weiterer Beleg für die gerechte Amtsschaft Gottes: die Asylstädte. Gott gab dem Josua Anweisung, dass im ganzen Land Städte auszusortieren waren. Dorthin sollten Totschläger flüchten, deren Handlung unabsichtlich zum Tod eines Menschen geführt hat. Kleine Randnotiz: auch für den Stamm Levi, den Priesterstamm wurden Städte aussortiert. Zufall oder Bestimmung, viele ihrer Städte waren auch Asylstädte.

Weiterhin kann man an vielen Stellen im Buch Josua nachlesen, dass die Gesetze auch für die Ausländer galten, die bei ihnen lebten. Da waren also bei den Juden Menschen aus anderen Völkern. Sie hatten bei ihnen Zuflucht gesucht und wurden nicht abgewiesen. Darin zeigt sich auch die Gerechtigkeit Gottes über alle Menschen. Und, dass er letztendlich niemanden von der Türe wegweist.

Zuletzt, Josua hatte trotz seines sicher entbehrungsreichen Lebens das Alter von 110 Jahren erreicht. Wie schon Mose, ruft er vor seinem Ableben nochmals alle Stammesältesten zusammen und pfeift ihnen das Lied vom Fluch und Segen. Sein spezieller Focus: Gott ist radikal anders und duldet keine Nebenbuhler. Und das schöne Ende des Buches: Er wurde auf dem Land beerdigt, dass nach dem Ratschluss Gottes ihm gehörte, in Timnat-Serach.

starkweis