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j.r.r.tolkiens fall von gondolin- interpretiert von blogunkel

Posted in buchinterpretationen on Februar 5th, 2019

J.R.R.Tolkien/ Tolkien auf Wiki/ Der Fall von Gondolin/ c Hobbit Presse 2018/ Herausgegeben von Christipher Tolkien/ Übersetzt aus dem Englischen von Helmut W.Pesch/ Illustrationen von Alan Lee/ Hintergründe zur Geschichte, Stammbäume, Karte des ersten Zeitalters/ hardfax S.350

 

J.R.R.Tolkien: Professor, Dichter, Maler, Sprachgenie!

Es bleibt dem Leser seiner Werke überlassen, welche Bezeichnug Tolkien am meisten verdient. Als Professor hatte er das Wissen, als Dichter die Begabung und als Künstler malerische Fähigkeit. Das drückt sich vom ersten bis zum letzten Buchstaben in seinen Werken aus. Tolkiens Schriften sind eine sinnliche Leseerfahrung!

Der Fall von Gondolin ist eine Geschichte des ersten Zeitalters und in gekürzter Form im Silmarillion enthalten. Darin geht es um den Elben Tuor, Sohn Huors von Dor-Lomin. Es gefällt Tuor umherzustreifen. Gerne ist er auch am Meer. Eines Tages erhält Tuor von Ulmo, Herr des Wassers, den Auftrag, die versteckte Elbenstadt Gondolin zu warnen. Melko, einer der Valar, sucht Beleriand zu knechten. Gondolin, die verborgene Stadt sollte untergehen. Tuor findet den geheimen Weg, erfüllt den Auftrag. Er begegnet der Liebe des Lebens und stellt sich als Kämpfer zur Verfügung.

Wenn viele sich schon daran gemacht haben, was denn nun die Bedeutung der Schriften Tolkiens für die heutige Zeit ist, und immer wieder betont wurde, es sei bestimmt keine allegorische Absicht dahinter, so lässt die Leseerfahrung von der Fall von Gondolin mindestens zwei Schlüsse zu.

Wenn Tolkien seinen Helden am Anfang der Geschichte frei umher streifen lässt, kommt darin die Sehnsucht zum Ausdruck, in einem Land in dem keine Gefahren lauern umherzuwandern. Und dann ist es zum andern eben die ständige Angst vor einer latenten, unheimlichen Bedrohung. Ausgehend durch eine Macht im Hintergrund, die die friedlichen Lande mit Krieg verheert. Das wird so ungefähr die Lage Tolkiens gewesen sein. Er wollte sich als junger Mann entfalten, statt dessen muss er in die Armee. Er kann sein Leben nicht planen wie er will, die Bedrohung des ersten Weltkrieges steht vor der Tür. Tolkien ist gezeichnet. Dies, und dass er als Professor der Englischen Sprache so einige Mythen und Legenden kannte,  kann als Erklärung dienen, dass er in seinen Texten so einige düstere Aussichten verbreitete.

Unterstützt wird diese Geschichte mit den Erklärungen und Ergänzungen seines Sohnes Christopher und den malerischen und bildgewaltigen Ideen von Alan Lee. Jede Visualisierung stark wie ein Wandgemälde. Zusammen mit die „Kinder Hurins“ und „Beren und Luthien“, sind somit laut Christopher Tolkien, die bedeutensten Geschichten des ersten Zeitalters als Einzelband aufbereitet worden. In einer Aufmachung, in der sie in jeder Sammlung herausstechen.

dies war eine besprechung von blogunkel

 

 

kultstyle mit angelo neros sohn des drachen

Posted in kultladen on Januar 22nd, 2019

neros sohn des drachen, feuer und finsternis bd 1, eine schweizer saga

Besprechung von Sohn des Drachen: Buch eins der Feuer und Finsternis Trologie von Angelo Nero

Posted in buchinterpretationen on Januar 11th, 2019

Angelo Nero/ Feuer und Finsternis Trilogie/ Buch eins: Sohn des Drachen/ 3.Auflage Oktober 2018/ Cover: Selina Bachmann/ eine Angelo Nero Produktion/ Softfax S. 222

Dunkle Dichtung eines literarischen Rock`n`Rollers

Rock`n`Roll begründete der Jugend vor der Jahrtausendwende ein neues Lebensgefühl. Es war Larry Norman, ein Vorreiter der christlichen Rockmusik aus den 1980er Jahren, der sagte: „Warum sollte der Teufel all die gute Musik haben?“. Für den Liebhaber von Literatur ist ein gutes Buch Musik in den Augen. Angelo Nero, der Schweizer Fantasy Autor mit christlichem Hintergrund, bezieht Stellung und sagt: „Das Feld sollte man auf keinen Fall dem Feind überlassen!“ Mit „Sohn des Drachen“, Band eins der Feuer und Finsternis Trilogie, liefert Angelo Nero die Eröffnung in eine fantastische Schweizer Sage.

 

Zur Geschichte: Der Autor setzt seine Erzählung im späten Mittelalter an. Die Bruderschaft der Angelus Excubitor bekämpft seit Generationen im Heiligen römischen Reich finstere Mächte und Gewalten. Ihr Anführer ist Azrael il Nero, der Fürst von Drachenhorst, der Festung der Bruderschaft am Pylatus. Eines Tages erreicht die Bruderschaft den Hilferuf eines einstigen Freundes, des Woiwoden der Walachai. Es kommt der Tag, an dem der Fürst mit seinem Sohn, Sariel il Nero, und ein paar Berittenen, aufbricht. Für Sariel beginnt ein neues Leben, dessen Verlauf er sich anders vorgestellt hätte.

Vater und Sohn, uneins darüber, wie sie dem einstigen Freund helfen sollen, fällen in der Folge unübliche Entscheidungen. Zur Hälfte können sie die Bitte des Woiwoden erfüllen. Die harte Wirklichkeit fordert jedoch ihren Tribut. Sariel muss ohne Vater zurückkehren. Begleitet wird er jetzt vom älteren Sohn des Woiwoden.

Zuhause auf dem Drachenhorst beginnt für die Bruderschaft eine neue Ära. Sariel rückt als Fürst nach. Und Vlad III. hinterlässt nicht nur bei der Gemeinschaft der Brüder einen zwiespältigen Eindruck, sondern auch bei Sariel. Es entwickelt sich eine Freundschaft mit Fragezeichen. Erste Aufträge führen die beiden ins Wallis und ins Senseland. Derweil in der Burg nicht alle mit den Entscheidungen des jungen Fürsten einverstanden sind.

 

Besprechung Teil 1: Die Reise in die Walachai

Ende Buch eins, und es ist angerichtet! Angelo Nero hat erreicht, wofür er seine mit linker Hand geschriebenen, handschriftlichen Zettel, hat abdrucken lassen. Der Leser hängt unter grosser Konzentration in der Felswand und lechzt nach mehr. Die Freude ist geschürt und wer Buch eins gelesen hat, wartet mit Spannung auf die Fortsetzung.

Nach eigener Aussage ist Angelo Nero ein Fantasy Autor und er ordnet seine Geschichte um die Bruderschaft der Angelus Excubitor als Schweizer Legende ein. Darum beginnt die Besprechung mit einem Blick auf die fantastischen Elemente.

Fantasy als Sammelbegriff kennt etliche Ableger. So könnte man Neros Sohn des Drachen der Dark Fantasy angliedern. Jener Welten, in deren Schatten stets ein Quantum Furcht zu Hause ist. Oder der pseudohistorischen Fantasy. Reim um Reim fiktive Erzählung, gelegt in einem historischen Rahmen. Es sind aber nicht die gewöhnlichen, in der fantastischen Literatur üblichen Elemente, die hier hervorzuheben sind, wie böse Zauberer, stählerne Helden oder kuriose Tierwesen. Davon hat der  Autor auch ein paar kreative Häppchen bereit. Als vorrangiges phantastisches Element muss man die Herleitung des Standes der Angelus Excubitor werten. Auf den Leser wartet ein alter Stammbaum, aufgrund engelgleicher Wesen, genommen aus der heiligen Schrift. Damit verbunden die Mission als Kämpfer des Lichts, im Auftrag des Herrn. Durch das Sprechen mit dem Urheber der heiligen Schrift, empfängt die Bruderschaft Kraft. Vater Azrael vermittelt seinem Sohn spirituelles Wissen, eine Anleitung zum Gespräch mit dem Schöpfer der Welt. Das ist das erste fantastische Element, als Vater Azrael und Sariel, ausgehend von der Walachei den ersten Auftrag erfüllen. Dann die Bestätigung Sariels, als ein Engel auf Erden erscheint.

Der Vergleich mit arrivierten Schreibern ist nicht immer ein Muss. Im Sog von Tolkien haben sich viele von dessen Figuren inspirieren lassen. Von der Poesie eines heroischen Zeitalters. Ungeachtet dessen hat Angelo Nero eigene Elemente entwickelt. Ein Mix aus Schweizer Sagen und genre-üblichen Elementen, die er auf seine trockene, düstere Weise in den Text einflicht und so zum Gang mit übernatürlichen Mächten lädt.

 

Besprechung Teil 2: Entwicklungen auf Drachenhorst

Die Geschichte ist dabei ein einfach angelegter Erzählstrang, und er folgt den Spuren des späteren Fürsten der Bruderschaft. Nebenschauplätze werden nicht als eigener Strang behandelt, sondern in die Hauptgeschichte eingeflochten. Langsam dreht Angelo Nero am Schalter und erhöht die Spannung. Ein erstes Mal kommt es schliesslich zu einem Höhepunkt, als Vater und Sohn tief im osmanischen Reich gemeinsam ihren ersten Auftrag  bewältigen. Dann sind es die durch den Auftrag strapazierte Vater-Sohn Beziehung, die Bestätigung der Angelus Excubitor durch übernatürliche Berufung, die einsamen Entscheidungen von Vater und Sohn, die nachgeholte Ausbildung und Inthronisierung Sariels, dunkle Entwicklungen auf Drachenhorst und die ersten zwei Aufträge, die für Dramatik sorgen.

Genauso entspannt, wie der Autor die Spannung hochdreht, geht er mit den fantastischen  Aspekten, respektive mit den übernatürlichen, geistlichen Elementen um. Neben den Engelsmanifestationen, die er als fantastisches Element eingeführt hat, lässt er „Gut und Böse“ aufeinander krachen, wie man genretypisch so gern festhält. Ein Feuerwerk von guten und bösen Mächten, das sich durch Menschen entlädt. Die Angelus Excubitor im Auftrag des Herrn gegen Menschen im Bunde mit der Finsternis. Die Kraft der freimachenden Botschaft der heiligen Schrift, angewendet in konkreten Situationen. Keine religiösen Sprüche, nur einmal gibt Angelo Nero in Buch eins den Verweis auf eine Bibelstellte. Ansonsten Schlag auf Schlag ein echter Kampf ums Überleben. Der Autor ein Sachkundiger in geistlichen Fragen, der durch die Tat Ungerechtigkeit aufdeckt und so seinen evangelistischen Auftrag in ansprechenden Bahnen walten lässt. Hier zu vergleichen mit Karl May, der es stets als wichtig erachtete, seine Helden durch die Tat sprechen zu lassen. Es ist der richtige Weg eines Autors, der sich auch als Christ ein Gewissen macht. Was die Erfolge an verschiedenen Messen bestätigen, und das der Sohn des Drachen in nur einem Jahr in dritter Auflage verbreitet wurde.

 

Besprechung Teil 3: Im Auftrag des Herrn

Der Plot wird im Folgenden durch zwei Personen geprägt. Es ist dies der Fürst der Angelus Excubitor selber und Vlad III. Dracul. Sariel ist abrupt vom Sohn zum Fürsten aufgestiegen. Ein Jahr Ausbildung im Schwertkampf und in Weltpolitik geben ihm einen Einblick, was in Zukunft von ihm gefordert wird. So ist aber dem jungen Anführer der Angelus Excubitor abrupt  eine Stellung der Macht gegeben, mit der er nicht gut umzugehen weiss. Dass ihm nicht genug Zeit blieb, um sich zu entwickeln, zeigt der erste Auftrag, den er selbst unternehmen muss. Und es wäre gut gewesen, wenn Angelo Nero seinen Fürsten noch mehr in seiner charakterlichen Entwicklung beschrieben hätte. Der Leser wünschte sich zu sehen, wie der junge Fürst auch als junger Mann entscheidet, wie er darin wächst. Hier hat er zu schnell am Schalter gedreht. Es ist aber auch wieder konsequent zu nennen, wenn der Autor den Ausgang der Geschehnisse in seiner ersten eigenständigen Mission im Wallis  explodieren lässt.

Vlad III. hingegen ist vom Autor konsequent als zweifelhafter Charakter entworfen. Und kennt man seine Geschichte, findet der Leser ein volles ja zu dieser Entwicklung. Ebenso wie Sariel, wird Vlad III. in seinem Auftrag übernatürlich bestätigt. Es lastet aber ein dunkler Schatten auf Vlad III. Er belastet die Beziehung zu Sariel. Auch nicht gerade hilfreich ist in dieser Beziehung die Bruderschaft auf dem Drachenhorst. Vlad III. ist und bleibt ein Rätsel und einige der Brüder haben so ihre Befürchtungen.

Die erste Frau, die Sariel in den Plot einwebt ist Mirjam, die Frau des Schwertmeisters. Dann sind da eine den Flammen entrissene vermeintliche Hexe und ihre Tochter. Die beiden begleiten Sariel und Vlad III. auf die Burg.

 

Auf den Leser warten auch über das ganze Werk verteilte, originelle Wortschöpfungen. Ein Schwert mit einem schweisstreibenden Namen, einen alles überragenden, spitzen Wehrturm.

Sauber sind auch die Herleitungen der mittelalterlichen Bezeichnungen, oder einige Dialekt Ausdrücke. Die Slang-Wörter sind jedoch dünn gesetzt und man wünschte sich mehr davon. Was den Plot bereichern, und die Kombination von Fantasy und Schweizer Sage bereichern würde.

 

Zum Schluss

Am Ende von Buch eins der „Feuer und Finsternis Trilogie“, wartet der Leser freudig auf die Fortsetzung. Es sind drei Handlungsorte, die auf Entflechtung warten.

Erstens ist es der Werdegang von Vlad III., dem jetzigen Freund Sariels. Angelo Nero hat um seine Person ein düsteres Geheimnis gezeichnet. Wie wird sich die Freundschaft entwickeln?

Zweitens darf der Leser gespannt sein auf die Fähigkeiten Sariels. Vom Auftrag im Senseland hat er eine seltene Kreatur auf Drachenhorst gebracht. Sariel muss sich beweisen! Kann er eine Beziehung zu diesem urgewaltigen Wesen aufbauen?

Drittens, wie schafft es Angelo Nero, seine Angelus Excubitor aus allen weltlichen Angelegenheiten rauszuhalten? Im Raum steht die Anfrage Vlads III.: “Hilf mir meinen Thron zurückzugewinnen!“.

 

Fazit: Indem Angelo Nero das literarische Genre der Fantasy mit Elementen aus Schweizer Sagen und seiner Überzeugung als Christ verknüpft, ist sein ansprechend zu lesendes Werk als Novum zu betrachten. Ein authentisches Werk eines jungen Autors.

 

Für das Team Fantaster: blogunkel

mays weihnachten bd 24 in sparte faxpressspez

Posted in FaxPressSpez on Dezember 3rd, 2018

In Sparte FaxPressSpez teilt BlogUnkel das Spezielle eines jeden Faxes

  

bd 24 aus karl mays gesammelten werken in einem faxpressspez: weihnachten!

Von den vielen Formaten und Ausgaben in denen ein Karl May Plot schon erschien, liegt Weihnachten in meiner Sammlung als kartonierte Hauptausgabe aus dem Jahr 1953 vor. Der leicht gebogene Buchdeckel scheint direkt von einem mehrtägigen Ritt durch die Savanne zu stammen. Verblichen und abgegriffen der kartonierte Stoffeinband vom vielen Drehen und wenden unter schwierigen Verhältnissen. Die Seiten bräunlich verfärbt, vergilbt von den Jahren die es danach in einem Regal gelagert wurde. Es verleiht der mehr als sechs Dekaden alten Ausgabe eine gehörige Portion abenteuerliche Ausstrahlung.  Yes Herr May! Eine ehrenvolle Weihnachtsgeschichte!

erlebt von sir starkweis

interpretation: stephen hunt und das königreich der lüfte

Posted in buchinterpretationen on November 22nd, 2018

Stephen Hunt/ wikihunt/ Das Königreich der Lüfte, Bd 1 der Jackals Serie/ c 2009 Heyne Verlag München/ Titel der englischen Originalausgabe: the court of the air/ Deutsche Übersetzung von Kirsten Borchardt/ Umschlagillustration: Franz Vohwinkel/ Softfax S.781

 

Dampfbetriebenes Techtel Mechtel eines visionären Querdenkers

Von einem Journalisten erwartet der Leser distanzierte Berichterstattung. Von einem Dichter  tiefgründige Reime. Und von einem Geschichtenerzähler, dass er seine Werke in einem glaubwürdigen Plot zu Papier bringt. Der Leser will den Autoren in „seiner Schreibstube“ spüren, dass er Gefühle für seine Figuren entwickelt hat.- Stephen Hunt ist in einem ersten Beruf Programmierer, in einem zweiten Herausgeber; und jetzt in einem dritten ist Stephen Hunt Schriftsteller. Nach ein paar Kurzgeschichten hat sich der Autor an ein grosses Thema gewagt und präsentiert mit Königreich der Lüfte den Anfang zur „Jackals Trilogie“.

 

Die Handlung beginnt einerseits in Middlesteel. Middlesteel ist die Hauptstadt des Königreichs Jackals. Dort wohnt Molly, das Mädchen aus dem Armenhaus. Ein zweiter Erzählstrang beginnt in Hundred Locks, einer Stadt in Middlesteel. Dort wohnt Oliver bei seinem Onkel Titus Brooks. Beide machen sich so ihre Gedanken, wie denn ihre Zukunft aussehen könnte. Molly möchte nicht immer ein Weisenmädchen sein und Oli hat eigentlich keine Lust bei seinem Onkel eine Ausbildung zu absolvieren. Noch ist es ruhig in Jackals und das Leben im Königreich nimmt seinen gewohnten Gang. Der Frieden aber täuscht. Es sind Mächte am Werk, die einen Umbruch erzwingen wollen. Und plötzlich sind Molly und Oli ihrem gewohnten Leben entrissen. Beide besitzen etwas, dass für das Gelingen eines Staatsstreiches  von enormer Bedeutung ist. Molly aber entgeht erst einmal einem Kopfgeldjäger, ist aber schon mit beiden Beinen in einem Abenteuer. Oli gerät beinahe in die Hände der ansässigen Polizei und kann nur mit Hilfe eines Agenten entfliehen. Für beide aber gibt es kein Zurück mehr denn Molly verliert  bei einem Brand ihr Zuhause und Olis Onkel wird ermordet.

Das Königreich Jackals geht unsicheren Zeiten entgegen. Im Untergrund ist eine von langer Hand geplante Revolution im Gange. Schwierig ist es in diesen Zeiten Freund von Feind zu unterscheiden. Selbst die Mitglieder des Wolkenrates, berufen die Geschicke Jackals zu schützen, scheinen in sich gespalten. Hilfe auf ihrem Weg durch die Wirren der Zeit erfahren Molly und auch Oli durch Freunde vom Volk der Dampfmänner. Schliesslich läuft alles auf eine grosse Schlacht vor den Toren Middlesteels hinaus. Die jungen Protagonisten erfüllen ihren Auftrag und helfen so mit, Jackals nicht dem Chaos zu überlassen.

An dieser Stelle sollte wie in jeder Rezension die Kritik stehen. Hier steht sie auch, ich fasse mich aber kurz. Und um es vorweg zu nehmen. Der erste Teil der Jackals Serie ist ein harter Brocken. Schwer zu verdauen und streng zugänglich. Seiten, Passagen und Buch sind mit Hintergründen und Wortkreationen überreichlich gefüllt. Darum, Herr Hunt möge mir verzeihen, hier zuerst einmal der Versuch das Buch mit einem unvollständigen Glossar zu erklären:

Glossar

Man wird den Eindruck nicht los, dass Herr Hunt sein Buch konzipiert hat, wie es seinem technischen Talent entspricht. Ein Talent das ihn zum Beherrscher von wahrscheinlich jedweder Programiersprache hat werden lassen. Den Kopf voll Nullen und Einsen, das Herz voll visionärer Programmsequenzen und in den Händen der strategische Plan für ein ganzes Unternehmen. Einen ersten Eindruck in das Leben von Stephen Hunt gewähren seine Autorenhomepage und sein Onlinemagazin. Sie präsentieren sich mit einem Hintergrund vollbepackt mit Bildern. Man kann es auch mit einem Puzzle vergleichen. Auf der Homepage sind die einzelnen Teile zu einem Ganzen zusammengefügt und ergeben den Hintergrund. Der Leser jedoch, besitzt er mal eine Printausgabe von Königreich der Himmel und denkt es als Feierabendlektüre zu lesen, sieht sich mit der Aufgabe bedacht, nun die Puzzleteile selbst zu einem Bild zusammenzurücken. Jedes Teil voll von geheimer, bedeutungstiefer und versteckter Information. Man ist schlussendlich nicht vom Erzählstrang oder den Charakteren begeistert. Verwundert schaut man in ein phantastisches Universum voller   verschiedener Welten. Alles mit ungewöhnlichen Namen bedacht, die man im eigenen Leben nicht einordnen kann. Ein verrückter Narr, ein angefressener Liebhaber vom Steampunk Genre muss man sein, um sich durch das phantastische Puzzle von Stephen Hunt zu kämpfen!

für das team fantaster: pilger jack

 

stan nicholls der magische bund in netartstyle

Posted in netart on November 22nd, 2018

 der tip zum buch mit buchtip

wissen

Posted in Gedankensplitter on November 22nd, 2018

gedankenverbrecher zu wissen:

//: die psychologen haben recht- wissen macht frei //

glossar zu jackals serie bd 1 königreich der lüfte

Posted in buchinterpretationen on November 22nd, 2018

Das Glossar zu Stephen Hunts Jackals Serie Band 1: Das Königreich der Lüfte

Personen

Aliquot Kupferspur: Querdenker Dampfmann in Diensten der Presse

Benjamin Carl: der Gründer der kommunistischen Carliten, schliesst sich Widerstand an

Black: königlicher Freibeuter und Aristokrat

Bonefire: Irrnebler der Sondergarde

Dampfhieb: ein Dampfmannritter aus Mechanzia im Dienste Olis

Dampfmänner: Rotrost, Schleichrad, Silber Einrohr, helfen Molly

Edwin Pullinger: königlicher Bezirksinpektor

Einpeitscherin: Kommandantin der Wache im Parlament

Flare: Hptm der Sondergarde

Flüstermann: Gefangener in Irrenanstalt Hawklam

Harry Stave: Wolfschnapper und Olis erster Helfer in der Not

Hohe Frau der Lichter: Mutter Olis, wohnt im Irrnebel und spricht über seinen Auftrag

Isambard Kirkhill: Monarch der für das Parlament kämpfte

Kommodore Black: ein Kapitän ohne Schiff

König Julius und Kronprinz Alphäus: Herrscher ohne Macht in Jackals denn das Parlament hat die Macht

Graf Vauxtion: edler aus Quatershift, Kopfgeldjäger, wechselt die Seiten

Hoggstone: 1.Hüter des Rates von Middle Steel

Hüter Zinnfach: Dampfmann Abgeordneter in Middlesteel

Jacob Walwyn: ehemaliger Anführer des Carlisten Aufstandes, ist jetzt Tzlayloc, und will den alten Thron Chimecas

Lady Riddle: irrvernebelte Frau von Kirkhill, jetzt Agentin des Wolkenrates

Lord Drahtbrand: die sprechende Waffe Dampfhiebs

Molly: Mädchen aus der Linie des Vindex, eines Freiheitskämpfers, hat kostbares Blut und kann Dampfmänner reparieren

Mutter Glück: Waffenschieberin, Oli begegnet ihr auf der Fluch

Nathaniel Harwood: der Flüstermann, begleitet Oli als Stimme im Kopf

Onkel Titus Brooks: Olivers Onkel und Wolfschnapper

Professorin Amelia Harsh: Abenteurerin und Kopfgeldjägerin, im Dienste Nickelbys

Reverend: Leiter einer Untergrundorganisation in Shadowclock, leitet Armenwesen

Schattenbär: tritt an Stelle der hohen Frau der Lichter, von jenseits des Irrnebels

Schleichrohr: Dampfmann Zusammensetzung von Silber Einrohr und Schleichrad

Silas Nickleby: Journalist der Middlesteel Illustrated, Mollys Freund

Tzlayloc: heisst eigentlich Jakob Walwyn, einstier Carlist, Herrscher im Untergrund, plant Übernahme von Jackals,

Ver`fey: Craynarbierin, Freundin Mollys

Vindex: imperialer Sklave, führte Chimeca einst in den Abgrund, Molly ist Nachfahre

Weissbeisserin: fleischfressende Bergmännin, verfolgt Molly die Hexmachina sucht

Wildrake: Agent des Wolkenrat

 

Orte

Dockstreet: Ort der immer wieder erwähnten Klatschpresse in Middlesteel

Grimhope: unterirdische Stadt der Geächteten, erbaut auf Ruinen Chimecas

Hundret Locks: Stadt  in Jackals, wo Oliver Brooks herkommt

Kikkosico Imperium und catosische Bund: benachbarte Staaten

Königreich Jackals: Heimat von Molly Templar

LIongeli: ein Landstrich Jackals

Middlesteel: Hauptstadt  Jackals und Wohnort Mollys

Quatershift: kommunistischer Staat im Norden von Jackals

Shadowclock: Minenstadt, Celgasabbau, Rohstoff Jackals

Seventy Star Hall: zu Hause Olis in Hundred Locks

Sun Gate: das Armenhaus wo Molly Templar herkommt

Tock House: der Wohnturm von Nickleby Silas, dem Journalisten der Molly hilft

 

Begriffe

Atmosphärbahn: unterirdische Verkehrsweg Jackals

Aufzuchtstätten: wo die Edlen herkommen

Bändigerring: am Hals getragener Selbstmordring der Sondergarde

Beobachterin: Mitglied des Wolkenrats

Berechnungsmaschinen: untersuchen Blutcodes, bestimmen ID und Bürgernummer

Biologianer: schreckliche Wesen aus Mensch und Tier denen Oli begegnet

Blahat: Droge zum Kauen aus Cassarabien, einem Staat im Süden

Blutmaschine: ID der Menschen prüfen

Brüller und Puristen: Widerstand in Middlesteel gegen Gleichmachung

Büttel: ein Polizist

Carlisten: die Alt-Kommunisten Jackals

Celgas: Rohstoff gefördert in Shadowclock

Chimeca: altes Imperium und chimecaner die Vorfahren Jackals

Chimecanischer Kult: Kinder den Göttern opfern

Craynarbierin: Person mit schuppenartigem Panzer

Dampfmänner: mechanische Rasse

Dampfo Loas: die Götter der Dampfmänner

Debattierstock: Stock zum duellieren der Räte

Ernte des Bösen: Energiezufuhr für Tzlayloc und seine Armee

Erster Bürger: Titel von Tzlayloc im Gemeinwesen

Erstes Komitee: Partei im kommunistischen Quatershift

Fleischmetaller: Gleichgemachte Metallsklaven in Grimhope

Flossenbomben: Aerostaten Munition

Fluchwall: magischer Schutz an der Grenze von Jackals, von Weltensänger errichtet

Fort Downdirt: Festung in Jackals

Gang gi ju Rädchen: Wahrsager Utensil der Dampfmänner

Gegenrevolution: Bündnis des ersten Hüters  Hoggstone, Dampfarmee, Carlisten, Freie des Hinterlandes

Geisterarmee: Projektion des Irrneblers Flüstermann während letztem Kampf

Gemeinwohl: durch Gleichmachung erreichte Kultur des Volkes

Gemeinwohlvertretung: Obrigkeit der neuen Ordnung

Gideonskragen: dampfbetriebene Mordmaschinen

Gleichheit: Sünde der Unterschiedlichkeit ausmerzen

Gleichmachung: Ausrottung der Aristokraten durch Tzlayloc

Golems: Nachmache von Dampfmännern, Armee Untoter in Shadowclock

Greenhall: Amtshalle in Middlesteel, beherbergt die Berechnungsmaschinen

Ham Yard: Polizeirevier in Hundred Locks

Hervorragende: Garde in Tzlaylocs Gemeinwesen

Hexmachina: ein altes göttergleiches Wesen, heilige Maschine im Kampf gegen das Böse

Illustratoren: die alten Bildkünstler

Inkrementellen: Kampforden des Wolkenrats

Irrnebel: lässt Menschen mutieren und verleiht besondere Fähigkeiten

KAM: königlich areostatische Marine, Luftschiffe

Kistenkamera: Objekt der neuen Kunst

Knochen der Erde: missbrauchtes Energiefeld des Bösen

Koffeel: eine Tasse Kaffee

Kombinat: geheime Bruderschaft des Wolkenrats zu der Harry Stave gehört

Kristallgitternetzwerk: Kommunikationssystem Jackals

Kristallplatinen: herausnehmbare Seele der Dampfmänner

Liktoren: die Wache im Parlament zu Middlesteel

Löwe von Jackals: Lied des Volkes über ihre Helden

Mechanzia: Freistaat der Dampfmänner

Mechomaniker: Handwerker des Wolkenrats, Fernrohre im Monitorarium warten

Mu-Körper: von Dampfmann kontrollierte Zweitkörper

Nuschelrauchpfeife: Pfeife

Olis Pistolen: magische Waffen

Operatorin: fähig das Wesen Hexmachina zu bedienen

Pit Hill Morde: Morde mit gleichem Schema in Jackals

Popham Syndrom: Krankheit oder Gabe die alle Pit Hill Opfer hatten und Molly

Presser: die Polizisten Jackals

Puristen und Gleichmacher: Parteien im Parlament

Republikaner: Anhänger des Hauses der Hüter, Parlament in Middlesteel

Resolute: ein Aerostat der königlichen KAM

Radikale: Revolutionäre in Shadowclock

Rivermarsh: Gegend des letzten Kampfes

Royalist: Königstreuer

Sechser: ein Pferd mit sechs Beinen

Siltempter: alter Feind der Dampfmänner, trinkt ihr Öl, isst die Platinen

Schimmer: eine Droge

Schlafender Heinrich: die Waffe der Wache im Parlament Middlesteels

Schmerzkreuz: Tzlaylocs Folterinstrument um Schmerz abzusaugen, so bezieht er seine Energie

Schwebbeben: Erdbeben in Jackals

Selbstmordring: anderer Name für Bändigerring

Sondergarde: mit besonderen Fähigkeiten ausgestattete Regierungstrupps

Stahlbhalah-Waldo: Gott der Dampfmänner

Usglisch: Sprache in Chimeca

Weichkörper und Eilblut: so nennen die Dampfmänner Menschen

Weltensänger: Magier, Zauberer

Wildcaotyl: insektenartige Götter des alten Chimeca, sollen Tslayloc zur Macht verhelfen

Wolfschnapper oder Pfeifer: Agenten des Wolkenrats

Wolkenmaate: Besatzung der Aerostaten

Xam-Ku: Vater Spinne, einer der Götter der Wildcaotyl

Zirkel entlangschreiten: sterben

Zirklimsmus: Religion in Jackals

nüchternheit

Posted in Gedankensplitter on November 13th, 2018

gedankenverbrecher zu nüchternheit

//: vergesst biodiversität denn das neue modewort heisst nüchternheit//

2018. November. Sonntag 16.00 Uhr. St.Gallen-Young Boys Bern

Posted in blugunkels storyride on November 12th, 2018

Hallo. Psychodoc ist wieder einmal gestartet. An einem prächtig genial strahlenden Novembertag. Es glühen die Matten, blinken die Gipfel, pulsiert die Umgebung. Alles überzogen mit einer herbstlichen Farbenvielfalt. Ein Uhr. Ich besteige im oberen Toggenburg in Unterwasser an der Haltestelle Wäldli das Postauto Richtung St.Gallen AFG Arena. Anpfiff des Fussballspiels, 16.00 Uhr.

Ein paar Jungen im Oberstufenalter sind schon zugestiegen. Sie sind ganz anständig und reden über den Umgang mit Polizisten. Pass mal auf dass du dich gegenüber der Ordnungsgewalt nicht übernimmst, denke ich. Sie reden über den Winteranfang. Hoffentlich wie letztes Jahr. Ein anderer beschwichtigt am Handy, oh ja er telefoniert, seine Mutter. Ja, gelernt, alles im Griff, sagt er. Dann biegt der Chauffeur in Nesslau vom Bahnhofplatz auf die Haupstrasse. Arme hoch schwingend betritt ein Rentner den Fussgängerstreifen. Er zwingt das Postauto ausserordentlich zu halten. Hinterher seine Frau. Durch das Alter schon nicht mehr so schnell, grossmütterlich, krummer Rücken. Grossartig. Jetzt weiss ich wieder, ich bin in der Schweiz. In dem Land das Pünktlichkeit mit grossen Buchstaben schreibt und nur immer ein Bus am Tag von A nach B fährt! Derweil hat sich das Posti mit Fans gefüllt. Mehrheitlich jung und in grün weiss.

Auf der Kante am Bahnhof Wattwil macht sich dann ein anderer Gast, in grösserer Form sehr ungemütlich, bemerkbar. Eine kleine Spinne, zuhause in der Jacke verfangen, hangelt sich in freier Luft den Ärmel hinab. Nun ist sie am Boden und versucht ihr Glück in der Weite der beteerten Kanteneinöde.

Betrete die S4. Der Körper ruft nach einer Toilette. Ein übler strenger Geruch. Der ist nicht von mir, wie ich einem nachfolgenden Benützer erklären würde. Der Zug ist voll von Fans, jungen und alten, Familien, Oberländer, Glarner. Die Fans aus dem St.Galler Oberland sind starke junge Burschen aus Flums. Das Sackmesser als identitätsstiftendes Objekt gehört bei ihnen nur teils zur Ausrüstung. Man will nicht als solche aus dem Hinterland gelten. Der Dialekt aber unverkennbar. Der SingSang ein Herzstück Kanton St.Gallen. Selber sitze ich bei einer jungen Frau. Vis a Vis. Geschminkt bis zur Unkenntlichkeit. Bereit für Takes für einen Fluencer Vlog. So scheint es. Quer über ihrer Schulter ein einsamer Faden von der Wagondecke. Ein Spinnenfaden. Erkennbar nur im hellen Licht.

Schliesslich führt mich ab Herisau der Regiobus ans Ziel. Rappelvoll. Kein leerer Platz. Gegenüber ein älteres Päärchen. Sie nicht erkennbar als Fan. Er das Emblem von Crystal Palace aus der englischen Premier League auf der Jacke. Teste die Kontaktfreudigkeit. „3:1“, sage ich, so laut dass sie mich hören müssen. „Nein, nicht für YB, für St.Gallen!“ Er bleibt ruhig, sie lächelt. Für gewöhnlich reden Spinner oder Alkoholiker einfach drauflos. Tut man es einfach aus dem Wunsch sein Gegenüber mal spontan anzusprechen, kann man in der Schweiz halt mal Schweigen ernten. Dann aber er:  „Wo fährt denn eigentlich der Bus zurück nach Herisau?“ Ja genau, viele unausgesprochene Gedanken könnte man doch auch mal laut definieren!

Dann bin ich im Getümmel vor dem Stadion. Der übliche Aufmarsch. Ein Gewimmel, ein Kunterbunt an Volk, an Fans. Dabei ist es noch 15.00 Uhr. Eine Stunde vor Matchbeginn. Begebe mich zum Fanshop. Auch der. Gut gefüllt. Nichts von Lädelisterben. Väter ergattern für ihre Söhne ein Trikot. Und ich bin auf dem Weg einen Sticker zum Aufnähen zu finden. Für mein Jeansgilet. Gibts aber nicht. Ich finde einen fürs Auto. Frage den Verkäufer. Gibts den fürs Auto auch als Aufnäher? „Nein“, sagt er. Und händigt mir das Emblem des FC St.Gallen aus. Ohne zu zahlen.  Dasjeniege, das sie sonst auf die Trikots machen.  Habe aber am Choreo Stand 5 Franken gespendet, sage ich dem netten Verkäufer. Dort sammeln die eingefleischten Fans für ihre Stadiondekos. Yeah, das ist Musik. Dann wird mal selbstbewusst der Eingang angesteurt. Sektor C5. Bin noch zu früh. Aber Hallo, heute werde ich der erste sein, der das Drehkreuz zu meinem Sektor durchschreitet. Wie bei einem Rockkonzert.

Reihe sechs, Platz 35. Weit unten links am Spielfeld. Es sitzen ein zwei Leute da. Einer auf meinem Platz. Sonst noch alles leer. Frage sie ob sie nochmals ihre Nummer auf dem Ticket kontrollieren können. Tue dies auch auf meinem Ticket. Reihe sechs, Platz 35. Es stimmt und sie rücken nach. Wäre da nur  nicht das Problem. Das Kaugummi Problem. Er ziert ziemlich verklebt den oberen Teil des Sitzes. Ungemütlich! Und nicht akzeptabel für meine Stadionnachbarn. Es wird ein Stadionstaff mobilisiert. Ein Rentner. Er hat die Lösung. Jede Menge Servietten vom Cervelatstand. Das reicht noch nicht. Die Freundin hat die bessere Lösung. Jede Menge Matchprogramm unter dem Hintern sollten Schutz genug sein. Endlich sitze ich und habe schon den Stadionstumpen hinter mir. „Stryper, ein Metalfan“, sagt jemand hinter mir. Drehe mich kurz. Zwei ältere Herren. Glattrasiert. Einer von ihnen hätte einst bei einem Konzert eben jener Band eine Bibel an den Kopf bekommen. Antworte nicht wenig amüsiert, das sei wahrscheinlich nicht gerade eine gute Methode. Zur Aufklärung. Stryper sind  eine der ersten Metalbands der 80er Jahre die sich als Christen outeten. Ihr Markenzeichen war es, Bibeln ins Publikum zu schmeissen. Nun, ich wäre nie dagewesen, sage ich. Mir habe aber immer schon die Musik gefallen. Und ja, die gebe es noch.

Dann beginnt endlich das Spiel. Friere trotz mildem Herbstwetter. Die Entwicklung des Spiels hätte ich mir dann etwas anderst gewünscht. Nach der Führung vergeben die St.Galler das Spiel in einer Viertelstunde. Jammerschade. Aber das Spiel geht weiter. Und sie spielen gut, versprühen Spiellaune. In der Pause gibts dann einen Kaffee zum Aufwärmen. An der Schlange vor dem Tresen werde ich angestupst. Hier kann man nichts mit Bargeld kaufen, werde ich gefragt? Genau. Und überlege schon, ob ich meine Karte zur Verfügung stellen könnte. So verdiene ich vier Franken, denn ich habe kein Kleingeld um auf die Zwanzig Franken rauszugeben, die sie mir in die Hand drücken. Dann wieder auf Platz 35 in Reihe sechs des Sektors C5. Links von mir hinter dem Tor der Espenblock. Rechts in der quer über den Platz liegenden Ecke der Prostblock. Erkenntlich natürlich an einem in grün gehaltenen Banner, schön am Gitter hinter dem Spielfeld befestigt. Schliesslich bekommt St.Gallen noch einen Penalty zugesprochen. In der 85. Minute. Zu spät um das Spiel zu drehen. Hätte doch der Schiri dieses Offside Goal nicht anerkannt. Jawohl das war es, für die Espenfans. Ein Irrtum auf diesem Niveau. Es bleibt beim 3.2. Es ist der Sieg für YB.

Auf dem Nachhause Weg lerne ich noch den freundlichtsen aller St.Galler Fans kennen. Der Bub neben mir im Bus zurück nach Herisau der mich am Bahnhof ausdrücklich frägt, ob ich hier raus müsse. Ich muss und besteige gerade zur rechten Zeit den Voralpenexpress nach Wattwil. Wiederum dort auf der Kante beobachte ich einen andern St.Galler Fan. Jung und ich dachte, den hab ich schon gesehen. Er steigt aus, quert rasant das Perron und vertraut den Mageninhalt den Kräutern zwischen den Geleisen an. Diesen Geruch brauche ich zum Schluss nun wirklich nicht und mache einen Bogen.

Hatte ich im Stadion den Körper nicht mehr auf Normaltemperatur gebracht, gelingts mir im Postauto nach Unterwasser auch nicht. Für meinen Teil auf jeden Fall ist der Chauffeur dieses Kurses ein Ignorant. Denn er lässt kalte Luft durch das Wageninnere zirkulieren. Naja, verkrieche mich für 45 Minuten in meinen Sitz. Denke mir dabei, dass wir in der Schweiz sind, und ich auch so nach Hause komme.