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besprechung von w.burks alpsteinkrimi doppelrolle

Walter Burk/ Burk auf Kriminetz/ Gmeiner Verlag Gmgh c 2015, 2.Auflage 2015/ Alpsteinkrimis/ softfax 278

Fluchtraum Staubernkanzel

Einleitung Dem Wassersportler ein stehendes oder fliessendes Gewässer, für die Entspannung des Städters ein geheimer Weiher oder versteckter Garten, der Wandererseele eine Route in den Bergen- dem Autoren Walter Burk die Voralpen als Schauplatz für einen Krimi. Doppelrolle aus dem Jahr 2015 ist nach Doppelbindung der zweite Band der Alpsteinkrimi-Trilogie. Tatort der Handlung, die Staubernkanzel hoch über dem Rheintal.

 

Handlung Hoch über dem Rheintal, von Frümsen mit der Seilbahn erreichbar, liegt das Berggasthaus Staubern. An einem schönen Herbstwochenende ein beliebtes Ziel für Wanderer im Alpstein. Die Wirtin findet an einem Sonntagmorgen im Stübli unter der Gaststube, neben der üblichen Unordnung, auch eine Blutspur. Was also ist von Samstag auf Sonntag hier geschehen, und wo ist eine allfällige Leiche?

Die Kriminalpolizei Appenzell wird informiert, und Bruno Fässler, gerade von den Ferien zurück, hat wieder einen Fall. Er hat schon einmal im Alpstein ermittelt und kennt die Schwierigkeiten, die damit einhergehen. Vor Ort ist auch Roger Marty, ein Romanautor aus St.Gallen. Die beiden kennen sich schon, und Bruno Fässler könnte auf diesen Schreiberling verzichten. Soweit ist auch niemand abwesend, ausser der slowakischen Servicemitarbeiterin. Personal und anwesende Gäste erfahren also eine unliebsame Programmänderung. Sie müssen für eingehende Befragungen zur Verfügung stehen. Und der Kriminalpolizist und der Autor haben das befremdliche Vergnügen der unfreiwilligen Zusammenarbeit.

 

Besprechung Nachdem Walter Burk im Prolog vor Augen führt, dass eventuell irgendwo eine Leiche auf der Staubernkanzel zu finden ist, fährt er fort mit der Beschreibung einer jeden Person und eines jeden Dings, das er einführen kann. Ob Hauptperson, Nebenrolle oder dem Zweck der Handlung dienende Sache, die eingehenden Biographien lesen sich wie thematische Referate. Darin ist Kapitel für Kapitel in einer Rückblende die Handlung eingewebt, indem der Autor die Anwesenden Personen, Gäste und Mitarbeitende, wie in einer Sitcom im immer gleichen Raum erscheinen lässt.

Erweitert wird die Geschichte dieses Herbstwochenendes im August durch Fakten, Hintergründe und philosophische Gedanken zum Leben. Der Leser erfährt eine Menge über die Art und Weise der Ermittlungen in einem vermuteten Mordfall. Wie die Zusammenarbeit mit einem Laien sein könnte. Dann erfährt der Leser eine Menge über das Servicepersonal. Warum arbeiten sie an einem so abgelegenen Ort? Was sind ihre Wünsche, was ihre Begehren? Warum nennt man es „auf die schiefe Bahn geraten“, wenn man doch nur Geld verdienen will? Wie ist das mit der vorsätzlichen, der fahrlässigen und der ungewollten Tat?

Geduld bringt Rosen. Die Vermengung der genauen Charakterisierungen mit den Fakten und Hintergründen zu einem möglichen Tathergang hat die Kraft, das Leserherzen zu erwärmen. Nicht zu vergessen, dass natürlich die mystische Bergwelt des Alpsteins die Story mächtig befeuert.

 

Fazit und Empfehlung Walter Burk schreibt bar jeglicher Ironie und Verdrehung in gründlicher aber distanzierter Weise. Als Vielleser hätte ich mir einen Schuss mehr Hingabe an die Hauptperson gewünscht. Ein tieferes Einweben von Roger Marty. So legt aber Walter Burk den Focus auf die gründliche Erarbeitung der ganzen Geschichte. Was den Zeiger bei „Hau den Lukas“ doch wieder ziemlich nach oben treibt.

starkweis für das team fantaster

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