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Angelo Nero: Feuer und Finsternis Trilogie Bd.2- Der Nekromant

Posted in buchinterpretationen on Mai 28th, 2019

Angelo Nero/ Feuer und Finsternis Trilogie/ Buch eins: Sohn des Drachen, hier Buch zwei: Der Nekromant/ 1.Auflage Oktober 2018/ Cover: Selina Bachmann/ eine Angelo Nero Produktion/ Softfax S. 174

Dunkle Dichtung eines literarischen Rock`n`Rollers Bd 2

Rock`n`Roll begründete der Jugend vor der Jahrtausendwende ein neues Lebensgefühl. Es war Larry Norman, ein Vorreiter der christlichen Rockmusik aus den 1980er Jahren, der sagte: „Warum sollte der Teufel all die gute Musik haben?“. Für den Liebhaber von Literatur ist ein gutes Buch Musik in den Augen. Angelo Nero, der Schweizer Fantasy Autor mit christlichem Hintergrund, bezieht Stellung und sagt: „Das Feld sollte man auf keinen Fall dem Feind überlassen!“ Mit „Sohn des Drachen“, hat  Angelo Nero eine fantastische Schweizer Sage eröffnet. Weiter geht es in der Feuer und Finsternis Trilogie mit Band zwei: „Der Nekromant.“

 

In Band eins,  „der Sohn des Drachen“, werden die Umstände und Fügungen beschrieben, die Sariel il Nero zu dem machen was er ist, der Fürst der Angelus Excubitor. Drachenbändiger und der Vorsteher einer Bruderschaft, die im Heiligen Römischen Reich finstere Mächte bekämpfen. Es ist das 15.Jahrhundert nach Christus, dunkles Mittelalter.

In Band zwei werden Sariel und Vlad – der aus der Gefangenschaft der Osmanen befreit wurde – an den Zürichsee gerufen. Eine Adelsfamilie fühlt sich von einem Hexenzirkel bedroht. Die beiden Helden tun ihre Pflicht und kehren dann auf den Drachenhorst, den Sitz der Bruderschaft, zurück. Vlads gebaren innerhalb der Bruderschaft wird jetzt zunehmend geheimnisvoller, und seine Entscheidungen haben für die Angelus Exubitor schwerwiegende Folgen. Eine scheinbar harmlose Audienz beim König in Wien, an der die beiden Brüder mit grossem Gefolge teilnehmen, gerät für Sariel ausser Kontrolle. Er weiss nicht, welche Rolle Vlad hier spielt. Als Vlad sich dann entscheidet, statt auf den Drachenhorst zurückzukehren, in seine Heimat zu ziehen, sieht Sariel fundamentale Grundsätze der Angelus Excubitor in Frage gestellt. Am Schluss von Band zwei hat sich schliesslich die Kunde eines Nekromanten verdichtet, der bei Vlad sein Unwesen treiben soll. Sariel muss aber Klarheit haben, und fällt eine folgenschwere Entscheidung.

Besprechung Der Clown und der Autor haben eine Sache gemeinsam. Es sind Berufe, die man nicht lernen kann, man muss sie können. Erfolg oder Misserfolg ihrer Werke ist an ihre natürliche Gabe gebunden. Eine Gabe, die sich durch Authentizität kundtut und sich beim Lesen anfühlen muss wie eine gute Mucke, das deutsche Wort für Musik ab der Dose, die vom ersten Ton an überzeugt. So liest sich Angelo Neros Band zwei der Feuer und Finsternis Trilogie: spannend, fesselnd, attraktiv.

In der Besprechung zu Band eins, der Sohn des Drachen, wurden vor allem die der Fantasie geschuldeten Elemente besprochen. Hier soll es jetzt – im Hinblick, dass Angelo Nero ein Autor mit christlichem Hintergrund ist – um die Kriterien der Entwicklung einer guten Beziehung und die vermittelten christlichen Werte gehen.

Wie schon in der Besprechung zu Band eins erwähnt, hat der Autor mächtig am Schalter gedreht, wenn es um übernatürliche Konflikte geht. Nichts lässt Angelo Nero anbrennen, wenn Menschen aus den Zwängen von finsteren Mächten befreit werden sollen. Ein düsterer, unheimlicher Volltreffer. Nebenher lesen sich die Zeilen um die wichtigsten Wesen und Charaktere des Buches, als wären sie vorproduzierte Ideen im Literaturladen. „Eine Geschichte“, würden wir rufen. Verpass dem Drachen und Sariel eine Geschichte. Wie sie lernen einander zu vertrauen! Eine gute Beziehung definiert sich im realen Leben durch gelebte Erfahrung. Vlad und Sariel haben eine gemeinsame Geschichte. Die Flucht aus dem osmanischen Reich. Aber nicht der Drache. Er ist jung, er kann fliegen, er gehorcht Sariel, das ist alles.

Die Entwicklungen der Charaktere Sariels und Vlads sind gegensätzlich. Während Sariel stets offen kommuniziert, verkriecht sich Vlad oft in seinem Zimmer und schmiedet geheime Pläne. Sariel lässt ihn gewähren und vertraut ihm weiterhin. Dann trennen sich die Wege der zwei Brüder und als Sariel ob der Motive Vlads im Dunkeln tappt, verliert er doch keine Sekunde daran, seinem Freund in der Notlage zur Seite zu springen. Und wenn es klappt, und Sariel Vlad retten kann, ist die Geschichte in Teil drei an Tiefe nicht mehr zu toppen. Angelo Nero hat dann ganze Arbeit geleistet. Er kann es in der geistlichen Welt knallen lassen und hat mit der Freundschaft von Vlad und Sariel seine Geschichte mit Tiefe zementiert. Es zeigt sich hier ein Fragment christlicher Grundhaltung, ein Grundvertrauen, wenn auch die Vorzeichen schräg im Wind stehen.

Eine andere Entwicklung ist wohl Sariels Stellung als Anführer der Angelus Excubitor geschuldet. Da ist Bernhard, ein Gefolgsmann, verwundet von einer Mission zurück. Sariel kann im Gespräch mit ihm nicht genug Hoffnung vermitteln, um ihn von seinem düsteren Vorhaben abzubringen. In Folge hat Sariel einen Kurzblues. Was hat er eigentlich in all den Jahren auf dem Drachenhorst getan? Hatte er mehr in die Beziehung zu seinen Untergebenen investieren sollen?

Ein nächster christlicher Wert, der Angelo Nero ziemlich prägnant vertritt, ist jener der persönlichen Wertschätzung des Menschen, egal welchen Standes. Während Vlad darauf besteht, als Adliger behandelt zu werden, ist es für den Fürsten der Angelus Excubitor keine Sünde, auch den einfachen Menschen Respekt zu zollen. Der eine fordert Tribut für seinen hohen Stand, der andere lässt einen grossen Spielraum. Der eine fordert Härte im Umgang mit dem Gesinde, der andere lässt Menschlichkeit den Vorzug. Vlad, der in solchen Situationen eingebildet wirkt, und Sariel, dem die Sympathie zu eilt.

Ein weiterer und letzter christlicher Baustein, den es in der „Feuer und Finsternis Trilogie“ zu besprechen gilt, ist das Gebet. Der Autor erzählt zunächst in Band eins, wie der Vater ihn beten lehrt. Darum herum hat Angelo Nero das phantastische Element der Nephilim, der Engelwesen, gesponnen. Eine gute Ausgangslage, um auf der Basis übernatürlicher Erfahrung wichtige Entscheidungen zu treffen. Eine Austattung einer Entscheidungsfindung Sariels, aufgrund von Gebet, fehlt jedoch beinahe durchwegs. Vielmehr entscheidet sich der Protagonist meist aufgrund seiner Sendungs- und Handlungsverantwortung als Fürst, ohne dabei zu wissen, was jetzt Gott dazu wohl bemerken würde.

Zum Schluss sollen die Antworten zu den drei Fragen vom Ende der Besprechung von Band eins stehen: Die Beziehung zu Vlad ist nicht gerissen aber ziemlich erschwert. Der Drache ist bei Sariel gut aufgehoben und die Angelus Excubitor stehen unter der Leitung von Sariel auf sicherem, neutralem Boden.

 

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